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Al-Qaida (arabisch: القاعدة al-Qāida [alˈqaːʕɪda], gesprochen El 'Kaa-ida, Basis, Regel, Stützpunkt, Fundament, auch Datenbank) bezeichnet mehr eine Bewegung als ein Netzwerk von verschiedenen islamischen terroristischen Gruppen.

StrukturBearbeiten

Al-Qaida ist keine fest umrissene Organisation, sondern ein Netzwerk aus mehreren Gruppen. Diese Gruppen (Zellen) sind untereinander nur dezentral verbunden, d.h. nur durch persönliche Kontakte der Mitglieder verknüpft. Diese Zellen können so auch völlig unabhängig von der restlichen Organisation arbeiten.

Selbsternannter Wortführer von Al-Qaida war Osama bin Laden, der vor allem durch Videobotschaften auftrat. Es ist umstritten in wie fern das Netzwerk überhaupt eine Führung besitzt, da die Zellen meist selbst verwaltet und unabhängig sind.

Vor dem Afghanistankrieg, besaß die Organisation vermutlich dort eine Infrastruktur, die zur Ausbildung der Mitglieder diente. Nach dem Krieg ist dann aufgrund des wachsenden Antiamerikanismus eine zweite Generation von Mitgliedern entstanden die in anderen Ländern im geheimen ausgebildet wird (Es werden Ausbildungslager in Syrien und Pakistan vermutet).

Westliche Geheimdienste vermuten (behaupten), das Al-Qaida in Verbindung zum pakistanischen Geheimdienst ISI, Saudi-Arabien und dem Iran steht.

Kritik an ExistenzBearbeiten

Kritiker halten Al-Qaida mehr für ein Wahngebilde oder eine Verschwörungstheorie der US-Regierung als eine Organisation. Die unter dem Begriff Al-Qaida zusammengefassten Gruppen arbeiteten vollkommen unabhängig und die Verbindungen zwischen ihnen seien mehr durch die Ideologie der Mitglieder als durch eine Zusammenarbeit bestimmt. Hierfür sprechen unter anderem die unterschiedliche Art und Weise mit der Al-Qaida-Gruppen Anschläge verübten. "Al-Qaida" und "islamischer Terrorismus" seien nur Schlagwörten um einen Sündenbock zu bezeichnen den man einfacher bekämpfen kann.

Hierbei sollte bedacht werden das Terrorismus in seinem Effekt davon profitiert wenn er möglichst einer Gruppe (einem "Markennamen") zugeschrieben wird, da durch den gesteigerten Erinnerungswert auch die Furcht vor ihm zunimmt.

Kritik an NamenBearbeiten

Einige glauben das der Name al-Qaida erst durch die westlichen Geheimdienste und Medien aus einem Missverständnis heraus entstanden ist. Al-Qaida ist arabisch für "Datenbank", also möglicherweise nur die Bezeichnung für die Mitgliederliste. Dies wird durch die Aussage von Sa'ad al-Faqih gestützt, einem Arzt der laut Eigenaussage in einem Camp der Organisation ein paar der Attentäter vom 11. September versorgt haben soll.

"Ich muss wirklich lachen, wenn ich das FBI über Al-Qaida als Organisation von Bin Ladin reden höre. Es ist eine ganz simple Geschichte: Wenn Bin Ladin Leute aus Saudi-Arabien oder Kuwait empfing, tat er dies im Gästehaus in Peschawar. Von dort zogen sie auf die Schlachtfelder und kehrten zurück, ohne Dokumentation. Es gab nur einen freundlichen Empfang, und dann gehst du dahin, und nimmst am Krieg teil - eine sehr einfache Organisation. Dann wurde er bedrängt von besorgten Familien, die nach ihren Söhnen fragten - und er wusste es nicht, weil es keine Aufzeichnungen gab. Also ließ er seine Leute in Peschawar Listen über jeden Araber führen, der unter seine Schirmherrschaft kamen. Es wurde der Ankunftstag aufgezeichnet und wie lange sie blieben - manche nur für zwei oder drei Wochen, um dann wieder zu verschwinden. Diese Aufzeichnung, diese Dokumentation, wurde Al-Qaida genannt. Das ist Al-Qaida, überhaupt nichts Geheimnisvolles, keine Organisation wie eine Terroristenorganisation oder eine Untergrundgruppe. Für seine eigene Gruppe hat er meines Wissens nie diesen Namen benutzt. Wenn man sie benennen sollte, würde man "Bin Ladin Gruppe" sagen - Al-Qaida ist nur die Liste all der Leute, die irgendwann in das Gästehaus in Peschawar kamen. Insgesamt bestimmt 20-30.000 Leute, die man unmöglich verfolgen kann." Quellen: Telepolis


Zugeschriebene AnschlägeBearbeiten

1993

1995

  • 19. April - Einer unbewiesenen Theorie zufolge war Al-Quaida in den Bombenanschlag von Oklahoma City verwickelt.
  • 5. September 1995 - Projekt Bojinka wird gestoppt.
  • 13. November 1995 - Sprengstoffanschlag auf eine US-Militäreinrichtung in Riad (Saudi-Arabien), es werden 7 Menschen getötet.

1996

  • 25. Juni 1996 Sprengstoffanschlag mit einem LKW auf den Khobar Tower nahe dem saudisch-amerikanischen Luftwaffenstützpunkt in Zahran (Saudi-Arabien), es sterben 19 Menschen und 64 werden verletzt.

1998

  • 7. August 1998 - Bombenanschläge auf die amerikanischen Botschaften in Nairobi (Kenia) und Daressalam (Tansania), es sterben insgesamt 224 Menschen. Die Verantwortung für die Anschläge übernahm die Organisation Islamischer Dschihad des Ägypters Aiman az-Zawahiri.

2000

  • 12. Oktober 2000 - Anschlag auf die USS Cole (DDG-67) im Hafen von Aden (Jemen) - 17 Tote und 39 Verletzte.

2001

  • 11. September 2001 - Terroranschläge in den USA, es sterben etwa 3000 Menschen.
  • 13. September 2001 - Plan zum Angriff auf Botschaft in Paris wurde gestoppt.

2002

  • 23. Januar 2002 - In Pakistan wird der US-Journalist Daniel Pearl gekidnapped und ca. 6 Tage später ermordet.
  • 17. März 2002 - Anschlag mit Handgranaten auf eine Kirche in Islamabad (Pakistan) - 5 Tote.
  • 11. April 2002 - Bombenanschlag auf eine Synagoge in Djerba (Tunesien), es sterben 19 Menschen, darunter 14 Deutsche.
  • 8. Mai 2002 - Bei einem Attentat auf Ingenieure aus Frankreich sterben in Karatschi (Pakistan) 14 Menschen.
  • 14. Juni 2002 - Bei einem Autobombenanschlag vor dem US-Konsulat in Karatschi sterben 12 Menschen.
  • 5. September 2002 - Bei einem Autobombenanschlag in Kabul (Afghanistan) sterben 26 Menschen; der afghanische Präsident Karsai überlebt knapp.
  • 6. Oktober 2002 - Beim Angriff auf den französischen Öltanker Limbourg im Jemen stirbt ein Mensch.
  • 12. Oktober 2002 - Bei Anschlägen gegen Diskotheken in Bali (Indonesien) sterben 202 Menschen.
  • 28. Oktober 2002 - In Amman (Jordanien) wird ein amerikanischer Entwicklungshelfer erschossen.
  • 28. November 2002 - Bei einem Anschlag auf israelische Touristen in Kenia sterben 16 Menschen.
  • 30. Dezember 2002 - In Dschibla (Jemen) werden drei amerikanische Ärzte erschossen.

2003

  • 12. Mai 2003 - Bei einem Anschlag auf Ausländersiedlungen in Riad (Saudi-Arabien) sterben 35 Menschen.
  • 14. Mai 2003 - Bei einem Anschlag in einem Gerichtsgebäude im Jemen sterben vier Menschen.
  • 16. Mai 2003 - Bei fünf Anschlägen auf ausländische und jüdische Einrichtungen in Marokko sterben neben den Attentätern weitere 32 Menschen.
  • 7. Juni 2003 - Bei einem Anschlag auf einen Bus der deutschen Bundeswehr sterben in Afghanistan vier deutsche Soldaten.
  • 5. August 2003 - Vor einem Hotel in Jakarta sterben 12 Menschen.
  • 8. November 2003 - Bei einem Anschlag auf Ausländersiedlungen in Saudi-Arabien sterben 18 Menschen.
  • 15. November und 20. November 2003 - Bei vier (je zwei) Anschlägen in Istanbul sterben insgesamt 57 Menschen.

2004

  • 11. März 2004 - Bei Anschlägen auf vollbesetzte Pendlerzüge, in Madrid sterben 191 Menschen, etwa 1.500 werden verletzt.
  • 7. Oktober 2004 - In Taba und Ras Schitan (Moon Island Village) werden 34 Menschen ermordet.

2005

  • 7. Juli 2005 - Anschläge auf Londoner U-Bahn-Stationen und Busse. Es werden mindestens 700 Menschen verletzt und mindestens 56 Menschen getötet. In einem am 1. September 2005 auf Al Jazeera ausgestrahlten Video übernimmt Aiman az-Zawahiri die Verantwortung für die Bombenanschläge.
  • 23. Juli 2005 Drei Anschläge in Scharm El-Scheich in Ägypten ab 01:15. Mindestens 88 Menschen sterben bei einer Explosion einer Autobombe. Unter den Opfern befinden sich hauptsächlich Touristen, da die Autobombe in einem Hotel explodiert.
  • 19. August 2005 Die "Abdallah-Azzam-Brigaden" übernehmen die Verantwortung für die Raketenangriffe auf US-Kriegsschiffe und die israelische Stadt Eilat.
  • 28. August 2005: Im Süden der Philippinen kommt es zu einem Bombenattentat auf eine Personenfähre, bei dem mindestens 30 Personen verletzt werden. Die Behörden gehen davon aus, dass die al-Qaida nahe stehende Abu-Sayyaf-Gruppe hinter dem Anschlag steht.
  • 9. November 2005: Explosionsserie in drei jordanischen Luxushotels mit ca. 67 Toten und rund 300 Verletzten.

2007

  • 27. Dezember 2007: Attentat auf die pakistanische Oppositionsführerin Benazir Bhutto. Dass al-Qaida die Verantwortung trägt, wurde unmittelbar nach dem Anschlag von Seiten der pakistanischen Regierung unter Pervez Musharraf behauptet. Vertreter der al-Qaida weisen das von sich. Oppositionspolitiker, auch Vertreter der Pakistanischen Volkspartei der Bhutto vorstand, vermuten das Militär bzw. den Geheimdienst hinter dem Mord.(Der Standard: [1])

bekannte vermeintliche MitgliederBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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