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Erich Friedrich Wilhelm Ludendorff (9. April 1865, ? 20. Dezember 1937) war unter Paul von Hindenburg Stabschef der dritten Obersten Heeresleitung (OHL) im 1. Weltkrieg.

Nachdem Krieg verbreitete er die Dolchstoßlegende, nahm an den gescheiterten Kapp- und Hitler-Putsch teil und war von 1924 bis 1928 Abgeordneter der "Nationalsozialistische Freiheitspartei". Er zog sich nach den für ihn gescheiterten Reichspräsidentenwahlen 1925 immer mehr zurück und erklärte sein Scheitern mit dem "Wirken überstaatlicher Mächte" (Jesuiten, Freimaurer, Juden, kommunistische Internationale) und widmete sich unter dem Einfluss seiner zweiten Frau Mathilde seiner eigenen Variante der jüdisch-freimaurerisch-bolschewistischen Weltverschwörungstheorie. Trotz dessen das die Nationalsozialisten selbst die Idee der Weltverschwörung teilten, erschien ihnen aber Ludendorffs Variante als zu Extrem bzw. Unglaubwürdig, weshalb sie sich immer weiter von ihm distanzierten.

LebenslaufBearbeiten

JugendBearbeiten

Am 9. April 1865 in Kruszewnia bei Schwersenz in der Provinz Posen geboren. Sein Vater war Rittergutsbesitzers und Reserveoffiziers und bestimmte Erich für die Offizierslaufbahn. Nach seiner Ausbildung im Kadettenkorps Plön und an der Hauptkadettenschule in Groß-Lichterfelde in den Jahren 1877 bis 1882 durchlief Ludendorff zunächst die übliche Karriere eines Generalstabsoffiziers. 1912 wurde er als Regimentskommandeur nach Düsseldorf versetzt, 1914 zum Brigadekommandeur in Straßburg befördert.

1. WeltkriegBearbeiten

Für die Besetzung der Zitadelle in Lüttich am 6. August 1914 durch Ludendorfs Brigade erhielt dieser den Kriegsorden Pour le Merite.

Am 22. August 1914 wurde er zum Chef des Generalstabs der 8. Armee berufen. Mit Hindenburg errang er dabei Siege in der Schlacht bei Tannenberg und der Masurenschlacht.

Am 29. August 1916 stieg er, nach der Entlassung von Erich von Falkenhayns, als Erster Generalquartiermeister mit Paul von Hindenburg zum eigentlichen Kopf der dritten OHL auf, durch die schwache Stellung des Kaisers Wilhelm II. eine faktische Militärdiktatur bildete. Ludendorff war der eigentliche militärische Entscheidungsträger, während Hindenburg eher repräsentative Pflichten übernahm.


uneingeschränkter U-BootkriegBearbeiten

Unter ihm wurde im Februar 1917 der uneingeschränkte U-Bootkrieg, der schon 1915 zur Versenkung der RSS Lusitania geführt hatte, wieder aufgenommen um die völkerrechtswidrige englische Seeblockade zu brechen. Nachdem am 24. März 1916 der französische Passagierdampfer Sussex versenkt wurde, wobei wieder US-Amerikaner starben, machte die USA ein Ultimatum, woraufhin man sich von Deutscher Seite verpflichtete das Prisenrecht einzuhalten.

Aufgrund der weiteren Fortsetzung und Verschärfung der Seeblockade, entschied sich der Kronrat am 9. Januar 1917 für eine weitere fortsetztung des uneingeschränkten U-Bootkrieges, woraufhin die USA bald darauf die Beziehungen abbrach und dem Deutschen Reich den Krieg erklärte.

Ein Zug für LeninBearbeiten

Zur Destabilisierung Russlands ließ die OHL Lenin und anderen prominenten Kommunisten in einem versiegeltem Zug von der Schweiz, über Deutschland, Schweden, Finnland zurück nach Russland bringen, wo sie die Revolution weitertreiben (Oktoberrevolution) und so Russland zu einem Friedenvertrag zwingen sollten. Dies sollte Deutschland endlich aus dem verhängnisvollen Zwei-Fronten-Krieg befreien.

PropagandaBearbeiten

Ludendorff ließ am 13. Januar 1917 das Bild- und Filmamt (Bufa), Vorläufer der Ufa, zur psychologischen Kriegsführung mittels Film einrichten. Ludendorf wollte sogar einen eigenen Konzern schaffen der vom Staat gesteuert nationale Interessen propagieren sollte. Am 18. Dezember 1917 schlossen sich mehrere private Filmfirmen zur Universum-Film AG (Ufa) zusammen, die mit 7 Millionen Reichsmark von Kriegsministerium, Regierung und der Deutschen Bank ein Startkapital erhielten. Aufsichtsratsvorsitzender wurde der Direktor der Deutschen Bank, Emil Georg von Stauß.


Kurt TucholskyBearbeiten

Ludendorff oder Der Verfolgungswahn
Theobald Tiger, Die Weltbühne, 06.11.1928, Nr. 45, S. 700
Hast du Angst, Erich? Bist du bange, Erich?
Klopft dein Herz, Erich? Läufst du weg?
Wolln die Maurer, Erich - und die Jesuiten, Erich,
dich erdolchen, Erich - welch ein Schreck!
Diese Juden werden immer rüder.
Alles Unheil ist das Werk der .'..'. Brüder.
Denn die Jesuiten, Erich - und die Maurer, Erich -
und die Radfahrer - die sind schuld
an der Marne, Erich - und am Dolchstoß, Erich -
ohne die gäbs keinen Welttumult.
Jeden Freitag abend spielt ein Kapuziner
mit dem Papste Skat - dazu ein Feldrabbiner;
auf dem Tische liegt ein Grand mit Vieren -
dabei tun sie gegen Deutschland konspirieren ...
Hindenburg wird älter und auch müder ...
Alles Unheil ist das Werk der .'..'. Brüder.
Führst du aus dem Schlaf? Die blaue Brille
liegt auf deinem Nachttisch wohl bereit?
Hörst du Stimmen?
Das ist Gottes Wille,
Ludendorff, und weißt du, wer da schreit ?
Hunderttausende, die jung und edel
sterben mußten, weil dein dicker Schädel
sie von Grabenstück zu Grabenstück gehetzt
bis zuletzt.
Ackerkrume sind, die Deutschlands Kraft gewesen.
Pack die Koffer! Geh zu den Chinesen!
Führ auch die bei ihren Kriegen!
Ohne Juden wirst du gleichfalls unterliegen.
Geh nach China! Und komm nie mehr wieder !
Alles Unheil ist das Werk der Heeresbrüder.

siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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