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European Kings Club

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Der European Kings Club (EKC) war ein betrügerisches Pyramidensystem mit sektenhaften Zügen. Als das Systhem 1994 zusammenbrach hatten die Leiter des Clubs (Damara Bertges, Hans-Günther Spachtholz, Andreas Rast und Harald Bertges) von über 94000 Menschen ungefähr 2 Milliarden Mark erschwindelt.

GeschichteBearbeiten

Damara Bertges, die aus eher einfachen Verhältnissen stammte, gründete 1991 den German Kings Club und gewann über ihn die Unterstützung von Hans Günter Spachtholz, der schon zuvor mit Kettenspielen Erfahrungen gesammelt hatte. Der angeblich nicht gewinnorierentierte Verein begann sofort mit dem Verkauf seiner ominösen Letter. 1992 erklärte das Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen diesen Wertpapierhandel für illegal, was schlicht damit umgangen wurde, dass man sich fortan European Kings Club nannte.

Auch wenn die Staatsanwaltschaften in Deutschland und der Schweiz schon 1992 auf das Geschäft aufmerksam geworden waren, dauerte es 2 Jahre bis es in der Schweiz Razzien in Büros des EKC gab. Als der Club für illegal erklärt wurde protestierten die Mitglieder dagegen und es gab sogar Morddrohungen gegen den Untersuchungsrichter.

Doch das System selbst begann bereits zu bröckeln. Nach dem die Rendite zunächst auf 40% gesenkt worden war, war der EKC im Oktober 1994 in der Schweiz zahlungsunfähig. Man verlegte kurzerhand die Führung des Geschäfts nach Dublin benannte sie in EKC Re-Insurance um und machte in der BRD weiter wie bisher. Auch als im September 1994 Führrungsmitglieder des EKC kurzzeitig inhaftiert wurden ging das Geschäft weiter. Vor 5000 Anhängern rief die Präsidentin im Oktober noch herraus "Glaubt es, und geht mit uns. Geht einfach den Weg mit. Wir haben noch soo einen kleinen Schritt. Und es passiert uns gar nichts mehr", einen Monat später wurde sie in Österreich verhaftet.

Im März 1996 kam es zum letztendlichen Konkurs. Der finanzielle Schaden der Anleger wurde auf die Rekordsumme von 500-850 Millionen Mark geschätzt, nur 3,5 Millionen Mark konnte man in dem Unternehmen noch finden. Der Rest des Geldes wurde offenbar gewaschen und konnte nicht mehr verfolgt werden. Im Prozess kamen einige Verbindungen zu anderen Betrügern, unter anderem der italienischen Mafia, zur Sprache.

Im November 1995 trat Hans Günter Spachtholz als Kronzeuge auf, woraufhin bald auch alle anderen auspackten. Einzig und allein die Präsidentin Damara blieb bei ihrer Ansichten.

1997 wurde die Präsidentin Damara Bertges wegen Betruges und Gründung einer kriminellen Vereinigung verurteilt. Dennoch hat sie bis heute ihre Anhänger, die sich in Interessensgemeinschaften zusammenschlossen. In der Schweiz wurde sogar eine die EKC Partei gegründet

SystemBearbeiten

GeldmachereiBearbeiten

Der EKC bot seinen Mitglieder an sogenannte Letter für 1200 Mark + 200 Mark Verwaltungsgebür zu kaufen. Für jeden Letter garantierte man 200 Mark monatlich für ein Jahr, also insgesammt 2400 Mark zurück. Jedem stand es natürlich frei soviele Letter wie er wollte zu kaufen, so dass von einigen Kredite aufgenommen und sogar ganze Millionen investiert wurden. Über die Herkunft dieser Gewinne wurden die Menschen im Dunkeln gelassen, angeblich investierte man in neue Wirtschaftsbereiche die einen 1000%igen Gewinn versprachen.

Was wirklich dahinter steckte war eigentlich ganz einfach: Mit dem Geld der neuen Mitglieder zahlte man die alten aus und das ging solange gut, solange es genügend Neuanleger gab. Die charismatische Präsidentin erhielt von jedem Brief rund 10 Mark, woraus sich die stolze Summe von 14 Millionen Mark ergab.

AnwerbungBearbeiten

Um den Mitgliedern zu zeigen das dies alles kein fauler Zauber war, konnten sie dabei zusehen wie andere Mitglieder sich das Geld auf der Versammlung des EKC abholten. Zusätzlich wurde die Stimmung auf diesen Werbeveranstalltungen von professionellen Werbern aufgeheizt. Man warb sogar mit dem ehemaligen Sowjet-Chef Michail Gorbatschow.

Mitglieder wurden von dem Club für seine Zwecke eingesetzt. Seminare, Verkaufsschulungen, häufige Meetings, Hymne und teure Werbegeschenke banden sie an den Club und schulten sie darin auch Freunde und Bekannte über ihre Möglichkeiten zu informieren, so dass letztendlich halbe Dörfer in die Letter investierten. Für das Anwerben eines Mitglieds gab es zusätzlich 110 Mark Provision.

Über die Vereinszeitschrift "Civilcourage" wurden vor allem ideologische Inhalte (siehe unten)verbreitet und dem Leser geraten: "Wenn Sie Schlechtes über uns hören oder lesen, glauben Sie es einfach nicht"

Ideologie des ClubsBearbeiten

Der Club stellte sich als Retter des kleinen Mannes dar, der ihm die Gewinne geben wollte die ihm die Banken vor enthielten und ihn vor der Ausbeutung durch die Europäische Gemeinschaft und die Freimaurer schützen wollte.

Grade in der Zeit der Prozesse gegen den Club wurde diese Ideologie deutlich, als die Mitglieder, um ihr angelegtes Geld fürchtend, den Großbanken die Schuld gaben und sie hinter den Machenschaften sahen.

Immer noch gibt es einige Unermüdliche die an die Ziele des Clubs glauben. Ein ehemaliges EKC-Mitglied gründete sogar die EKC-Partei und verschenkt Jan van Helsings "Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20. Jahrhundert" als Pflichtlektüre.

QuelleBearbeiten

  • Frank Nordhausen, Liane v. Billerbeck: Psycho-Sekten - Die Praktiken der Seelenfänger ISBN 3596142407

WeblinksBearbeiten

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