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Die Freimaurer sind eine in unabhängige Logen eingeteilte Initiationsgemeinschaft, welche die geistige und ethischen Vervollkommnung ihrer Mitglieder anstrebt. Die Freimaurerei ging vermutlich aus mittelalterlichen Bauhütten hervor. Die spekulative Freimaurerei entwickelte sich vermutlich im 17. Jahrhundert und blühte besonders im Zeitalter der Aufklärung.

Die Freimaurerei verfügt über geheime Riten und Zeremonien, welche allerdings oft schon in einschlägiger Literatur veröffentlicht sind. Beim Eintreten in die Loge verpflichtet man sich zur Verschwiegenheit um die Privatsphäre zu wahren. Auch die Mitgliederlisten sind aus diesem Grund geheim. Diskussionen über Politik und Religion sind innerhalb der meisten Logen, gemäß der Alten Pflichten, untersagt.

Dennoch erweckt diese Geheimhaltung bei vielen Misstrauen und einige religiöse Institutionen wie die katholische Kirche sehen durch die Freimaurerei ihr Ethikmonopol gefährdet. Nicht zuletzt gibt es auch bekannte Fälle, wie etwa die Propaganda Due, in denen das Kleid der Freimaurerloge für kriminelle Aktivitäten genutzt wurde. Dies lässt Raum für zahlreiche Verschwörungstheorien um die Freimaurer.

Selbstbild der FreimaurereiBearbeiten

Die Freimaurerei distanziert sich davon als religiöse oder gar politische Vereinigung betrachtet zu werden. Innerhalb der Logen sind Diskussionen über Religion und Politik in der Regel noch nicht einmal erlaubt. Ebenso wenig glaubt man sich im sich im Besitz eines Geheimwissens.

Man sieht sich selbst in der Tradition der Aufklärung, mit ihren humanistischen Werten wie religiöser Toleranz, Demokratie, Menschenrechten, Gewaltenteilung, Trennung von Staat und Religion, Emanzipation des Einzelnen von den Autoritäten der Kirche, die Verminderung der übertriebenen Machtstellungen innerhalb bestehender Hierarchien.

Dennoch hat die Freimaurerei eine sicher nicht zu verleugnende christliche Prägung, die sich im Symbol des Allmächtigen Baumeisters aller Welten wieder findet, der wiederum durch das Symbol des Allsehenden Auges dargestellt wird.

Laut der Freimaurer sollen die Grundsätze Duldsamkeit, geistige Freiheit, Wohltätigkeit, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Bruderschaft zu Fortschritt führen.

Diese ethischen Werte soll der Freimaurer in sein alltägliches Leben mit hinein tragen.

Aussagen von FreimaurenBearbeiten

Für ein besseres Verständnis sind dieser Stelle einige Aussagen von Freimaurern ( http://www.freimaurer.org ) eingefügt:
Über die Geheimnisse, die sich um die Freimaurer ranken:
Ein wenig Geheimnis muss sein, sonst sind wir keine Freimaurer mehr. Dass manche Leute das mit Absicht missverstehen - damit müssen wir leben. Das 'Geheimnis' besteht ja eigentlich nur noch darin, dass wir bei unseren Zeremonien im Tempel unter uns bleiben wollen, und das soll auch so bleiben. Über alles Andere kann man sich informieren, selbst die Textbücher zu den Zeremonien kann man im Internet oder in großen Bibliotheken finden.
Über die Ziele der Freimaurer:
... Freimaurer, die in bruderschaftlichen Formen und durch Überkommene rituelle Handlungen menschliche Vervollkommnung erstreben. In Achtung vor der Würde jedes Menschen treten sie ein für die freie Entfaltung der Persönlichkeit und für Brüderlichkeit, Toleranz und Hilfsbereitschaft und Erziehung hierzu. Glaubens-, Gewissens- und Denkfreiheit sind den Freimaurern höchstes Gut. Freie Meinungsäußerung ... ist Voraussetzung freimauerischer Arbeit. Die Freimaurer sind durch ihr gemeinsames Streben nach humanitärer Geisteshaltung miteinander verbunden, sie bilden keine Glaubensgemeinschaft. ...
Über die politische Stellung der Freimaurer: Die freimaurerische Arbeit ist grundsätzlich unpolitisch, die sog. 'Alten Pflichten' untersagen es sogar, in der Loge Streitgespräche über Politik oder Religion zu führen. Die Arbeit in der Loge soll den einzelnen Freimaurer motivieren, die freimaurerischen Ziele 'Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit' in seinem Einflussbereich zu verwirklichen. Als Gruppe oder Organisation kann die Freimaurerei nicht politisch agieren, weil jeder Bruder die Freiheit seiner politischen Meinungsbildung hat.

OrganisationsstrukturBearbeiten

LogeBearbeiten

Die kleinste Einheit der Struktur bildet die Loge die wie ein Verein organisiert ist. Einzelne Mitglieder übernehmen in ihnen die Aufgabe des Schatzmeisters und des Schriftführers (Sekretär), diese bilden meist einen Beamtenrat. Zusätzliche Aufgaben die an Mitglieder verteilt werden können sein: Redner, Schaffner (zuständig für das Haus und die Verpflegung), der Gabenpfleger, Musikmeister, Archivar, Zeremonienmeister. Auch können Ausschüsse wie etwa ein Aufnahmeausschuss und ein Ehrengericht gebildet werden.

Vorsitzender einer Loge ist der Meister vom Stuhl, der insbesondere mit den Beamten an der rituellen Arbeit mitwirkt. Des Weiteren gibt es einen Ersten und Zweiten Aufseher die den Meister vom Stuhl eventuell vertreten und jeweils einem Teil der Logenbrüder (eingeteilt in zwei Kolonnen) vorstehen.

Der Übertritt von einer Loge in eine andere (Affiliation) kommt hin und wieder vor. Austritte sind selten. Tritt ein Mitglied aus der Loge aus, spricht man von "Deckung". Ist er seinen Verpflichtungen nachgekommen, von "ehrenvoller Deckung". 

Liste der Logen

Johannesloge/ Blaue LogeBearbeiten

Die Johanneslogen, nach Johannes dem Täufer, befassen sich mit der blauen Maurerei, also den drei Graden Lehrling, Geselle und Meister. Prinzipiell ist in diesen drei Graden die Essenz der Freimaurerei enthalten, dennoch besteht die Möglichkeit in weiteren, so genanten Hochgraden aufzusteigen.

Andreas-Loge/ Rote LogeBearbeiten

Datei:Grossloge London.JPG
Die Mitarbeit in den Hochgraden setzen den Meistergrad der blauen Maurerei voraus. Sie unterscheiden sich jeweils nach dem ihnen zugrunde liegenden Ritus oder System. Die meist verbreiteten Riten sind der York-Ritus und der Schottische Ritus.

Großloge/GroßorientBearbeiten

Einzelne Logen schließen sich unter einem Dachverband, der so genannten Großloge bzw. dem Großorient zusammen. Vor der Gründung der United Grand Lodge of England (UGLoE) 1717 gab es in England und Frankreich nur unorganisierte Logen.

Siehe auch: Liste von Großlogen

RegularitätBearbeiten

Als Regulär gelten Logen bzw. Großlogen wenn sie von einer anderen regulären Großloge ein Konstitutionspatent erhalten haben, nachdem sie arbeiten. Sie werden also praktisch von der Großloge als freimaurerisch anerkannt. Somit erhalten alle regulären Loge und Großlogen direkt oder indirekt ihre Anerkennung durch die älteste Großloge, der United Grand Lodge of England. Grundlegend für die Anerkennung durch die UGLoE ist die Einhaltung der Alten Pflichten. Eine nicht anerkannte Loge wird auch Winkelloge genannt. Der Größte irreguläre Dachverband ist der Grand Orient de France (siehe: liberale Freimaurerei).

GradeBearbeiten

Grade stellen keine Hierarchiestufen da, sondern einen Initiationsgrad.

JohannesgradeBearbeiten

Datei:Freimaurer Initiation.jpg
Datei:Gesellenarbeit.jpg

Die Johannesgrade oder Blauen Grade sind

  1. Lehrling
  2. Geselle
  3. Meister


Für diese Grade besteht die Logenarbeit darin, sich einer moralisch-geistigen Selbstfindung zu unterziehen, deren wichtigstes Mittel die so genannte Tempelarbeit ist. In ihrer Symbolsprache sprechen die Freimaurer vom Bau des Tempels der Humanität. Von Grad zu Grad findet dabei eine zunehmende Initiation durch verschiedene Legenden und Symbolhandlungen statt, mit der ethische Werte erfahrbar werden. Dabei soll der Initiierte sich weiterhin vervollkommnen.

Datei:Freimaurer Erhebung.jpg

Während der Lehrlingsgrad sich zentral mit Selbsterkenntnis beschäftigt und dabei der Frage nachgeht, wie aus dem symbolischen unvollkommenen "rauen Stein" ein behauener Stein werden kann, der sich in das gemeinsame symbolische Bauwerk einfügt, verfolgt der anschließende Gesellengrad vornehmlich die Frage des Sozialverhaltens und des rechten Handelns. Der Meistergrad schließlich betont die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens. Die Blauen Grade enthalten prinzipiell schon die komplette Tradition der Freimaurerei.




AndreasgradeBearbeiten

Die so genannten "Hochgrade" bezeichnet man auch als Erkenntnis- oder Vervollkommnungsstufen. Sie führen nicht darüber hinaus, sondern vertiefen die Lehren des Lehrlings-, Gesellen- und Meistergrades. Die Art und Weise wie die Lehre vertieft wird und in welchen Graden das geschieht unterscheidet sich je nach Ritus und System.


Riten und Systeme der Freimaurerei

York-RitusBearbeiten

Kapitel Grade

  • Markmeister
  • Altmeister
  • Sehr Vortrefflicher Meister
  • Meister vom Königlichen Bogen

Kryptische Grade

  • Königlicher Meister
  • Auserwählter Meister
  • Höchst Vortrefflicher Meister

Alten Angenommenen Schottischer Ritus (AASR)Bearbeiten

Blaue Grade
1. (Lehrling)
2. (Geselle)
3. (Meister)
Rote Grade (Lehrlingsgrade)
4. Geheimer Meister
5. Vollkommener Meister
6. Geheimer Sekretär
7. Vorgesetzter und Richter
8. Intendant der Gebäude
9. Auserwählter Meister der Neun
10. Auserwählter Meister der Fünfzehn
11. Erhabener Auserwählter Ritter
12. Großmeister-Architekt
13. Meister des Neunten Bogens
14. Großer Auserwählter
15. Ritter des Degens
16. Prinz von Jerusalem
17. Ritter vom Osten und Westen
18. Ritter Rosenkreuzer
Schwarze/Philosophische Grade (Gesellengrade)
19. Groß-Pontifex
20. Großmeister aller Symbolischen Logen
21. Preußischer Ritter
22. Prinz von Libanon
23. Chef des Tabernakels
24. Prinz des Tabernakels
25. Ritter der ehernen Schlange
26. Prinz der Gnade
27. Ritter-Kommandeur des Tempels
28. Ritter der Sonne
29. Ritter des Heiligen Andreas von Schottland
30. Ritter Kadosh
Weiße/Oberste Grade (Meistergrade)
31. Inquisitor-Meister
32. Ritter und Prinz des Königlichen Geheimnisses
33. Souveräner General-Großinspekteur

RitualeBearbeiten

TempelarbeitBearbeiten

Die geschlossene rituelle Versammlung der Freimaurer wird als Tempelarbeit bezeichnet.

Sie dient der freimaurerischen Sozialisation und vermittelt dem Einzelnen durch eine mündlich überlieferte Methode die freimaurerischen Werte durch Symbole und Allegorien, wobei Verstand und Gefühl gleichermaßen angesprochen werden. Sie findet in einem speziellen Raum, dem so genannten Tempel, statt.

In der Tempelarbeit finden die Initiationsrituale von Mitgliedern in Grade statt. Getragen wird der Ablauf des Rituals durch ein festgelegtes Wechselgespräch des Meisters vom Stuhl mit dem Ersten und Zweiten Aufseher. In kontinentaleuropäischen Logen gehört ein Vortrag des Redners über freimaurerische oder andere Themen zur Tempelarbeit

KleidungBearbeiten

Für die Logenarbeit tragen Freimaurer feierliche Kleidung. Diese besteht heute u. a. aus einem dunklen Anzug oder Smoking, dem Schmuckabzeichen der jeweiligen Loge: dem so genannten "Bijou", dem symbolischen Maurerschurz (der seinen Ursprung bei den Steinmetzen und Dombauern hat), weißen Handschuhen und dem in manchen Logen noch +blichen so genannten "hohen Hut", einem Zylinder.

ArkandisziplinBearbeiten

Es wird als Grundlage eines freien Ideen- und Meinungsaustausches verstanden, dass sich die Logenbrüder zur Diskretion verpflichten und vertrauliche Informationen aus der Privatsphäre anderer Brüder nicht nach außen dringen lassen.

Traditionell wird auch Stillschweigen über die Erkennungszeichen der einzelnen Grade (Zeichen, Passworte, Handgriffe), sowie die Rituale und Symbole gewahrt, womit man beabsichtigt das emotionale Erlebnis für Neueingeweihte zu erhalten.

SymboleBearbeiten

Es gibt kein offizielles Symbol für die Freimaurerei, dennoch benutzen viele Freimaurerlogen Zirkel und Winkel als Symbol. Der Zirkel steht dabei meist für das Prinzip des Geistes und der Winkel für das des Körpers. Beim überlappen der beiden Symbole wird dargestellt welches überwiegt (häufig der Zirkel).

Andere Symbole der Freimaurer sind meist dem Handwerk von Steinmetzen oder Dombauern, also durch den Ursprung der Freimaurer bedingt.

Jachin und BoasBearbeiten

Ein Symbol das sich in nahezu jeder Loge wiederfindet sind die Säulen Jachin und Boas. Sie gehen auf den biblischen Bericht vom salomonischen Tempel zurück und flankieren den Eingang des Tempels (1.Könige 7:13-22). Sie wurden von Hiram von Tyrus aus Metall gefertigt (vgl. Hiram Abif).

Die rechte Säule Jachin (heb. "Ich werde aufrichten") symbolisiert dabei Stabilität, während die linke Säule Boas (heb. "In ihm ist Stärke") für Stärke steht.

drei SäulenBearbeiten

In einigen Tempel finden sich auch noch drei weitere Säulen.

Eine oft dorische Säule ist dabei mit einem S bezeichnet und sie symbolisiert Stärke, eine oft ionische Säule ist mit einem W bezeichnet und symbolisiert Weisheit und eine oft korinthische Säule ist mit einem B bezeichnet und symbolisiert Schönheit. Zum Beginn der Tempelarbeit können Kerzen auf den Säulen entzündet werden.

musivisches PflasterBearbeiten

Als "musivisches Pflaster" wird ein Schachbrettmuster bezeichnet, welches oft auf dem Boden des Tempels angebracht ist. Es soll, ähnlich wie die Säulen Jachin und Boas, Gegensätze symbolisieren.

Der Begriff musivisch wird hierbei einerseits auf den Begriff Mosaik und andererseits auf Muse zurückgeführt.

Allmächtiger Baumeister aller WeltenBearbeiten

Allmächtiger Baumeister aller Welten ist ein Symbol, dessen Bedeutung dem persönlichen Glauben eines jeden Freimaurers vorbehalten bleibt.

Der Begriff wird in zum Teil in der liberalen Freimaurerei vermieden, um auch nicht-religiösen Freimaurern gerecht zu werden.

Grafisch symbolisiert wird der Baumeister oft durch das allsehende Auge oder das G, für "Great Architect of the Universe", zwischen Zirkel und Winkel.

siehe auch: Demiurg

FreimaurerlegendeBearbeiten

Hiram AbifBearbeiten

siehe Hauptartikel: Hiram Abif

Eine bekannte Freimaurerlegende handelt um Hiram Abif, dem Sohn der Witwe, und Baumeister des salomonischen Tempels. Sie existiert in mehreren Versionen.

In der Freimaurerlegende wird Hiram Abif (auch Hiram Abiff, oft umschrieben als "Sohn der Witwe") zu einem Meister (Meister vom Stuhl?) verklärt. Die Arbeiter teilen sich in drei Grade, Lehrlinge, Gesellen und Meister (Johannesgrade). Um bei der großen Zahl der Arbeitschaft die einzelnen Grade zu unterscheiden erhält jeder der Grade ein geheimes Wort, ein geheimes Zeichen und einen geheimen Handgriff, mit denen sie sich bei der Auszahlung des Lohnes zu erkennen geben. Die Lehrlinge erhalten das Wort "Boa", die Gesellen "Jachin" und die Meister "Jehova".

Eines Tages nach der Vollendung des Tempels, als Hiram in diesem betete, näherten sich ihm die drei Gesellen oder Lehrlinge Jubela, Jubelo und Jubelum. Sie versperrten Hiram den Weg durch das Westtor und forderten von ihm die geheimen Zeichen eines Meisters. Als dieser das verweigert fallen die drei über ihn her.

Je nach Version unterscheiden sich die Hiram beigebrachten Verletztungen, deren Reinfolge, die Werkzeuge und die Türen des Tempels an denen ihm die Verletztungen zugefügt wurden.

Hiram erhält drei Wunden. In einigen Versionen trifft ein Schlegel oder Hammer seinen Kopf, eine Wasserwaage die eine Schläfe und ein Lot die andere. In einer anderen Version sind die Verletzungen an Kopf, Kehle und am Herzen.

Nach jeder Verletztung taumelt Hiram blutend zu einer anderen Tür und stirbt schließlich, da sind sich die Berichte einig, an der östlichen. (Wo in Kirchen meist der Altar und in Logen der Stuhl des Logenmeister steht)

Jubela, Jubelo und Jubelum verbergen die Leiche Hirams an einem nahe gelegenen Hügel, wo sie ihn unter lockerer Erde begraben. Auf das Grab setzten sie einen Akatzienschößling, damit der Boden unberührt wirkt. Sieben Tage später beginnen neun von Hirams untergebenen Meistern nach ihm zu suchen. Einer von Ihnen greift dabei die Akatzie um sich am Hügel hochzuziehen, diese reist aus der Erde aus und die Leiche wird entdeckt.

Als einer der Meister beim Ausgraben die Hand Hirams greift, rutscht die verweste Haut wie ein Handschuh von ihr ab und der Meister ruft aus "Macbenac!", was in einer unbekannten Sprache heißen soll "Das Fleisch fällt vom Knochen", "Die Leiche ist verfault" oder "Der Tod eines Baumeisters". Dieses wird zum neuen Meisterwort, da man fürchtet Hiram hätte das alte verraten.

Jubela, Jubelo und Jubelum werden kurz darauf entdeckt und bestraft.

Hiram wird in einer großen Zeremonie im Tempel beigesetzt, wobei alle Meister einen Schurz und Handschuhe aus weißem Leder als Zeichen der Unschuld tragen.

MitgliederBearbeiten

Für die Mitgliedschaft in der Freimaurerei sind sozialer Stand und Religion weitestgehend irrelevant. Die Aufnahmegebühren sollen selten 500 Euro übersteigen, die Monatsbeiträge um 25 Euro liegen. Gebühren werden außerdem bei der Initiation in einen höheren Grad für die Ausrichtung des Rituals verlangt.

Es gibt allerdings je nach Lehrart auch Unterschiede in der Frage ob Atheisten und in manchen Fällen auch Nicht-Christen Freimaurer werden können.

Ein Punkt der häufig kritisiert wird ist die meist fehlende Frauenemanzipation innerhalb der Freimaurerei. Viele Logen nehmen, sich auf die Alten Pflichten berufend, ausschließlich Männer auf, dennoch haben sich heute auch spezielle Frauen-Logen bzw. Großlogen und gemischte Logen entwickelt.

In den Großlogen soll es weltweit geschätzte 4 bis 6 Millionen Freimaurer geben, aufgrund der Dezentralisierung der Logen ist man aber bei der genauen Zahl sehr uneinig.

AufnahmeBearbeiten

Eine offene Werbung von Mitgliedern wird abgelehnt, die Taten der einzelnen Logenbrüder selbst sollen für die Loge sprechen.

Die so genannten "Suchenden" können auf unterschiedliche Weise zur Loge gelangen, einerseits kann dies durch eine Empfehlung geschehen, andererseits besteht auch die Möglichkeit sich bei einem Gästeabend oder einer anderen öffentlichen Veranstaltung sich der Loge zu nähern.

Es wird erwartet das sich die Suchenden bereits mit der Freimaurerei eingehend beschäftigt und die Gästeabende der Loge ein halbes Jahr besucht haben, um ihren Entschluss zur Mitgliedschaft zu fassen, da der Entschluss für die Freimaurerei ein Entschluss fürs ganze Leben sein soll, auch wenn die Möglichkeit besteht jederzeit aus zu treten. Des Weiteren soll der Suchende ein bzw. zwei Bürgen für sich finden, die ihn durch den Lehrlings und Gesellengrad begleiten. Ein spezieller Ausschuss der Loge befragt den Suchenden und spricht daraufhin eine Empfehlung aus. Fällt die Empfehlung positiv aus kommt es zur Kugelung oder Ballotage, einer geheimen Abstimmung mittels schwarzer und weißer Kugeln, wobei schwarze Kugeln Gegenstimmen sind. Werden eine oder zwei schwarze Kugeln abgegeben, sollen die entsprechenden Stimm-Abgeber sich zu erkennen geben und ihre Kritik offen vortragen, wonach entschieden wird ob diese berechtigt ist. Werden mehr als zwei schwarze Kugeln gezogen gilt der Suchende als abgewiesen oder zurückgestellt.

GeschichteBearbeiten

UrsprüngeBearbeiten

Allgemein liegt der Ursprung des Freimaurertums im dunkeln. Abgestritten werden heute zumeist Entstehungsgeschichten, die die Freimaurer in direkter Verbindung mit dem alten Rom, Griechenland, Ägypten, Mysterienkulten, den Alten Rosenkreuzern oder den Templern stellen.

Zum Teil wurden solche offensichtlich unbelegten Entstehungsgeschichten selbst in der frühen Zeit der Freimaurerei von Freimaurern verbreitet um Interesse für ihre jeweiligen Logen zu erwecken, dementsprechend wurden auch Elemente aus den genannten Kreisen in die Freimaurerei aufgenommen.

mittelalterliche BauhüttenBearbeiten

Aus religionswissenschaftlicher Sicht werden die Freimaurer oft auf die mittelalterlichen Bauhütten (Loge, englisch: „Lodge“ = Häuschen, Herberge oder auch Bauhütte) beim Verfall des Feudalismus zurückrückgeführt.

Daher leitete sich etwa auch der Name Freimaurer her: Das „frei“ entstand, weil die Freimaurer vom damals typischen Zunftzwang frei waren. Als Steinmetze bearbeiteten die Freemasons (Steinmetze engl. Zünfte) den sogenannten Freestone (besonders gut formbarer Sandstein) und hoben sich damit von den Roughmasons ab. „free“ ist eine im Englischen Gildenwesen sehr häufige Vorsilbe.

Die Baufachleute, die bei der Erstellung der großen mittelalterlichen sakralen Bauten halfen, wollten beim Verfall des Feudalismus ihre Privilegien bewahren.

Die Freizügigkeit und materielle Absicherung geschah durch die Aufnahme zahlungskräftiger „Nichtmaurer“, die dann bei einem Aufnahmeritual zu „Freimaurern“ ernannt wurden und dafür in die mystischen Geheimnisse des Maurerhandwerks eingeweiht wurden. Dies wird auch als Übergang zur spekulativen Freimaurerei bezeichnet, da die Logen mit der Zeit mehrheitlich auch aus Menschen bestanden die keineswegs Steinmetze waren.

Es gibt allerdings auch Kritiker an dieser Theorie, die darauf verweisen das die mittelalterliche Steinmetzbruderschaften schon wesentlich vor dem Aufkommen der Freimaurerei im Zerfall begriffen waren, weshalb eine direkte Abstammung unwahrscheinlich sei. Die Steinmetze wären etwa schon durch das Aufkommen von Ziegeln bzw. der Maurerei vielfach durch billigere Arbeitskräfte ersetzt worden.

Unzweifelhaft ist jedenfalls das sich die Freimaurer sei den Zeiten von James Anderson auf die Bauhütten berufen, ob dies Produkt einer wirklichen Abstammung oder eine von Anderson aufgepfropfte Geschiche ist, etwa um die Vereinigung für Neulinge interessanter zu gestalten, bleibt aufgrund mangelnder Quellen Spekulation.

Templer-TheorieBearbeiten

Die Templer- oder besser gesagt zunächst Ordensritter-Theorie wurde erstmals am 21. März 1737 bei einer Rede des im Exil lebenden schottischen Freimaurers und Jakobiten Andreas Michael Ramsay, genannt Chevalier Ramsay, vor einer Pariser Loge ins Spiel gebracht. Nach ihm hätten die Kreuzfahrer im heiligen Land Zugang zu den antiken Weisheiten der Erbauer des salomonischen Tempels gehabt, welches letztendlich die Freimaurerei begründet hätte.

Die Freimaurer standen so nach Ramsay, der gleichzeitig auch Mitglied des katholischen Lazarus-Ordens war, also in direkter Tradition zu den Ordensrittern. Auf Ramsays Spekulationen bauten infolge einige Freimaurersysteme wie etwa die Royal Arch oder die Strikte Observanz auf.

Heute wird die Templer-Theorie von der anerkannten Forschung meist verworfen, obwohl immernoch vereinzelt Freimaurersysteme (z.B. "Freimaurerorden") existieren die sich auf sie berufen.

Gründung der englischen GroßlogeBearbeiten

Die Gesicherte Geschichte der Freimaurerei beginnt im Jahr 1717. Zu dieser Zeit hatten sich vermutlich die spekulativen Freimaurerlogen bereits über die Grenzen Englands hinaus nach Frankreich und Deutschland ausgebreitet. Mitglieder einzelner Londoner Logen fürchteten deshalb, dass das Ansehen der Freimaurerei als ganzes in Verruf geraten könnte, wenn überall unkontrolliert Logen entstehen und immer neue Ritual-Systeme erfinden würden.

Am 24. Juni 1717 gründeten deshalb vier Londoner Logen, die Goose and Gridiron Ale House, die Crown Ale House, die Apple Tree Tavern und die Rummer and Grapes Tavern, zusammen die Honorable Society and Fraternity of Freemasons, der die Beamten (Meister vom Stuhl, Stellvertretender Meister vom Stuhl und Aufseher) der einzelnen Logen angehörten. Diese Großloge sollte nun darüber wachen, welche Logen ein Patent erhielten und somit zur regulären Freimaurerei zählen sollten.

Bis heute wird der 24. Juni als Johannistag von Freimaurern in Erinnerung an dieses Ereignis gefeiert.

1719 wählte man Reverand Dr. John Theophilus Desaguliers, ein Mitglied der Royal Society, zum dritten Großmeister der Großloge von England. Später konnten man Mitglieder des Hochadels, wie 1721 John Montagu, 2nd Duke of Montagu, 1722 Philip Wharton, 1st Duke of Wharton und 1725 Charles Lennox, 2nd Duke of Richmond, für die Freimaurerei gewinnen, wodurch die Logen an gesellschaftlichem Ansehen gewannen. John Montagu wurde bald darauf Großmeister und beauftragte, bedingt durch das Engagement von Desaguliers, 1722 Reverend James Anderson damit eine Verfassung der Freimaurerei zu schreiben, welche noch im selben Jahr unter dem Titel "The Constitution of the Free-Masons, containing the history, charges, regulations etc. of that most ancient and right worshipful fraternity" erschien. Diese Alten Pflichten gelten bis heute für die reguläre Freimaurerei.

Verhältnisse zur FreimaurereiBearbeiten

katholische KircheBearbeiten

Von Anfang an schien die römisch-katholische Kirche in der Freimaurerei eine Bedrohung für das Christentum zu sehen.

Nach ihrem öffentlich werden erfuhr die Freimaurerei eine schnelle Ausbreitung, was grade in der katholischen Kirche, als bisher größte Massenorganisation, ängste weckte, zumahl der Ursprung der Freimaurerei in anglikanischen und protestantischen Gebieten lag.

Am 28. April 1738 erließ Clemens XII. gegen die Freimaurerei den Bannfluch in seiner Bulle "In eminenti", in der er alle Bischöfe und höheren Geistliche beauftragte durch Inquisition dieser Ketzerei ein Ende zu bereiten und er fordert weiter strenge Strafen sowie die Verfolgung und die Unterbindung dieser Gesellschaften durch die staatlichen Mächte.

Das Verbot der Freimaurerei wurde mehrfach von den folgenden Päpsten bestätigt.

Die Furcht trieb zum Teil sonderbare Blüten, wie man am Beispiel des Taxil-Schwindels (1885-1897) sieht. Zuletzt wurde die Position der Kirche durch die Kongregation für die Glaubenslehre (Nachfolgeorganisation der Inquisition) am 26. November 1983 unter dem Präfekt Joseph Kardinal Ratzinger bestätigt, welche das "Das negative Urteil der Kirche über die freimaurerischen Vereinigungen" als unverändert bezeichnet. [1]

Die meisten evangelischen Kirchen hingegen sehen heute keine Bedrohung in der Freimaurerei.

islamische LänderBearbeiten

In islamisch reformierten Ländern wie Iran (Islamische Revolution), Syrien, Saudi Arabien und Sudan ist die Mitgliedschaft in der Freimaurerei heute unter Todesstrafe verboten. In Algerien, Mauretanien und in den Emiraten wird sie mit Gefängnis geahndet.

Es gibt allerdings viele türkische Logen im In-und Ausland. In Istanbul ist ein Rießen-Logenhaus, mit vielen Tempeln und zahlreichen Restaurants mit Blick auf den Bosporus. Übrigens: in der Türkei liegen bei der Logenarbeit ALLE Religionsbücher aus. Im Jahr 2004 kam es allerdings zu einem terroristischen Angriff auf das istanbuler Logenhaus [2].

TotalitarismusBearbeiten

Italienischer FaschismusBearbeiten

Am 13. Februar 1923 erklärte der "große Faschistische Rat" eine Unvereinbarkeit der Mitgliedschaft in der Freimaurerei und in der faschistischen Partei. Im weiteren Verlauf fanden Übergriffe der "Schwarzhemden" auf Logen statt, und die Faschisten verboten ihren Parteigängern die Zugehörigkeit zur Freimaurerei. Nach wiederholten Protesten gegen das Gewaltregime Mussolinis, erklärte die Großloge, "Faschismus bedeute einen geistigen und moralischen Rückschritt."

In der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 1925 kam es zu schweren Bluttaten in Florenz, zu Mord und Brandstiftung. In dieser "Blutnacht von Florenz" fanden viele italienische Freimaurer den Tod. Dabei wurden viele Logenhäuser zerstört.

Danach verbot Mussolini endgültig die Freimaurerei.

NationalsozialismusBearbeiten

vor 1933Bearbeiten

Nach der Niederlage im 1. Weltkrieg und dem Versailler Vertrag, trachteten viele Rechtsextreme danach, die junge Republik mit einem Putsch zu einer Militärdiktatur zu verwandeln, wie sie es schon unter der Führung der OHL war. (Kapp- und Hitler-Putsch)

In diesen Kreisen Glaubten einige an die jüdisch-freimaurische Weltverschwörung, welche für all den Schaden den Deutschland genommen hatte veranwortlich und zu bekämpfen sei.

Dies führte dazu das Organisationen wie der Germanenorden und die Thule-Gesellschaft, Praktiken wie sie in den gefälschten Protokollen der Weisen von Zion vorkommen, für sich adabtierten und so ihren imagnierten Feind mit den eigenen Mittel bekämpften.

nach 1933Bearbeiten

Im Nationalsozialismus wurden Freimaurer verboten und als Teil der "jüdisch-freimaurerisch-bolschewistischen Weltverschwörung" verfolgt, zu deren Propagandisten u. a. Alfred Rosenberg und Erich Ludendorff, sowie dessen Frau Mathilde, zählten.

Freimaurer und Juden steckten angeblich sowohl hinter dem Kommunismus mit der russischen Revolution, wie auch hinter dem Kapitalismus mit der Hochfinanz und würden die Weltherrschaft anstreben.

Als Beleg für diese Verschwörung galten früher die Protokolle der Weisen von Zion auf die sich Hitler in "Mein Kampf" berief und die im "Stürmer" gepriesen wurden. In den Jahren 1933 und 1934 gab es durch die Propaganda Alfred Rosenbergs Wellen von Übergriffen auf die Freimaurer durch die SA.

Die Freimaurer versuchten ein Verbot zu umgehen in dem sie sich den auferlegten Repressalien beugten. Rituale sollten von alttestamentarischen Inhalten zu bereinigt werden.

Die preußische Großloge, die nationalste der deutschen Großlogen, bestimmte, dass sich keine Loge mehr Loge, kein Freimaurer mehr Freimaurer und die Freimaurerei nicht mehr Freimaurerei nennen dürfte. Die Logen wurden umbenannt zu deutscher oder christlich-deutscher Orden. Diejenigen Logen, welche sich vor 1933 von den Großlogen getrennt hatten, um der inakzeptablen Nationalisierung zu entgehen, hatten mit diesen Entscheidungen und Bestimmungen nicht mehr zu kämpfen. Die Symbolische Großloge von Deutschland löste sich umgehend nach der Machtergreifung der Nazis auf. 1934 ergingen weitere Bestimmungen für die Freimaurerei: sie hatte dafür Sorge zu tragen die "Orden" arisch zu halten, und dass Parteifunktionäre zu allen Arbeiten und rituell-symbolischen Tempelarbeiten Zutritt hatten. Aber die Anfeindungen fanden nicht nur auf dem Papier und mittels des Gesetzes Umsetzung, ebenso erfolgten Terror, Demütigung, Diffamierung und Inhaftierung.

In einer Brandrede Joseph Goebbels' sah er hinter all jenen, die Deutschland bedrohen, die weltumspannende Verschwörung aus Judentum, internationaler Freimaurerei und internationalem Marxismus.

Im Mai 1935 interveniert Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, einziger Freimaurer in der NS-Regierung, vergeblich bei Hitler. Im selben Jahr der endgültigen Verbannung freimaurerischen Lebens aus der Öffentlichkeit wurde der Meister vom Stuhl einer Hamburger Loge, weil er Freimaurer war, für neun Monate in einem Konzentrationslager interniert. Bei diesem schleichenden Prozess des sich anbahnenden Verbotes der Freimaurerei waren Nationalsozialisten stets darum bemüht, halbwegs legalen Schein zu wahren und sorgten für eine förmliche Auflösung der Vereine. Die Liquidation durch fingierte "Kaufverträge" ermöglichte die Überführung der Logenvermögen an staatliche Institutionen. Im Juli 1935 lösen sich die drei altpreußischen Großlogen selbst auf, am 8. August 1935 wurde die Schließung aller Logen verkündet. Am 17. August 1935 ordnet Innenminister Frick das Verbot der Freimaurerei in Deutschland an. Viele altgediente Logenhäuser wurden in "Logenmuseen" oder "Freimaurermuseen" umgewandelt, in denen sich nationalsozialistische Ideologen daran machten, die Freimaurerei als Grundübel und Zersetzer des deutschen Volkes darzustellen.

FranquismusBearbeiten

Genau ein Jahr später, am 1. März 1940, ließ General Franco ein „Gesetz gegen die Freimaurerei und den Kommunismus“ veröffentlichen, das auf fast 40 Jahre jede maurerische Aktivität in Spanien unterband. Unter der Franco-Diktatur drohten bei Ausübung der Freimaurerei bis zu zwölf Jahre Zuchthaus.

KlerikalfaschismusBearbeiten

Unter dem Vichy-Regime sank die Zahl der französischen Logenmitglieder von etwa 30.000 (1939) auf unter 7000, da das Regime in der Tradition der antirepublikanischen Rechten Freimaurer ablehnte, diskriminierte und verfolgte.

Wie in anderen europäischen Ländern kam die Freimaurerei auch in Rumänien in den 1930iger Jahren immer mehr in die Defensive: vor allem durch öffentliche Attacken national-orthodoxer Kreise. Diese unterstellten den Freimaurern, ein Werkzeug der Juden zu sein. Nicolae Balan, der rumänisch-orthodoxe Metropolit von Transsilvanien, erklärte 1937 in einem antimasonischen Pamphlet, das von der Führung der rumänisch-orthodoxen Kirche gebilligt worden war: „Die Freimaurerei ist eine weltweite Geheimorganisation, in welcher die Juden eine wesentliche Rolle spielen. Sie hat einen quasi-religiösen Ritus, kämpft gegen die religiös-moralischen Vorstellungen des Christentums, gegen die Monarchie und die nationalen Grundsätze mit dem Ziel, eine internationale säkulare Republik zu etablieren. Die Freimaurerei ist Ausdruck des Verfalls der Moral und der ganzen Gesellschaft. Die Kirche verdammt die Ideen der Freimaurerei, ihre Organisation und ihre Methode der Geheimhaltung.“

AustrofaschismusBearbeiten

Zwar wurden sie von Dollfuß im Gegensatz zu den allermeisten anderen Diktaturen des 20. Jahrhundert nicht verboten, er stellte sie aber unter Kuratel. Staatsbeamte mussten sich zwischen ihrem Arbeitsplatz und der Mitgliedschaft entscheiden. Polizeibeamte konnten zu den Versammlungen und Arbeiten kommen. Logenarbeit wurde schwierig bis unmöglich. Dadurch ging die Zahl der Brüder in den Folgejahren um die Hälfte zurück: von 1.900 auf weniger als 900. Alle Logen in den Bundesländern und einige in Wien löschten ihre Lichter. Sozialreformerische Vereine, denen viele Brüder angehörten, wurden aufgelöst oder verkleinert.

KommunismusBearbeiten

In den Ländern des Ostblocks war die Freimaurerei zur Zeit des Kalten Krieges verboten, da man sie dort als bourgeoise, konservativ und damit der Arbeiterbewegung hinderlich empfand.

Eine Ausnahme hierbei macht allerdings Kuba, indem es trotzdem seit der Revolution unter Fidel Castro es zur Spaltung unter den Freimaurern führte und bis 1991 war die Mitgliederzahl auf 22.000 gesunken. In Kuba wurd es wahrscheinlich nicht verboten, weil der kubanische Freiheitsheld José Marti Freimaurer war. Kubas Regierung forderte allerdings 1977 eine Geldbuße von insgesamt 100.000 Dollar gegen einzelne Logen und die Großloge, weil die Logen Witwen und Waisen der Regierung feindlich gesinnter, gefangener oder hingerichteter Brüder unterstützt hatten.

AndereBearbeiten

Am 24. Dezember 1940 verabschiedete die Nationalversammlung von Bulgarien das „Gesetz zum Schutz der Nation.“ Der zweite Abschnitt des Gesetzes wurde vollständig gegen die Juden gerichtet. In Anwendung des Gesetzes folgte eine Regierungsentscheidung B. Filov, die offizielle Großloge Bulgariens und seine verbündeten Hütten geschlossen werden mussten.

Nach dem Ersten Weltkrieg, als der Irak britisch war, gab es mehrere Hütten. Alles änderte sich nach der Revolution vom 14. Juli 1958 mit der Abschaffung der Monarchie und der Republik Irak. Und dann mit einem Gesetz alle freimaurerischen Treffen verboten wurden. Diese Position wurde später verstärkt durch Saddam Hussein in Form der Todesstrafe für jeden, der die ,,zionistischen Prinzipien" fördert oder begrüßt, einschließlich der Freimaurerei.

Andere diskrete GesellschaftenBearbeiten

Das Verhältnis der Freimaurer zu anderen, meist freimaurerähnlichen, Gesellschafen, wie etwa Rosenkreuzern (AMORC), Orientalischen Templern oder dem Golden Dawn ist weitesgehend von Tolleranz geprägt.

Doppelmitgliedschaften sind möglich und z.T. nehmen einige dieser Gesellschaften auch in Anspruch das wahre Geheimnis der Freimaurerei zu kennen.

In Deutschland findet man solche Gesellschaften oft auch in den Logenhäusern der Freimaurer wieder.

FreimaurerkritikBearbeiten

RelativierungsvorwurfBearbeiten

Ein häufig wiederzufindender Vorwurf gegen die Freimaurerei verweist darauf das in der Freimaurerei alle Religionen als Gleichwertig betrachtet würden. Der Absolutheitsanspruch bestimmter Religionen wie des Christentums ("[...] Niemand kommt zum Vater denn durch mich" Joh 14,6) oder des Islam werde so von den Freimaurern verleugnet.

Diese Relativierung käme besonders in der liberalen Freimaurerei zum Ausdruck, wenn anstelle von Bibel oder Koran ein symbolisches Buch mit leeren Seiten verwendet wird. Als 1877 der Grand Orient de France beschloss auf das Symbol des Allmächtigen Baumeisters aller Welten zu verzichten, um die Gewissensfreiheit von nicht-monotheistischen Freimaurern zu wahren, brach die UGLoE den Kontakt zu ihr ab und entzog ihr, wie auch aller anderen von ihr anerkannten Großlogen, den Status der regulären Freimaurerei.

Demgegenüber wiederum stehen christliche Freimaurerlogen, welche sich etwa unter dem Dachverband der regulären Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland befinden, und ein Bekenntnis zur Lehre Christi für eine Aufnahme voraussetzen.

VerschwörungenBearbeiten

Die Geheimhaltung über das was in der Loge passiert, das Stillschweigen über die Rituale und die unbekannte Symbolik lassen viel Raum für Spekulationen um die Freimaurer.

Aus ihnen leitet sich zumeist der Vorwurf ab, es handle sich bei der Freimaurerei um Geheimbünde. Freimaurer widersprechen dem meist: Logen sind eingetragene Vereine, stehen im Telefonbuch, haben Internetseiten und veranstalten Gästeabende, was doch sehr untypisch für einen Geheimbund sei, der doch meist darauf abzielt, dass man nicht von seiner Existenz erführe.

Man Unterstellt den Freimaurern sie würden (eventuell als Teil der Illuminaten-Verschwörung) gezielt Regierungen unterwandern, Weltkriege provozieren, Medien steuern, und als Ziel nicht anderes als die NWO nach dem globalen Umsturz durch die Weltkriege haben. Politiker können ohne Logenmitgliedschaft angeblich nicht zu Amt und Würden kommen.

Auch im kleinen Rahmen werden sie verdächtigt bewusst Netzwerken und der Günstlingswirtschaft zu dienen.

IlluminatenordenBearbeiten

Adam weishaupt

Adam Weishaupt

Ein Ursprung vieler Verschwörungstheorien um die Freimaurer bildet der Illuminatenorden.

Adam Weishaupt, welcher Anfangs von der Freimaurerei sehr fasziniert war, erkannte welches Potenzial dahinter steckte, aber muss auch feststellen:

"Die Grade der Freimaurerei sind sogar öffentlich gedruckt; was kann eine geheime Gesellschaft wirken, welche so wenig Geheimnis hat, dass ihre ganz innere Verfassung der übrigen Welt bekannt ist?" Pythagoras oder Betrachtungen über die geheime Welt- und Regierungskunst: Von den Absichten der ersten Stifter geheimer Verbindungen

Aus diesem Anlass gründe er, noch bevor er selbst den Freimaurern beitrat, den Illuminatenorden. Um Anhänger zu gewinnen infiltrierten die Illuminaten später Freimaurerlogen und entwickelten ein eigenes Hochgradsystem.

Doch 1785 wurde der Orden öffentlich und in Bayern verboten. Trotz dessen das der Orden zerfiel blühten die Spekulationen und Befürchtungen, dass er im Geheimen im Kleid der Freimaurerei weiterexistieren und diese mit seinem Gedankengut vergiften würde. So wurde dem Orden sogar unterstellt über die Freimaurerei die Französische Revolution entfacht zu haben.

Es soll in Frankreich kurz vor der Revolution eine Freimaurerloge Les Illuminés („die Erleuchteten“) gegeben haben. Tatsächlich war diese Gruppe sehr klein, wenig einflussreich und vertrat eine mystische Richtung, den Martinismus, der nichts mit der Radikalaufklärung Knigges und Weishaupts zu tun hatte.

Taxil-SchwindelBearbeiten

Masons baphomet

fiktionale Verehrung Baphomets

Der Taxil-Schwindel trug sich in den Jahren 1885 bis 1897 zu.

Léo Taxil (sein eigentlicher Name war Marie Joseph Gabriel Antoine Jogand-Pagès) war ein Atheist und Gegner der Kirche, der nach drei Besuchen in einer Freimaurerloge wegen unsauberer Geschäfte ausgeschlossen wurde.

Um sich an beiden, der Kirche und der Freimaurerei zu rächen, gab er sich als geläuterter Christ aus der die katholische Kirche über die satanische Freimaurerei aufklären wollte. In den Reihen der katholischen Christen, die ohnehin das Böse selbst in der Freimaurerei vermuteten fiel dies auf fruchtbaren Boden.

Er veröffentlichte mehrere "Enthüllungs"-Bücher, in denen er behauptete, dass die Freimaurer Baphomet anbeten würden und man es in der geheimsten Palladium Freimaurerei mit Dämonen, beispielsweise in der Gestalt von klavierspielenden Krokodilen, zu tun hätte.

Auf dem Höhepunkt dieser Verleumdungkampagne, die nur zu bereitwillig von Papst Leo XIII. und der Kirche geglaubt wurde, enthüllte Taxil, dass es sich bei allem um einen für ihn sehr profitablen Schwindel handelte.

Propaganda DueBearbeiten

Ein Fall der in der nahen Vergangenheit für Aufsehen gesorgt hat ist, der der Propaganda Due (P2) in Italien.

Die P2-Loge hatte gezielt ein Netzwerk aus Führungspersonen der Wirtschaft, des Militärs, der Politik, der Mafia und der Geheimdienste zusammengestellt und arbeitete mit dem illegalen Gladio-Netzwerk zusammen. Neben der persönlichen Bereicherung der Mitglieder über kriminelle Geschäfte diente das Netzwerk der Unterdrückung der Kommunisten im Land und soll sogar zur Vorbereitungen für einen faschistischen Putsches gedient haben, für den Fall das die kommunistische Partei durch Wahlen an die Macht kommt.

Die Propaganda Due war durch den Grande Oriente d’Italia anerkannt, welcher wiederum durch die United Grand Lodge of England ab 1972 als Regulär anerkannt wurde. 1974 beschloss der Grande Oriente d’Italia die Propaganda Due abzuerkennen, was 1976 wirksam wurde. Im Zuge der Affäre um die Propaganda Due zog auch die United Grand Lodge of England ihre Anerkennung für den Grande Oriente d’Italia zurück.

WohlfahrtsorganisationenBearbeiten

Wohlfahrtsorganisationen wie der Lions oder Rotary Club (seltener der Round Table) werden von einigen Verschwörungstheoretiker entweder als quasi-freimaurerisch und gänzlich als Freimaurer-Deckorganisation betrachtet.

Tatsächlich war der Gründer des Lions-Club, Melvin Jones, Freimaurer. Auch beim Rotary Club bestanden die Gründer aus Freimaurern und man gibt, wenn auch mehr hinter vorgehaltener Hand wegen der daraus begründeten Denunziationen, zu das viele Rotarier gleichzeitig Freimaurer seien. Dies wurde den Rotariern im Dritten Reich sowie beim Verhältnis mit der katholischen Kirche zum Verhängnis.

Dennoch berufen sich weder Rotarier noch Lions auf die Freimaurerei, weshalb Überschneidungen in den Mitgliedern vermutlich eher auf die gleichgearteten Interessen (Moralische Vervollkommnung in der Freimaurerei und Wohltätigkeit bei Rotary/Lions Club) als auf eine Zusammenarbeit/Konspiration zurückgehen.

UrsprüngeBearbeiten

Datei:Rosslyn Chapel.jpg

Ein Grund für viele Spekulationen um die Freimaurer sind ihre dunklen Ursprünge.

Diverse Theorien führen die Freimaurer auf die Tempelritter zurück. Angeblich sollen sich einige Ordensritter zur Zeit ihrer Verfolgung in Schottland niedergelassen haben. Nachfahren dieser Ritter hätten das wissen um die Baukunst das die Templer einst aus dem Orient mitbrachten weitergegeben und in einigen Bauten, wie Rosslyn Chapel, verewigt. Diese Baummeister sollen angeblich Ursprung der Freimaurerei sein.

Albert PikeBearbeiten

Eine Gestahlt die oft als Kernfigur einer freimaurerischen Verschwörung genannt wird ist Albert Pike. Er fand schon Erwähnung während des Taxil-Schwindels. Er war "Souveräner Großmeister" des irregulären Obersten Rates der "Südlichen Jurisdiktion des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Nordamerika" und hat als solcher Schriften veröffentlich die immer wieder von Kritikern der Freimaurerei herangezogen werden.

Er soll angeblich im Briefwechsel mit Guiseppe Mazzini gestanden haben. Dieser Briefwechsel soll den Plan zur Erlange der Weltherrschaft mittels drei Weltkriegen enthalten.

Die geheime innere Loge Bearbeiten

In vielen Theorien taucht die Vermutung auf das sich in der Freimaurerei selbst eine geheime Elite verbirgt, die den Großteil der Freimaurer, sogenannte "Treppenbrüder", und die Außenwelt täuscht.

Diese Elite soll sich aus den Freimaurern die Mächtigsten heraussuchen und nur wenn sie sich kooperativ zeigten bis zu den höhsten Graden aufsteigen lassen. Von mancher Seite wird diese Elite mit den Illuminaten identifiziert, andere wiederum sehen Freimaurer des 32 und 33. Grades als Hauptverschwörer, wobei hierbei allerdings meist vergessen wird, dass diese Grade nur im Schottischen Ritus praktiziert werden.

Als Beleg hierfür wird oft auf Adam Weishaupts und Albert Pikes Schriften verwiesen.

Kritiker der Theorie solch einer inneren Loge verweisen darauf, das sie meist dazu genutzt wird Aussagen von Freimaurern zu diskreditieren, da diese entweder als "Treppenbrüder" nicht eingeweiht seien oder als Angehörige der inneren Loge Lügen würden (Falsifizierbarkeit).

ArbeiterbewegungBearbeiten

Nicht selten taucht die Behauptung auf das Karl Marx Freimaurer gewesen sei. Einige Theorien dichten die Geschichte sogar soweit um das Karl Marx gar nicht Urheber der Ideen des Sozialismus und Kommunismus gewesen sei, sondern Adam Weishaupt (welcher nicht selten in diesem Zusammenhang zufällig fälschlich zum Juden erklärt wird).

Auch Guiseppe Mazzini war ein Freimaurer.

RealsozialismusBearbeiten

Besonders aus den Werkzeugsymboliken heraus wird häufig eine Verbindung zwischen sozialistischen Staaten und Freimaurern vermutet. Dennoch sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen das die Freimaurerei in diesen Ländern verboten war, bzw. ist.

Einige Verschwörungstheoretiker halten dies aber für eine Farce, da die Freimaurer angeblich in diesen Ländern an der Macht wären, bräuchten sie auch das Kleid der Loge nicht mehr. Des Weiteren ist es für eine Diktatur nur von Vorteil die Machtstruktur, die einen an die Spitze befördert hat, zu zerstören.

Einfluss auf die USABearbeiten

Von vielen wird hervorgehoben welchen Einfluss die Freimaurer auf die USA hätten. Als Argument gilt hierbei oft die Menge, mit der Freimaurern unter den Präsidenten, Kongressabgeordneten oder ähnlich hohen Ämtern vertreten sind. Amerikanische Päsidenten schwören bei Amtseinführung angeblich auf die Bibel der "St. John's Lodge No. 1"(NY).

Folgende Präsidenten waren Freimaurer

geheime SymboleBearbeiten

Ein Gegenstand vieler Spekulationen sind geheime Zeichen die Freimaurer angeblich in der Öffentlichkeit platzieren, um anderen Freimaurern eine Botschaft zu übermitteln.

allsehendes AugeBearbeiten

Häufig werden als geheime Zeichen scheinbare Abwandlungen des "Allsehenden Auges" betrachtet.

So ist z.B. auf dem Foto des Albert Pike etwas höher auf dieser Seite auf der Halskrause klar eine Dreieck mit der Zahl 33 zu erkennen.

Das Symbol findet sich in zahlreichen Kirchen wieder und wurde auch von Theosophen und anderen Esoterikern verwendet. Auch der Begründer von Thelema Aleister Crowley verwendete das Zeichen.

Zum Teil reicht es aus das ein Logo dreieckig ist um den Verdacht zu erwecken es handle sich um freimaurerisch. Nicht selten mangelt es schon an den simpelsten Grundkenntnissen der Geometrie und Dreiecke werden als Pyramiden bezeichnet.

PyramideBearbeiten

Die Pyramide auf dem Ein-Dollar-Schein, die das allsehende Auge enthält, wird oftmals als Zeichen der Verschwörung gesehen, auch wenn bis heute kein Nachweis vorliegt, dass das Symbol überhaupt mit der Freimaurerei zu tun hat.

Die Pyramide soll, so wird rumgedeutelt, auch die Hierarchie der NWO darstellen, die die geheime Verschwörung so jedem außenstehenden Wissenden unter die Nase reibt.

Auch die Stadt Karlsruhe soll mit diesem Zeichen als Grundriss angelegt worden sein und das noch bevor die UGLoE gegründet wurde.

geheime Mimik und GestikBearbeiten

Einige Verschwörungstheoretiker sehen in der Mimik und Gestik von Politikern geheime Freimaurer-Zeichen, die dazu dienen sich ihren Logenbrüdern mitzuteilen. Als solche Freimaurersignale gelten u.a. die Hand in der Jackentasche, der angebliche "Teufelsgruß", der Fingerzeig, das Greifen an den Hals und der Bruderkuss.

Kritiker dieser Theorie belächeln sie meist, da sie diese Mimik und Gestik als normale non-verbale Kommunikation auffassen, wie sie zwischen allen Menschen stattfindet. Die Umdeutung als Freimaurerzeichen wird entsprechend als Resultat von Paranoia und geringen sozialen Kompetenzen betrachtet.

siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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