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Als Flache Erde wird die Vorstellung bezeichnet, das die Erde eine Scheibe ist. Diese Vorstellung wurde vor allem in frühen Kulturen vertreten; z.B. ist im Alten Testament mehrmals von Enden des Himmels oder der Erde die Rede [1].

In der Antike setzte sich mit Pythagoras (6 Jh. v.d.Z.) und Aristoteles (4. Jh. v.d.Z.) die Vorstellung von der Kugelgestalt der Erde durch, welche durchgängig bis heute vertreten wird.

Heute vertritt vor allem die Flat Earth Society die Vorstellung einer flachen Erde. In den 2010er Jahren erlangten Flach-Erde-Theorien eine größere Verbreitung.

Flache-Erde-TheorieBearbeiten

VerschwörungBearbeiten

Die Flache-Erde-Theorien sehen eine Weltverschwörung am Werk, welche die Kugelgestalt der Erde propagiere. Hauptziel sei hierbei Religionen und so letztendlich Gott abzuwerten, da sich in vielen alten religiösen Texten Hinweise auf eine flache Erdgestalt finden. Entsprechend kommen viele Flach-Erde-Theoretiker eher aus einem religiös Fundamentalistischen Milieu, welches an eine satanische Weltverschwörung mit dem Ziel einer Neuen Weltordnung glaubt.

Ein weiteres Ziel seien die von Freud benannten drei Kränkungen der Menschheit, welche die Menschen den Glauben nahmen das Zentrum des Universums zu sein und entsprechend seinen Selbstwert reduzierten. Die kosmologische Kränkung ist hierbei das kopernikanische Weltbild, welches die Erde aus dem Zentrum des Universums rückte, die biologische Kränkung ist die Evolutionstheorie, welche den Mensch als nur ein weiteres Tier darstellt, und die psychologische Kränkung, welche Freud für sich selbst in Anspruch nahm, ist die Erkenntnis das Menschen Großteils vom Unterbewussten und sexuellen Trieben geleitet seien.

ArgumentationBearbeiten

Viele Argumente der Wissenschaft werden von Flach-Erde-Theoretikern verworfen, da die akademische Wissenschaft als Teil der Verschwörung gesehen wird. Fotos der Erde aus dem Weltraum, Satelliten und Raumstationen, die Mondlandung und Weltkarten seien allesamt gefälscht, insbesondere NASA-Publikationen werden von vorne herein als Propaganda abgelehnt.

Mittelalter und die ErdscheibeBearbeiten

Heute herrscht weiterhin der Irrglaube, dass im Mittelalter die Ansicht vertreten wurde, die Erde sei eine Scheibe.

Tatsächlich handelte es sich hierbei um neuzeitlichen Geschichtsrevisionismus, denn zahlreiche historische Quellen des Mittelalters, die selbst oft auf Aristoteles aufbauen, beschreiben die Erde als Kugel. Auch der Reichsapfel symbolisiert den Erdball.

Bei dem häufig als Beleg angeführten Prozess gegen Galileo Galilei ging es nicht um die Form der Erde, sondern um ihre Stellung im Kosmos. Die Kirche vertrat, aufbauend auf Aristoteles, die Ansicht, dass die Erde im Mittelpunkt des Universums stand (woraus man auch die Kugelgestalt ableitete), Galilei hingegen vertrat die Ansicht die Sonne stünde im Zentrum, konnte hierfür aber keine Beweise liefern. Letzteres gelang erst Johannes Kepler.

Auch Columbus' Seeleute fürchteten nicht, vom Rand der Erdscheibe zu stürzen, tatsächlich hatte Columbus aber den Erdumfang als weit kleiner eingeschätzt und glaubte deshalb, in Indien angekommen zu sein, als er Amerika betrat. Die Ureinwohner werden deshalb bis heute als Indianer bezeichnet.

Ursprünge dieser Geschichtslüge finden sich bei Kopernikus, der seine Kritiker mit dem spätantiken Erdscheiben-Theoretiker Laktantius verglich. Zahlreiche Schriften aus seinem Gefolge werteten die wissenschaftlichen Errungenschaften des Mittelalters ab. [2]

siehe auchBearbeiten

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