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Gold- und Rosenkreuzerorden

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Der Orden der Gold- und Rosenkreuzer hatte seine Blütezeit ab 1756 in Preußen bis er 1787 merkwürdigerweise auflöste. Als Initiatoren des Ordens gelten Johann Rudolf von Bischoffwerder, Johann Christoph von Wöllner und Herzog Friedrich August.

1777 wurde der Orden der Gold- und Rosenkreuzer alten Systems offiziell innerhalb der Berliner National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln" gegründet.

Der Orden erlangte unter der Herrschaft von Friedrich Wilhelm II. einigen Einfluss auf die Politik. Der Orden gehörte zu den schärfsten Feinden des Illuminatenordens

HintergrundBearbeiten

siehe Hauptartikel: Rosenkreuzer

In der Zeit zwischen 1756 und 1769 schossen rosenkreuzerische Gruppen in Deutschland wie Pilze aus dem Boden, viele davon mit dem Anspruch die wahren Rosenkreuzer zu sein. Auf vielen Jahrmärkten boten Quacksalber unter Berufung auf die Geheimnisse der Rosenkreuzer ihre zweifelhaften Wahren preis.

Die Rosenkreuzer des 18. Jahrhunderts waren großteils eine Gegenbewegung zur Aufklärung und stammten meist aus den konservativen Bürgertum oder dem Adel.

SelbstbildBearbeiten

Die Brüder des Rosenkreuzerordens sahen sich selbst als Elite in der Freimaurerei, deren Wurzeln bis auf Adam zurückgingen. Der restlichen Freimaurerei sprachen sie höchstens den "Schein des Lichts" zu und nutzten die blauen Grade als "Pflanzschule der höheren Wissenschaften", während sich sie sich selbst als "Meister vom Schein des Lichts und verlorenen Worts" betrachteten.

Kernsatz des Ordens war "Kunst, Weisheit und Tugend zu erlangen, Gott zu gefallen, und dem Nächsten zu dienen"

StrukturBearbeiten

In dem undurchschaubaren System der Ordenshierarchie kannte niemand den ihm vorgesetzten höheren Grad oder gar die imaginären Ordensoberen. Der Orden rekrutierte sich aus den Freimaurern, jeder Neueingeweihte musste mindestens in den Meister-Grad der blauen Johannisfreimaurerei, in der damaligen Sprache "Meister vom Schein des Lichts und des verlorenen Worts", eingeweiht worden sein.

Zirkel, die untersten Glieder des Ordens, waren örtliche Zusammenschlüsse von maximal 9 Ordenbrüdern. Die Anzahl der Mitglieder ergab sich aus der heiligen Zahl 3 (3*3).

Die Versammlungen des Zirkels wurden Konventionen genannt.

An ihrer Spitze jedes Zirkels stand ein Zirkel-Direktor, neben ihm gab es einen Senior der das Amt eines Justiciarius innehatte, einen Actuarius bzw. Sekretär, einen Bruder Redner und einen Bruder Kassierer.

Mehrere Zirkel unterstanden einem Haupt-Direktor, der wiederum einem Ober-Haupt-Direktor unterstellt war, dieser wiederum unterstand dem Groß-Priorat. Über diesem stand dann der Vize-Generalat, der Generalat und schließlich der Magus.

GradeBearbeiten

Der Orden verfügte über 9 Grade, welche sich in ihren Geheimschriften, Geheimzahlen und sonstige Chiffren unterschieden.

1. Juniores          (Würdiger)
2. Theoretici        (Wohlwürdiger)
3. Practici          (Sehrwürdiger)
4. Philosophi        (Ehrwürdiger)
5. Minores           (Wohlehrwürdiger)
6. Majores           (Sehrehrwürdiger)
7. Adepti Exempti    (Hocherwürdiger)
8. Magistri Exempti  (Hochwürdig Weiser)
9. Magi              (Hochwürdigst Weiseste)

MagiBearbeiten

Über die Ordensoberen ist kaum etwas Überliefert. Es ergibt sich das Bild von fanatischen religiösen Schwärmern und christliche Mystiker, bei denen man einen jesuitischen Einfluss nicht ausschließen kann. Deutlich wird dies in einem Hirten-Brief an "die wahren und ächten Freymäurer":

"Der ganze Orden ist auf Jesus allein gebauet, es ist ein Jesusorden, die Mitglieder sind kleine Jesus; Christus selbst wohnt in dem Kreisdirektor"

Im Hauptplan des Ordens von 1777 heißt es über die Magi:

"Diesen Brüdern ist außer denen göttlichen Kräften und Geheimnissen in der Natur nichts verborgen, und vermöge dieser Kenntnis sind sie gleich Moyses, Aaron, Hermes, Salomon, Hiram Meister über Alle."

Man sprach im Orden über sie wie über einen Religionsstifter, den nie jemand gesehen hatte. Selbst Friedrich Wilhelm II. wurde nie eine Audienz gewährt, so das dieser sogar an ihrer Existenz zweifelte.

VerschlüsselungenBearbeiten

Die höheren Grade verständigten sich nur über Geheimzahlen die für die niederen Graden nicht zu entschlüsseln waren. Geheimschriften, -Zahlen, Abkürzungen und Kennwörter garantierten, dass in dem perfekt aufgebauten Informations- und Kommunikationssystem nichts nach außen dringen konnte.

Jedes Mitglied hatte einen Ordensnamen.

Friedrich Wilhelm II.               Ormesus Magnus
Herzog Friedrich August             Rufus 
Hans Rudolph von Bischoffwerders    Farferus
Woellner                            Heliconus und Chrysophiron
Baron von Gugomos                   Theophilus
Reichfreiherr von Hund              Carolus

EinflussBearbeiten

Der Orden soll Preußen 12 Jahre dominiert haben. König Friedrich Wilhelm II. gehörte ihm an und seine engsten Berater, Woellner und Bischoffwerder, waren die aktivsten Rosenkreuzer.

KritikBearbeiten

Mystisch-phantastische, spiritistisch-okkultistische und alchemistische Übungen brachten dem Orden und Friedrich Wilhelm II. einiges an Kritik ein. Er bildete ohne Zweifel eine starke Zäsur zu seinem Amtvorgänger Friedrich dem Großen. Auch Friedrich Wilhelm III. Distanzierte sich von seinem Vater und ließ sogar eine Untersuchungskommission zum Einfluss und Wirken der Rosenkreuzer einsetzten.

Unterschiede zu den ursprünglichen RosenkreuzernBearbeiten

Markante Unterschiede zu den ursprünglichen Rosenkreuzern ist das strikt hierarchische System.

Auch waren die ursprünglich Rosenkreuzer durchweg protestantischen Glaubens und duldeten keine Papisten, im Gold und Rosenkreuzerorden hingegen gab es Katholiken und man sprach dem Orden auch einen gewisse jesuitische Beeinflussung zu.

LiteraturBearbeiten

  • Friedrich Wilhelm II. - Preußen unter den Rosenkreuzern von Hans Joachim Neumann

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