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Buttlarsche Rotte

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Die Buttlarsche Rotte (Eigenbezeichnung "christliche und philadelphische Sozietät") war eine 1702 von Eva Margarethe von Buttlar, dem Theologen Justus Winter und dem Medizinstudenten Johann Georg Appenfeller gegründete religiöse millienaristische Gemeinschaft und umfasste etwa 20 bis 70 Mitglieder.

Nach ihrem Erweckungserlebnis trennte sich die in Eisennach Eva von Buttlar 1697 von ihrem Ehemann, dem Hofmeister Jean de Vésias, und nahm auch nicht mehr an Gottesdiensten und Abendmahlsfeiern teil, woraufhin sie von aus der Gemeinde ausgeschlossen und des Landes verwiesen wird. Über ein netzwerk ähnlich gesinnter Kreise gelingt es ihr sich durch zuschlagen und sie findet Kontakt zu Justus Winter und Johann Georg Appenfeller, mit denen sie die philadelphische Sozietät gründet

Der Graf zu Sayn-Wittgenstein bot 1704 der Gruppe einen abgelegenen Hof in Saßmannshausen bei Laasphe zur Pacht an. Bald darauf kamen von der örtlichen Gemeinde Vorwürfe gegen die Gruppe auf welche diese der Unzucht, der Blasphemie, der Abtreibung und des zweifachen Säuglingsmordes bezichtigten. Die Gruppe wurde in Schloss Wittgenstein arrestiert, ihr gelang aber 1705 mit Hilfe des Grafen die Flucht, der als Gegenleistung den gesamten Besitz der Gruppe konfisziert.

Am 3. November 1705 erklärte Winter Eva zur Verlobten des Heiligen Geistes und Appenfeller zum göttlichen Sohn. 1706 erreichte das Treiben der Gruppe in Lügde bei Pyrmont seinen letzten Höhepunkt. Von dort durch Gerichtsspruch erneut vertrieben, zog von Buttlar, inzwischen mit Appenfeller verheiratet, nach Altona, wo sie keinen Anstoß mehr erregte. 1713 gebar sie hier ihr einziges Kind, einen Sohn. Er wurde als "Messias" bezeichnet. Die Sozietät bestand auch nach ihrem Tod im April 1721 noch fort, doch verliert sich nun ihre Spur.

Anschauungen Bearbeiten

Mit den philadelphischen Gruppierungen dieser Zeit teilte von Buttlar die entschiedene Ablehnung des verfassten Kirchentums und jeder konfessionellen Beschränkung, mit separatistischen Gruppierungen die Verachtung von Gottesdienst und Sakrament.

Nahezu alles, was darüber hinausging, ist zumindest in seinen Auswirkungen nur unter dem Oberbegriff des sektiererisch-sexualistischen Libertinismus zu fassen, insbesondere die eigenwillige Ausdeutung der Sophia-Spekulationen und des Mythos vom androgynen Urmenschen. Mit Winter als dem „Gottvater“ und Appenfeller als „Sohn“ stellte sie die sichtbare „himmlische Trinität“ dar, sich selbst als „himmlische Sophia“. Unter sehr „praktischer Anwendung“ des bereits bei Jakob Böhme und vor allem von Johann Georg Gichtel entwickelten mystischen Gedankens der Ehe des geistlichen Menschen mit der himmlischen Sophia, wurde die körperliche Einigung mit ihr, der „Mutter Eva“ als dem „Teich Bethesda“, vollzogen und der androgyne „Schöpfungszustand wiederhergestellt, die „fleischliche Vermischung als etwas heiliges“ (Winter) angesehen und so auch für die Mitglieder der „Rotte“ zur Glaubenspraxis verbindlich gemacht.

Eva von Buttlar ist in der Radikalität ihres Libertinismus einzig, dennoch nicht nur ein Sonderfall, sondern auch ein Teil des libertinären Pietismus

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