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Banco Ambrosiano

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Banco Ambrosiano ist eine ehemalige Mailänder Bank.

Sie spielte eine wichtige Rolle in der Verschwörung um die Propaganda Due in Italien in den 1970er und 1980er Jahren. Während der späteren Untersuchung der Unregelmäßigkeiten in der Banco Ambrosiano wurde herausgefunden, dass ihr Präsident Roberto Calvi und seine Helfer mehr als 200 "Geisterbanken" gegründet hatten, um die Transaktionen zu verschleiern. Eine Bank auf den Bahamas, die Cisalpina, spielte dabei eine Schlüsselrolle. Die Bank diente offenbar der Geldwäsche, um Kokaingelder aus Lateinamerika mit Hilfe der World Finance Corporation in Miami in die legalen Finanzmärkte einzuschleusen.

Die Cisalpina wurde neben Calvi von dem Erzbischof Paul Casimir Marcinkus verwaltet, dem Chef der Vatikanbank, die ihrerseits an der Ambrosiano beteiligt war. Die illegalen Aktivitäten gerieten jedoch offensichtlich außer Kontrolle. Ein Milliardenschweres Finanzloch bei der Ambrosiano war entstanden, die Bank damit eigentlich am Ende. 1972 wurde die Idee entwickelt, durch gefälschte Wertpapiere das entstandene Loch zu stopfen. Zum Ankauf sollten 950 Mio US-Dollar aufgewendet, die Papiere offensichtlich durch die Mafia besorgt werden.

Der Präsident der Bank, Roberto Calvi, wurde 1982 wegen Geldwäsche, Unterschlagung und Beteiligung an einer langen Liste politischer und finanzieller Verbrechen angeklagt, zusammen mit Michele Sindona, Präsident der Franklin National Bank und Erzbischof Marcinkus.

Calvi tauchte unter, aber am 18. Juni 1982 wurde er tot hängend unter der Blackfriars Bridge in London, die Taschen mit Ziegelsteinen gefüllt, aufgefunden. Am selben Tag stürzte Calvis Sekretärin, Graziella Corrocher, aus einem Fenster der Bank in Mailand zu Tode. In beiden Fällen wurde sowohl von Selbstmord als auch von Mord gesprochen.

Die Bank brach 1987 zusammen und der Vatikan gab rund drei Milliarden US-Dollar als uneintreibbare Außenstände an.

Licio Gelli, Gründer der Loge P2, wurde auf der Flucht in der Schweiz verhaftet, konnte aber aus Schweizer Haft fliehen und nach Verfolgungsverjährung wieder in seine Heimat Italien zurückkehren. Bei der Aufklärung des Gesamtkomplexes kamen fünf Steuerfahnder der italienischen Polizei ums Leben.

Die Bank entstand Ende der 1980er Jahren als Nuovo Banco Ambrosiano wieder. Nach einer Fusion mit der Banca Cattolica del Veneto firmierte sie für einige Zeit unter Banco Ambrosiano Veneto (auch "Banco Ambroveneto" genannt). Nach der Fusion mit der Mailänder Sparkasse Cassa di Risparmio delle Provincie Lombarde ging sie 1998 in der neuen Großbank Banca Intesa auf.

Literatur Bearbeiten

  • Denis Robert, Ernest Backes: Das Schweigen des Geldes. Der Clearstream-Skandal. 2002, ISBN 3-85842-546-X
  • Yallop, David A: Im Namen Gottes? Der mysteriöse Tod des 33-Tage-Papstes Johannes Paul I. Tatsachen und Hintergründe, 2005, ISBN 978-3-499-61175-9

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