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Graf Gilles de Montmorency-Laval, Baron de Rais (* 1404 auf Schloss Champtocé bei Angers; † 26. Oktober 1440 in Nantes) war ein französischer Heerführer, Marschall von Frankreich und Serienmörder des 15. Jahrhunderts.

Der gefeierte Held des Hundertjährigen Krieges, Kampfgefährte der Jeanne d’Arc, aus der Linie Laval der berühmten französischen Familie der Montmorency, gilt – wegen der großen Zahl seiner Opfer – als einer der berüchtigtsten Serienmörder aller Zeiten und diente als erzählerische Vorlage für die Sage von König Blaubart.

Ähnlich wie bei Elisabeth Báthory kam Gilles de Rais seine hohe Stellung bei seinen Verbrechen zugute, erst nachdem de Rais einen Priester, der ein Schloss, das de Rais für sich beanspruchte, verwaltete, gewaltsam gefangen nahm, nahm sich die kirchliche und weltliche Justiz seiner Verbrechen an.

VerbrechenBearbeiten

Gilles de Rais missbrauchte Kinder, insbesondere Knaben, auf sodomistische Art und Weise, bevor, während oder nachdem er sie, etwa durch Enthauptung, zu Tode gebracht hatte. Der Akt der Ermordung soll Gilles de Rais hierbei größeres Vergnügen als der sexuelle Missbrauch bereitet haben.

Die Kinder wurden ihm durch Diener zugeführt, welche sie etwa unter einem Vorwand, wie ihnen eine Bildung zu ermöglichen, von ihren Familien mitnahmen.

Neben seinen Verbrechen an Kindern wurde Gilles de Rais auch wegen des betreibens von Teufelsbeschwörungen verurteilt. In de Rais' Auftrag führte der Italiener Francesco Prelati angebliche Beschwörungen von Dämonen, insbesondere eines gewissen Barron, durch, mit denen de Rais einen Pakt schließen wollte um seine, durch seine übersteigerten Lebensstiel, finanziell angespannte Lage, durch das finden von Schätzen oder Alchemie zu entschärfen. In einem von de Rais vorbereiteten Vertrag erklärte sich dieser bereit, dem Teufel alles zu geben was dieser wolle, mit Ausnahme seiner Seele und der Verkürzung seiner Lebenszeit. Gilles de Rais bekam die Teufel bei den Beschwörungen selbst nie zu Gesicht, Sie zeigten sich nur wenn Prelati sie alleine beschwor (zumindest behauptete dies Prelati), was Prelati mit ihrer Unzufriedenheit gegenüber de Rais erklärte.

Ein engerer Zusammenhang zwischen den Teufelsbeschwörungen und den Kindsmorden scheint eher nicht bestanden zu haben. Es ist lediglich ein einziger Fall belegt, in dem de Rais an Prelati, der über de Rais andere Verbrechen wusste, Körperteile (Augen, Hände, Herz) als Opfer für die Teufel gegeben hat.

VerschwörungstheorienBearbeiten

Einer, etwa von Salomon Reinach vertretenen, Theorie zufolge habe es sich beim Fall von Gilles de Rais um eine Intrige gehandelt. Die Unterlagen des geistlichen Prozesses und die darin enthaltenen Geständnisse seien gefälscht worden, um Gilles de Rais zu beseitigen. Hierfür spräche etwa das einzelne Zeugenaussagen, trotz dessen, dass sie Jahre zurückliegende Ereignisse beschreiben, nahezu identisch seien.

Viele Historiker wiederum widersprechen Reinach, die Dokumente des geistlichen Prozesses gegen Gilles de Rais würden durch die Dokumente des weltlichen Prozesses (welche Reinach nicht untersuchte) bestätigt. Der Detailreichtum der Schilderungen der Zeugen würde eine Fälschung der Aussagen als unwahrscheinlich erscheinen lassen.

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