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Bundesbankbunker Cochem

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Der Bundesbankbunker Cochem war ein Bunker der Deutschen Bundesbank in Cochem (Rheinland-Pfalz) zur Aufbewahrung einer Notstandswährung. Von 1964 bis 1988 wurden in der streng geheimen Anlage bis zu 15 Milliarden Mark gelagert, die Deutschland im Falle einer Hyperinflation, verursacht durch den Kalten Krieg, vor einer nationalen Krise bewahren sollten. Seit 2016 ist er als Museum und Dokumentationsstätte der breiten Öffentlichkeit zugänglich als einmaliges Zeugnis jüngster bundesrepublikanischer Zeitgeschichte.

Geschichte Bearbeiten

Gerade die Bundesrepublik Deutschland war durch ihre Lage als Grenzstaat zwischen beiden Blöcken im Kalten Krieg gefährdet. Aus diesem Grund wurden in der Bundesrepublik diverse Sicherheitsvorkehrungen getroffen, wie der ebenfalls zu dieser Zeit gebaute Regierungsbunker bei Ahrweiler. Ein ähnlicher Bunker zur Aufbewahrung von Währungsreserven wurde von der damaligen Landeszentralbank Rheinland-Pfalz bei der Spechtmühle nahe Lorscheid im Landkreis Trier-Saarburg errichtet.[1]

Der geheime Bundesbankbunker Cochem wurde als geheimer Aufbewahrungsort einer Ersatzwährung gebaut. Der Geldbestand wurde alle drei Monate von einem Prüfer der Bundesbank stichprobenartig kontrolliert. Außer diesen Prüfern durfte niemand den Bunker betreten.

Seit der Vernichtung der Notstandswährung 1988 steht ein großer Teil des Bunkers leer. 1994 verkaufte die Deutsche Bundesbank die Anlage an die Volksbank Cochem. In einem Teil des Bunkers wurden Schließfächer für Kunden eingebaut, der größte Teil des Komplexes blieb jedoch unberührt.[2]

In 2014 wurde der Bunker, der mittlerweile sehr unter Feuchtigkeit gelitten hatte, abermals verkauft und in aufwendiger Restaurierung über ein Jahr lang renoviert, bevor er seit März 2016 als offizielles Museum eingeweiht werden konnte. Im Rahmen einer Führung ist der Bundesbankbunker von Mai-Oktober täglich zu besichtigen, in den Wintermonaten gelten geänderte Öffnungszeiten.

Lage und Aufbau Bearbeiten

Die Bunkeranlage wurde von der Deutschen Bundesbank zwischen 1962 und 1964 rund 30 Meter unter der Erdoberfläche errichtet.[3] Die Standortwahl fiel bewusst auf Cochem, da das Moseltal einen sehr guten Schutz beispielsweise vor einer atomaren Druckwelle bietet.

Der oberirdische Teil der Anlage war als Schulungsheim der Deutschen Bundesbank in einem Wohngebiet getarnt.[4] Der Bunker hat zwei Haupt- und zwei Notzugänge. Die Hauptzugänge sind zum einen im Keller des Schulungsheims und zum anderen getarnt als Doppelgarage, die Notausstiege im hinteren Teil des Gartens sind durch Bäume und Sträucher getarnt.

Zum Schutz des Bunkers wurde ein Sicherheitssystem mit Sensoren in den Wänden der Tresore installiert, die auf Erschütterungen und Lärm reagieren. Bei der Auslösung eines Alarms wurde automatisch die örtliche Polizei benachrichtigt, die jedoch nicht wusste, was sich im Bunker befand. Nur der Heimleiter konnte den Bunker betreten und mittels einer Gegensprechanlage Geräusche im Tresorraum abhören. Der Tresorraum selbst konnte nur von wenigen Mitarbeitern der Bundesbank aus Frankfurt betreten werden, da der zugehörige Schlüssel nicht vor Ort gelagert wurde.[5]

Der Bunker hätte im Falle eines Atomkrieges auch 175 Personen Schutz geboten, die hier zwei Wochen hätten überleben können. Es gab neben den Tresorräumen auch Schlaf- und Arbeitsräume sowie einen Funkraum mit einer direkten Verbindung zum Innenministerium. Die Anlage besitzt eine eigene Elektrizitätsversorgung und einen Tiefbrunnen. Die Versorgung mit atembarer Luft war über einen Sandfilter gewährleistet.

ErsatzwährungBearbeiten

Über den Sinn der Ersatzwährung gibt es folgende Vermutungen:

  • In der Zeit des Kalten Krieges gab es das Krisenszenario, dass die Staaten des Warschauer Pakts den Markt mit gewaltigen Mengen an gefälschten Markscheinen überschwemmen könnten, um so der Bundesrepublik und der westlichen Welt einen immensen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen.[6] Die Geheimhaltung diente dazu, dass der Ostblock der Verbreitung der Ersatzwährung nicht mit neuen Fälschungen begegnen konnte.
  • Eine andere Notfallsituation für die Ausgabe des Ersatzgeldes wäre eine Hyperinflation wie 1923 gewesen.
  • Weitere Hinweise dafür, dass das Geld für einen Kriegsfall gedacht war, ist die Existenz einer eigenen Berlin-Ausgabe und die Tatsache, dass auch Pfennig-Beträge mit Papiergeld realisiert wurden, denn in Kriegszeiten übersteigt der Wert des Metalls schnell den Nennwert der Münzen, was zum Einschmelzen der Münzen im großen Stil führen kann.

Durch die Lagerung der Ersatzwährung hätte man wesentlich schneller auf diese Bedrohungsszenarien reagieren können, als es im Falle einer erst zu entwickelnden neuen Notenserie möglich gewesen wäre.

Es sind zwei mögliche Ersatzwährungen bekannt, einerseits die Ersatzserie der Deutschen Mark (BBk II) und die Bundeskassenscheine. Es gibt nur wenige Informationen zu diesen Serien. Die Bundesbank und das Finanzministerium beschlossen 1988, sie zu vernichten. Die Gründe dafür sind nicht genau bekannt. Vermutlich war das Geld nicht mehr fälschungssicher genug; zudem war Bargeld durch den elektronischen Zahlungsverkehr nicht mehr so dringend notwendig.

Heute sind nur einige (gestohlene) Exemplare des Scheines zu 5 DM (1963, West-Berlin) sowie einige Bundeskassenscheine sind erhalten (da mit der Vernichtung eine private Entsorgungsfirma beauftragt wurde).[7]

Ersatzserie der Deutschen Mark „BBk II“Bearbeiten

Die Bundesbank stellte im Jahre 1962 eine Ersatzbanknoten-Serie mit den Nennwerten 10, 20, 50 und 100 DM unter der Bezeichnung „BBk II“ her. Diese wird auch „Bittrof-Serie“ genannt, nach dem Grafiker Max Bittrof, der die Scheine entworfen hatte. Die Scheine glichen (insbesondere auf der Vorderseite) sehr den Scheinen der zur gleichen Zeit entstandenen BBk I-Serie.[8] Zu der Ersatzserie gab es eine eigene Ausgabe nur für West-Berlin, in der es zusätzlich eine 5-DM-Note gab. Etwa 15 Mrd. Mark der Ersatzserie wurde 1964 bis 1988 im streng geheimen Bundesbankbunker Cochem gelagert.

BundeskassenscheineBearbeiten

hat es in Cochem nie gegeben, insofern gehört diese Info nicht an diese Stelle-bitte streichen.

Weblinks Bearbeiten

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