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Anlage 1391 bzw. Facility 1391 ist ein Geheimgefängnis in Israel. Sein Standort wird von israelischen Behörden mit hohem Aufwand geheim gehalten. Es existieren zahlreiche Zeugenaussagen und Hinweise zu Menschenrechtsverletzungen in der Anlage.

Es soll ein bei Pardes Hanna im nördlichen Zentralisrael, in der Nähe der Grünen Linie und der Schnellstraße 65 (Hadera – Afula) befindlicher, ehemaliger Polizeiposten aus der britischen Mandatszeit sein. Die Anlage ist unter der Kontrolle der israelischen Armee und löste in ihrer Funktion vermutlich in den 1970er-Jahren den alten Militärposten in Gedera bei Tel Aviv ab. Die Geheimhaltung wird damit begründet, „Schaden von der Sicherheit des Landes abzuwenden“. Hinweise auf Landkarten und Luftaufnahmen wurden entfernt.[1] Einige Inhaftierte wurden zu Verwandtenbesuchen in das offenkundig nahegelegene Haifa gefahren.

InhaftierteBearbeiten

Nach Aussagen ehemaliger Inhaftierter wie Mustafa Dirani (Amal-Miliz) handelt es sich überwiegend um Gefangene aus der 18jährigen Besetzungszeit des Südlibanon (Operation Litani). Bis zur Operation Schutzwall (israelischer Einmarsch ins Westjordanland, April 2002) befanden sich in dem Verhörzentrum vermutlich überwiegend Ausländer wie Jordanier, Libanesen, Syrer, Ägypter und Iraner, darunter Abdel Karim Obeid (Hisbollah). Später waren es Palästinenser wie Marwan Barguti, Generalsekretär der Fatah. Vorübergehend Verhaftete unterlagen dem Schin Bet, der auch die Verhöre in normalen Gefangenenzentren unterliegen; Ausländer wurden von der Einheit 504 des Aman (Militärgeheimdienst) befragt.

MenschenrechtsverletzungenBearbeiten

Die schwedische Sektion der International Commission of Jurists brachte den Fall 2003 wegen Verstoßes gegen Beschlüsse der UN-Generalversammlung (Resolution 43/173 von 1988 [2]) und die Genfer Konvention III vor den Obersten Gerichtshof in Jerusalem. Danach ist den Inhaftierten, die zu 68 % der Folter unterzogen werden, der Zugang zu Anwälten und das Wissen um den Ort des Aufenthalts verwehrt, Familienkontakt nur selten möglich. [3] Es gibt fensterlose Isolationshaft in kleinen Zellen mit Dauerbeleuchtung, was als mentale Folter gilt und zum DDD-Syndrom führt.

BekanntwerdenBearbeiten

Die Verhaftungen im Zuge der Operation Schutzwall veranlassten HaMoked im Oktober 2002 per Gericht die Behörden zu zwingen ihre Klienten Haftrichtern vorzuführen und deren Aufenthalt bekanntzugeben. Amtlich bestätigt wurde dabei auch eine Anlage Barak; vermutet wird eine Weitere bei Tel Aviv namens Sarafend. Im Folgejahr erschienen Artikel in The Guardian [4] und Le Monde diplomatique.

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