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Freie Energie bezeichnet eine angeblich nahezu unerschöpfliche Energieform, welche im uns umgebenden Raum verfügbar sein soll und mittels spezieller Maschinen (Freie-Energie-Konverter) nutzbar gemacht werden kann, deren Nutzung aber durch den Einfluss der Energiewirtschaft, insbesondere Erdöl. Kohle und Kernkraft, unterdrückt wird. Andere Bezeichnungen sind Raumenergie, Vakuumenergie, Tachyonenenergie, Nullpunktenergie und Orgon.

In den Naturwissenschaften wird die Existenz von freier Energie und somit die Möglichkeit freier-Energie-Maschinen bezweifelt, da sie gegen bestehende Naturgesetze verstoßen. Es gab bisher kein einziges unabhängig geprüftes, gelungenes Experiment zum Nachweis freier Energien. Demhingegen sind unzählige Geschäftsmodelle rund um die freie Energie bekannt, mit denen Menschen um ihr Geld betrogen wurden, manche bis zum Ruin.

Freie Energie ist nicht zu verwechseln mit der Helmholtz-Energie oder der Gibbs'schen freie Energie, welche in der akademischen Wissenschaft als freie Energie bezeichnet werden.

Theorien zur Entdeckung und WirkungsweiseBearbeiten

Heutige Theorien führen die Erforschung der "freien Energie" meist bis ins 19. Jahrhundert zurück, wobei ein Forscher, der Erfinder Nikola Tesla (Namensgeber der Einheit für magnetischen Flussdichte), wie kaum ein anderer Raum für Spekulationen bietet. Tesla hat zahlreiche bedeutende Erfindungen gemacht (von denen die bekannten allerdings ohne freie Energie auskommen) und gilt als Wegbereiter des Wechselstroms. Insbesondere sein unveröffentlichtes Spätwerk, welches nach seinem Tod angeblich von US-Behörden beschlagnahmt und nie wieder freigegeben wurde, liefert Anlass für die Spekulation, Tesla hätte einen Durchbruch im Feld der freien Energie gemacht.

Andere häufig genannte Erforscher der freien Energie sind Viktor Schauberger und Wilhelm Reich ("Orgon").

ÄthertheorieBearbeiten

Insbesondere der Umstand, dass die freie Energie im 19. Jahrhundert entdeckt wurde, ließ die Vermutung aufkommen, dass sie mit der in dieser Zeit populären Äther-Theorie zusammenhängt. Die Äther-Theorie postuliert ein den ganzen Raum durchdringendes Medium, in dem Lichtwellen schwingen könnten, ebenso wie Wasserwellen in Wasser und Schallwellen in Luft schwingen.

Mit dem Michelson-Morley-Experiment wurde die Äther-Theorie verworfen. Das Experiment sollte ursprünglich zeigen, dass die Lichtgeschwindigkeit nicht konstant ist, da sie durch die Eigenbewegung des Äthers beeinflusst würde. Tatsächlich zeigte aber jeder Versuch, dass die Lichtgeschwindigkeit in Vakuum konstant ist, wodurch die Theorie des Äthers widerlegt scheint. Aus der empirischen Erkenntnis, dass die Vakuum-Lichtgeschwindigkeit eine absolut Größe ist, entwickelte sich die Relativitätstheorie.

Das hält Anhänger der Freie-Energie-Theorie allerdings nicht davon ab, den angeblich überall im Raum vorhandenen Äther als Quelle der freien Energie zu sehen.

NullpunktenergieBearbeiten

Die Nullpunkt- oder Vakuumenergie eines quantenmechanischen Systems ist die Energie seines Grundzustands, der niedrigste Eigenwert des Energieoperators. Einfach gesagt handelt es sich also bei der Nullpunktenergie um die geringste Energie, die ein quantenmechanisches System annehmen kann und diese Energie ist größer als Null.

In einigen Theorien zur Freien Energie wird behauptet, man könne diese Nullpunktenergie nutzbar machen. Viele Physiker widersprechen dem. Da die Nullpunktenergie aus der Quantenmechanik folgt und die tiefste mögliche Energie eines Systems ist, ist es nicht möglich das System in einen tieferen Energiezustand zu überführen (Zumindest nicht ohne gleichzeitig die Quantenmechanik, welche ja der Ursprung des Begriffs der Nullpunktenergie ist, zu widerlegen).

siehe auch: Casimir-Effekt

Freie-Energie-MaschinenBearbeiten

WasserautoBearbeiten

Das Wasserauto (nicht zu verwechseln mit Wasserstoff-Verbrennungsmotoren) gehört zu den bekanntesten Maschinen, die angeblich freie Energie nutzen. Nach den gängigsten Erklärungen, soll das Auto während der Umwandlung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff in einer elektrolytischen Aufspaltung Energie gewinnen. Dies widerspricht der gängigen Physik, nach der bei der Aufspaltung von Wasser zu Wasserstoff und Sauerstoff genau soviel Energie gebunden wird, wie bei der Oxidation von Wasserstoff frei wird. Das Wasserauto könnte also nur dann fahren, wenn der Wasserstoff lediglich dazu diente, eine Reaktion zu begünstigen, welche unserer Aufmerksamkeit entgangen ist.

WeitereBearbeiten

KritikBearbeiten

BegriffsdurcheinanderBearbeiten

Freie Energie und die mit ihr verbundenen Theorien und Maschinen werden in der Regel mit einem bunten Sammelsurium aus Begriffen beschrieben, welche meist aus der Physik entlehnt sind.

Es wird kritisiert, dass diese Begriffe meist aus dem wissenschaftlichen Kontext gerissen sind.

So beschreibt Nullpunktenergie etwa den niedrigsten Energiezustand eines physikalischen Systems, welche in einigen Fällen, wie dem harmonischen Oszillator, größer ist als die klassisch zu erwartende Minimalenergie. Vertreter der freien Energie suggerieren, dass man diese Energie nutzbar machen könnte, also das System in einen noch kleineren Energiezustand überführen könnte.

Tachyonen, welche von einigen Theorien angeführt werden, konnten in der akademischen Wissenschaft nie nachgewiesen werden und werden bislang nur als eine hypothetische Möglichkeit betrachtet.

WissenschaftlichkeitBearbeiten

Aus Perspektive der akademischen Wissenschaft stellt die freie Energie eine unbelegte Hypothese dar, weil aus ihrer Sicht kein reproduzierbares Experiment die der freien Energie zugeschriebenen Effekte belegt hätte. Entsprechend wird nach Ockhams Rasiermesser die Annahme der freien Energie als unwissenschaftlich betrachtet.

Oftmals wird kritisiert, dass beobachtete Phänomene von Vertretern der freien Energie leichtfertig der freien Energie zugeschrieben werden, während andere, auf den bekannten physikalischen Gesetzmäßigkeiten beruhende Erklärungsansätze völlig außer acht gelassen werden. Auch ließe sich die freie Energie dazu benutzen, fragwürdige unbewiesene Effekte zu "erklären".

Perpetuum mobileBearbeiten

Viele Freie-Energie-Maschinen stellen tatsäche Perpetua mobilia der ersten Art dar, also Maschinen, die Energie aus dem nichts erschaffen ("Over unity"). Solche Maschinen widersprechen dem Energieerhaltungssatz und gelten deshalb als nicht möglich.

Das Postulat der freien Energie, welches die hinzukommende Energie erklären soll, stelle den Versuch dar, diesen Maschinen bzw. ihren Funktionsweisen einen Anschein von Wissenschaftlichkeit zu geben. Zum Teil verschwimmen auch die Begrifflichkeiten und freie Energie wird mit einer aus dem nichts entstehenden Energie gleichgesetzt.

Schwierige ÜberprüfbarkeitBearbeiten

Einige Freie-Energie-Konverter sollen angeblich von Fachmännern in Augenschein genommen worden sein und funktioniert haben.

Hierbei stellt sich allerdings das Problem, dass es u.U. selbst einem Fachmann schwer fallen dürfte, zu erkennen, ob, "wenn in einen Kasten Energie reingeht und am anderen Ende mehr Energie rauskommt", in einer solchen Maschine nicht doch „ rein zufällig“ eine kleine altbekannte Energiequelle (z.B. eine Batterie) versteckt ist.

Ein wirklicher Nachweis besteht erst, wenn die Maschine von weiteren Personen nachgebaut werden kann und das Phänomen reproduzierbar ist.

Baupläne für solche Maschinen existieren tatsächlich im Internet, allerdings nutzen diese dann oft schwierig messbare Effekte, wie etwa eine Batterie mit kurzen Spannungsspitzen zu laden, welche bei der für Laien verfügbaren Messtechnik oft zu großen Fehlern führen.

RisikenBearbeiten

Negative Seiten der freien Energie werden von ihren Vertretern oftmals nicht betrachtet, sie sehen sie als sauber, unerschöpflich und völlig unbedenklich, selbst wenn einige von ihnen zugeben, dass ihnen der genaue Wirkmechanismus hinter der freien Energie nicht bekannt ist.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass zur Zeit der Entdeckung einer neuen Energiequelle, deren Gefahren noch unbekannt sind (so war man sich bei Bau der ersten Kohlekraftwerke nicht der Bedeutung von CO2 als Treibhausgas bewusst (Globale Erwärmung)) oder die Gefahren wurden heruntergespielt, wie bei der Kernkraft.

GefahrenBearbeiten

Einige assozieren die freie Energie mit der dunklen Energie. Wenn dem so wäre, bestünde die Gefahr, dass durch ihre exzessive Nutzung das Gleichgewicht unseres Universums empfindlich gestört wird, denn die dunkle Energie ist eng verbunden mit der Expansion des Universums und ihre Verringerung würde ein Big-Crunch-Szenario, bei dem das Universum wieder zu einem Punkt zusammenfällt, wahrscheinlicher machen bzw. beschleunigen. Dieser Einwand ist allerdings angesichts der Größe des Alls und der Menge an dunkler Energie nicht wirklich ernstzunehmen.

ErschöpfungBearbeiten

Unter der Annahme das freie Energie endlich ist, folgt daraus zwangsläufig, dass sie bei Nutzung auch irgendwann aufgebraucht ist. Untersuchungen zur Ermittlung der Menge der freien Energie finden nicht statt, viel mehr wird sie als so unerschöpflich beschrieben, wie auch das Erdöl am Anfang seiner Förderung erschien (vgl. Peak oil). Allerdings stellt auch dieser Einwand kein ernsthaftes Risiko dar. Die uns bekannten Zivilisationen jedenfalls sind in ihrer Gesamtheit und auf lange Dauer nicht in der Lage die Menge an theoretisch verfügbarer freier Energie auch nur so anzukratzen, dass eine Verringerung spürbar sein könnte; abgesehen davon, ist die Annahme, dass freie Energie endlich sein könnte, reine Spekulation (genau wie ihr Vorhandensein).

Unterdrückung der Freien Energie-TechnologieBearbeiten

Grund für die Unterdrückung der freien Energie seien vor allem Machtinteressen, welche mit Erdöl, Kohle, und allen anderen Energie-Industrien verbunden seien. Da man freie Energie weder verkaufen noch besitzen kann, würden bisherige Energie-Konzerne ihre Bedeutung verlieren, sollte sich die freie Energie durchsetzen, weshalb sie dies angeblich mit allen Mitteln verhindern würden.

Auch würden durch die freie Energie viele Wirtschaftszweige, die nur aufgrund hoher Energiepreise existieren, überflüssig werden, was zu Massenarbeitslosigkeit führen und das kapitalistische Verteilungssystem zum Kollabieren bringen würde. Somit läge es auch im Sinne der Regierungen, solch gewaltige politische Umwälzungen zu verhindern, um ihre eigenen Positionen zu sichern.


Auch könnte man sich mit der Monopolisierung der freien Energie einen Vorteil für die Zukunft verschaffen. Mit der freien Energie ließe sich etwa bedeutender Schritt zur Eroberung des Weltraums machen (UFO-Technologie), wobei es natürlich von Vorteil ist, als erster fremde Himmelskörper zu besetzen.(vgl. Alternative 3)

siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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