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Der Gral oder auch der Heilige Gral erscheint im späten 12. Jahrhundert in vielgestaltiger Form in der mittelalterlichen Erzählliteratur im Umkreis der Artussage.

Er gibt verschiedene Deutungen um was es sich beim Heiligen Gral handelt, meist wird er als Kelch oder Schale beschrieben, allerdings auch Beschreibungen als Stein (Lapis) (vgl. Stein der Weisen).

Dem Kelch werden magische Fähigkeiten zugeschrieben, so soll er Unsterblichkeit verleihen. Manche Mystiker glauben, der Fund des heiligen Grals solle die Apokalypse einleiten, andere meinen, er sei bereits gefunden, würde aber versteckt gehalten, bis einer, der würdig ist, ihn enthülle und die Herrschaft über die Welt antrete. Letzteres wird oft von Anhängern der Rosenlinien-Theorie behauptet.

Dem heiligen Gral wird für das Christentum oft die selbe Bedeutung zugemessen wie der Bundeslade für das Judentum oder der Kaaba für den Islam. Wobei die Kaaba im Gegensatz zur Bundeslade nicht verschollen ist.

Ursprung des GralsmythosBearbeiten

Der Ursprung des Grals ist wahrscheinlich älter als das Christentum. Magische Gefäße, Schalen oder Kessel finden sich in vielen Mythologien, insbesondere bei den Kelten und Germanen. Das heißt Baum. Viele dieser Gegenstände zeichnen sich dadurch aus das sie mit einem Namen personifiziert werden.

Heute gibt es zahlreiche Funde von Bronzekesseln aus vorrömischer Zeit, welche vermutlich aus rituellen Gründen in Seen und Mooren versenkt wurden. (liegt hier der Ursprung des diskordischen "Sink"-Spiels?)

Die Kessel dienten vermutlich auch rituell der Opferung von Flüssigkeiten (Bier, Wein, Blut, Wasser), der sogenannten Libation oder der Aufbewahrung und Verteilung religiöser Flüssigkeiten, sowie dem rituellen gemeinschaftlichen Füllen des Kessels und dem gemeinschaftlichen Trinken aus dem Kessel.

FüllhornBearbeiten

In der griechischen Mythologie gibt es das Füllhorn, welches Fruchtbarkeit, Reichtum und Leben im Übermaß spendet. Mit ihm zog die Ziege Amaltheia den Göttervater Zeus auf.

keltische MythologieBearbeiten

In der Keltischen Mythologie gibt es u.a. den irischen Kessel des Dagda, ein nie versiegendes, riesiges Gefäß. Auch gibt es Heil- und Zauberkessel, so den Kessel des Cormac, der in Stücke zerbrechen soll, wenn drei Lügen über ihn gesprochen werden, den Kessel der Ceridwen, mit dem die Göttin einen Weisheitstrank für ihre Kinder braute, oder der Kessel des mythischen britannischen Königs Bran, mit dem er tote Krieger wieder zum Leben erweckte.

germanische MythologieBearbeiten

Bei den Germanen gibt den Kessel Eldhrímnir, in dem Andhrimnir jeden Tag den Eber Sæhrímnir für die Einherjer (auserwählt Krieger) in Walhall zubereitet. Sæhrímnir wird darauf jedesmal wiedererweckt.

Im Sterbelied des legendärer schwedischer Königs Ragnar Lodbrok ist auch beschrieben wie aus einem Schädel getrunken wird, was mit der Aufnahme Lebenskarft verbunden ist.

ChristentumBearbeiten

Neben dem Gral, finden sich im Christentum auch weitere Rituale die vermutlich auf die heiligen Kessel zurückgehen. So wird gemeinschaftlich aus dem Messkelch das (symbolische) Blut Jesu getrunken (Eucharistie, identisch zu einem Ritual des Mithraskultes) und ein Kind mit Weihwasser aus einem speziellen Becken getauft.

Allerdings gehört auch zum Bild der Hexe der Hexenkessel, worin wohl eine Ablehnung gegen die heidnischen Religionen liegt.

Josef von ArimathäaBearbeiten

Der Gral wird oft als Reliquie betrachtet, welche direkt mit Jesus Christus in Berührung kam.

Oft wird er als legendären Trinkbecher gesehen, der Jesu beim letztem Abendmahl gedient haben soll. Später fing Josef von Arimathäa das Blut Jesu in diesem Becher auf, als bei der Kreuzigung sein Herz mit dem Speer des Longuinus durchstoßen wurde. Dieses ist in der Acta Pilati, einem apokryphen Evangelium überliefert.

GralsdichtungBearbeiten

Chrétien de TroyesBearbeiten

Die älteste bekannte Gralserzählung ist der unvollendete mystisch-religiöse Perceval-Versroman (Le Conte du Graal) des französischen Dichters Chrétien de Troyes (vor 1150 - um 1190), für den Grafenhof von Flandern zwischen 1179 und 1191 abgefasst. Auf welche Vorformen der Sage er sich stützen konnte, ist unbekannt, sicher ist nur, dass sich Chretien auf eine zuvor existierende Quelle, ein Buch in der Bibliothek des Grafen von Flandern, beruft. So kann man auch nur mutmaßen, ob schon vor Chrétien der Gral mit der Figur des Perceval und der Artussage verbunden war oder ob Chrétien diese Bausteine selbständig zusammenfügte. Chrétien und seine Zeitgenossen kannten die Artuslegenden, die die so genannte „Matière de Bretagne“, den britannischen Sagenkreis bildeten. Die Legenden dieses Sagenkreises waren durchwoben von Begegnungen mit dem Übernatürlichen und mit magischen und mystischen Mächten. Es wird vermutet, dass Chrétien auch die irischen echtrai oder Aventüren, die ersten von Flüchtlingen auf das europäische Festland mitgebrachten keltischen Legenden, kennenlernte. Der Gral wird von Repanse de Schoye auf einem Tuch präsentiert, Bildausschnitt aus einer Parzival-Handschrift des 13. Jhs.

Bei Chrétien ist der Gral eine mit kostbaren Edelsteinen verzierte Goldschale, in der dem Vater des leidenden Gralskönigs (er wird Roi Pêcheur, der Fischerkönig, genannt) in einer feierlichen Prozession eine geweihte Hostie zugetragen wird, die seine einzige Nahrung darstellt. Perceval ist die Aufgabe auferlegt, seinen Onkel, den gelähmten Gralskönig zu erlösen. Er unterlässt es jedoch, die Frage zu stellen, und scheitert; der Roman bricht ab.

Robert de BoronBearbeiten

Die Herkunft und Bedeutung des Grals, die bei Chrétien in mysteriösem Dunkel verbleiben, hat erstmals Robert de Boron am Ende des 12. Jahrhunderts mit christlichen Aspekten ausgestattet: Der Gral sei der Kelch, der beim letzten Abendmahl verwendet wurde und in dem Josef von Arimathäa das Blut Christi vom Kreuze aufgefangen habe, wie es im Nikodemus-Evangelium berichtet wird. Später sei er dann vor den Römern mit dem Gral nach England geflüchtet. Die Lebensdaten von Robert de Boron sowie der Zeitpunkt des von ihm verfassten Roman de l'estoire dou Graal sind heute nicht mehr eindeutig bestimmbar. Es wird vermutet, dass er ihn annähernd gleichzeitig mit Chrétien de Troyes schrieb.

Sehr aufschlussreich ist das ebenfalls von Robert de Boron stammende Werk Joseph d'Arimathie, das Textkritiker zeitlich vor dem Roman de l'estoire dou Graal setzen und das damit das erste Werk ist, das den Gral als den Abendmahlskelch festlegt. Textkritische Untersuchungen an diesem Werk zeigen, dass es auf den Acta Pilati, seit dem Mittelalter oft auch als Nikodemusevangelium bezeichnet, basiert. Wahrscheinlich war der Inhalt der in Byzanz verbreiteten Acta Pilati über zitierende Quellen wie Vindicta Salvatoris oder Cura sanitatis Tiberii in den Westen gekommen. Ein Textvergleich zeigt, dass an den Stellen, wo in den Acta Pilati ein linnenes Grabtuch erwähnt ist, de Boron dieses durch den Abendmahlskelch ersetzt hat. Insbesondere die Stelle, wo Joseph von Arimathia durch Christus besucht wird und von ihm einen Gegenstand überreicht bekommt, ist in beiden Werken mit ähnlichen Worten wiedergegeben, mit dem Unterschied, dass der Gegenstand in den Acta Pilati das Grabtuch und im Joseph d'Arimathie der Abendmahlskelch ist. In den Acta Pilati, 15:6, wird neben dem Grabtuch auch ein Schweißtuch erwähnt, während de Boron schreibt, Joseph von Arimathia hätte durch den Kelch überlebt und wäre dann durch Vespasian befreit worden, welchen das Schweißtuch der Veronika geheilt hätte, d.h. das Schweißtuch ist von de Boron unverändert aus den Quellen übernommen worden, das Grabtuch dagegen in den Abendmahlskelch umgewandelt worden. Die etwa 1225 geschriebene Vulgate Queste, die ihrerseits eine Variante der Werke Robert de Borons ist, lässt aus dem Gral einen unbekleideten Christus erscheinen, was kaum beim Gral als Kelch, sehr wohl aber beim Gral als Grabtuch vorstellbar ist.

Wolfram von EschenbachBearbeiten

In die deutschsprachige Literatur kommt das Thema etwa zwischen 1200 und 1210 durch Wolframs von Eschenbach Übersetzungsbearbeitung von Chrétiens Roman Parzival. Wolfram erweitert die Erzählung allerdings durch unzählige zusätzliche Quellen. Nicht nur knüpft er aus eigener Initiative und mit großem Nachdruck seinen Helden an das anglonormannische Herrscherhaus Anjou (Plantagenet) und zieht eine zweite Linie vom Gral zur Fürstensippe Gottfrieds und Balduins von Bouillon, sondern nennt auch, um Verwirrung zu stiften oder um eines literarischen Spiels willen, einen Dichter namens „Kyot, den Provenzalen“ (wahrscheinlich Guiot de Provins, ca. 1140/50-1210) als seine Hauptquelle. Sein „Ur-Parzival“ sei auch das mysteriöse Buch in der Bibliothek des Grafen von Flandern, auf das sich Chretien de Troyes berief, der aber vieles missverstanden habe. Kyot wiederum soll in Toledo ein „heidnisches“ Manuskript entdeckt und übersetzt haben, das von einem jüdischen Astronomen namens Flegetanis geschrieben worden sein soll.

Ist der Gral bei Chrétien ein Gefäß, so wird er bei Wolfram als Stein oder Steingefäß bezeichnet, das den Namen lapis exillis trägt, den Gralsrittern Speise und Trank spendet, Verbrennen und Wiedergeburt des Phönix bewirkt, allein durch seinen Anblick eine Woche vor Tod und vor Alter schützt und Ungetauften unsichtbar ist. Seine Kräfte verdankt er einer an jedem Karfreitag von einer Taube vom Himmel gebrachten Hostie, eine eindeutig eucharistische Symbolik. Auf dem Stein erscheinen die Namen der zum Gral Berufenen.

HelinandusBearbeiten

Helinandus Frigidimontis (um 1160 - 1229) berichtet in seiner Chronik von vor 1204, dass ein in Britannien lebender Einsiedler eine Vision von dem Hüter eines Kelches, Joseph von Arimathia, hatte. Mit diesem Kelch soll Joseph von Arimathia das Blut Christi am Kreuz aufgefangen haben.

moderne GralssucheBearbeiten

Seit dem populär werden des Gralsmythos im Hochmittelalter gibt es die Suche nach Heiligen Gral, den Gralsrittern und der Gralsburg. Unzählige haben sich bis in die Jetztzeit an der Suche versucht, wobei unklar ist, ob sie jemals erfolgreich war.

Die Suchenden sind hierbei allerdings in den seltensten Fällen Akademiker, sondern meist eher von Abenteuerlust geleitet.

NationalsozialismusBearbeiten

In der völkischen Bewegung gab es Bestrebungen sich auf das Ordens-Rittertum des Mittelalter zurück zu besinnen, wofür vielfach auf den Gralsmythos zurück gegriffen wurde.

Aus diesen Bestrebungen ging etwa bereits 1900 der Neutempler-Orden hervor, welcher regelmäßige Gralsfeiern abhielt.

Mit den verschiedensten Spekulationen im völkischen Lager, ging natürlich auch der Versuch einher eine Forschung zu betreiben, welche die Spekulationen bestätigte. Der Ariosoph Otto Rahn brachte die Gralslegende mit den Katharern in Verbindung und Unternahm Forschungsreisen. Seine Erkenntnisse veröffentlichte er unter den einflussreichen Titeln Kreuzzug gegen den Gral und Luzifers Hofgesind. Über Karl Maria Wiligut kam Rahn in Kontakt mit Heinrich Himmer, Reichsführer-SS, welcher sich sehr interessiert an dessen Theorien zeigte und Rahn in die SS aufnahm.

Der Heilige Gral und seine ErbenBearbeiten

Eines der Einflussreichsten Bücher zur Thematik des Heiligen Grals war Der Heilige Gral und seine Erben von Henry Lincoln, Michael Baigent und Richard Leigh. Es Entwickelte die Theorie das es sich bei dem Heiligen Gral tatsächlich um die Blutlinie der Nachkommen von Jesus Christus handelte (siehe unten).

Sie beriefen sich dabei in vielen ihrer Spekulationen auf das Dossiers Secrets d'Henri Lobineau, welches sie als Beleg für die Existenz der jahrhunderte-alten Geheimgesellschaft Prieure de Sion betrachten, obwohl das Dokument selbst mit Schreibmaschine verfasst wurde.

angebliche GraleBearbeiten

Wie bei vielen anderen Reliquien gibt es auch beim Heiligen Gral mehr angebliche Exemplare als es die Logik vermuten läßt. Viele dieser Exemplare können anhand wissenschaftlicher Methoden als Anwärter für den echten Gral ausgeschlossen werden.

Santo Cáliz in ValenciaBearbeiten

Als Heiliger Kelch (span. "Santo Cáliz") wird nach einer Überlieferung der Kelch des Letzten Abendmahles, der in Valencia aufbewahrt wird, bezeichnet.

Der Apostel Petrus soll diesen Kelch mit nach Rom gebracht haben. Hier wurde er von den Päpsten bis zu Sixtus II. (257/258) verwaltet. Während der Christenverfolgung unter Kaiser Valerian soll der Diakon von Papst Sixtus II., der hl. Laurentius von Rom, den Kelch in sein Heimatland Spanien nach Huesca gebracht haben. Während der Maurenzeit wurde er später in den Pyrenäen verborgen (siehe unten San Juan de la Peña) und kam schließlich wieder zurück nach Huesca. Im Jahr 1399 wurde er dem König von Aragón übergeben, der ihn in Saragossa, dann in Barcelona und schließlich in Valencia aufbewahren ließ. In der Kathedrale von Valencia ist die Anwesenheit dieses Kelches seit 1437 bezeugt. In der Zeit der napoleonischen Besatzung hatte man ihn in verschiedenen Städten versteckt. Seit 1916 befindet er sich wieder in der Kathedrale von Valencia, und zwar im ehemaligen Kapitelsaal, der heutigen "Kapelle für den Heiligen Kelch". Während des Spanischen Bürgerkrieges wurde er wieder auswärts versteckt.

Der „Heilige Kelch“ wird zur Verehrung durch die Gläubigen in einer Kapelle der Kathedrale ausgestellt. In den letzten Jahrzehnten wurde er zweimal bei einer Messfeier verwendet, und zwar am 8. November 1982 beim Besuch von Papst Johannes Paul II. in Valencia und am 9. Juli 2006 beim Besuch von Papst Benedikt XVI. anlässlich des V. Welttreffens der Familien in Valencia.

Nanteos CupBearbeiten

Der Nanteos Cup ist eine mittelalterliche Holzschale, welche viele Jahre in Nanteos Mansion, Rhydyfelin, nahe Aberystwyth, Wales, aufbewahr wurde und von der Legenden behauten es handle sich um den Heiligen Gral.

Untersuchungen des brittischen Channel 5 zufolge soll die Holzschale aber erst 1400 Jahre nach der Kreuzigung entstanden sein.

Hawkstone GrailBearbeiten

Der Hawkstone Grail ist eine kleine Steintasse, welche sich in Hawkstone Manor in Shropshire, England befindet, und seinem Besitzer, Graham Phillips, zufolge der Heilige Gral ist.

Achatschale in der Wiener HofburgBearbeiten

Die spätantike Achatschale, eines der beiden „unveräußerlichen Erbstücke des Hauses Habsburg“, befindet sich in der Schatzkammer des Kunsthistorischen Museums in der Wiener Hofburg. Sie wurde lange Zeit für den Heiligen Gral gehalten, da sie eine feine Äderung besitzt, die als geheimnisvolle Schrift interpretiert wurde.

TheorienBearbeiten

Templer als GralshüterBearbeiten

Viele Theorien um den Gral scheinen untrennbar mit den Tempelrittern und deren Schatz verknüpft.

Die Templer sollen angeblich nachdem die ersten Ritter 1119 ihr Quartier auf dem Tempelberg bezogen, dort Ausgrabungen durchgeführt haben, bei denen sie auf einen Schatz gestoßen sein sollen. Worum es sich dabei handelte ist Gegenstand zahlreicher Spekulationen, einige Gralstheoretiker sehen darin aber gerade den Gral bzw. Wissen über den Gral.

In den Gralsdichtungen lassen sich auch Andeutungen finden, das es sich bei den Templern um die Wächter des Grals handelt. So nennt Wolfram von Eschenbach die Gralsritter "Tempeleisen". Im Anonym erschienenen, französischen "Perlesvaus" verschwindet der Gral nach der Zerstörung der Gralsburg und wird vom Helden Perlesvaus auf einer Insel gefunden, bewacht von Rittern, die ein rotes Kreuz auf weißen Waffenröcken tragen.

Einige Theoretiker verweisen auch auf Ähnlichkeiten in der Beschreibung der Eigenschaften des Baphomet und des Heiligen Grals, wenn dieser als Stein beschrieben wird.

GlastonburyBearbeiten

Ausgehend von der Acta Pilati [1] wird in der Glastonbury-Theorie Josef von Arimathäa als Träger des Heiligen Grals ausgemacht, welcher den Gral nach Glastonbury gebracht haben soll, wo sich dessen Spuren verlieren.

Josef von Arimathäa soll wegen des verschwundenen Leichnahms von Jesus zu einer 40 Jahrigen Haftstrafe verurteilt worden sein, welche er mit Hilfe des Grales, welchen er von Jesus in Gefangenschaft erhielt, überlebte.

Josef sei danach nach England gereist und habe aufgrund eines Hochwassers das Land bei Glastonbury betreten. Dort habe er seinen Stab, welcher aus der Dornenkrone von Jesus gezogen worden sein soll, in den Boden gerammt, woraus ein Busch gewachsen sein soll. Dieser Heilige Dornbusch von Glastonbury war im Mittelalter ein bedeutender Pilgerort, wurde aber während des Englischen Bürgerkrieges abgehackt. Der Legende nach soll der abhackende Soldat durch einen Splitter des Busches erblindet sein. Dennoch existieren in der Umgebung bis heute immer noch die für die Region so untypischen Weißdornbüsche.

Josef habe dann in England die erste Kirche errichtet. Diese Kirche brannte 1184 ab und wurde durch die Abtei von Glastonbury ersetzt, die im Jahr 1539 von König Heinrich VIII. zerstört wurde und von der heute nur noch die Ruinen erhalten sind. In der Umgebung dieser Ruinen wird nach Anhängern der Glastonbury-Theorie der Gral vermutet.

Häufig findet sich auch die Behauptung das der Gral in einem Brunnen versteckt wurde. Der Chalice-Brunnen wird aufgrund der roten Farbe seines Wassers mit dem Gral in Verbindung gebracht. Das rot, welches aus dem Eisengehalt des Wassers resultiert, sei das Zeichen von Jesu Blut. Darüber hinaus würde das Wasser des Brunnens auch in Dürre-Perioden nicht versiegen.

1906 soll dort der sogenannte Blue Bowl gefunden worden sein, von dem einige behaupten das es sich um den Gral handelt. Kritiker hingegen verweisen darauf das der Blue Bowl mit einer Technik hergestellt wurde, die erst lange nach der Kreuzigung in Venedig entwickelt wurde.

Südfrankreich / PyrenäenBearbeiten

San Juan de la PeñaBearbeiten

Das ehemalige Benediktiner-Kloster San Juan de la Peña wird von einigen als Vorlage für die Gralsburg interpretiert. Das alte Kloster ist sehr versteckt in einer Einbuchtung eines Felsen an einem Tief eingeschnittenen Flußtal gelegen.

Im Mittelalter soll dort nach Klosterurkunden die Reliquie des Santo Cáliz, also der Heilige Kelch, aufbewahrt und von Pilgern aufgesucht worden sein. Der Kelch befindet sich heute in Valencia (siehe oben).

Der Name des Berges Mons Salvatoris oder in der Oktzitanischen Sprache Mont Salvatge erinnern an Wolfram von Eschenbachs Namen der Gralsburg Monsalvat. Hinter dem Gralskönig Amfortas soll sich der damalige Herrscher Alfonso I. von Aragon verbergen, der in der Landessprache Anforts genannt wird. Dessen Ritter Rotrou Perche de Val sei die Namensvorlage für Parzival.

KatharerBearbeiten

Einige Theoretiker bringen den Heiligen Gral mit den Katharern in Verbindung.

Häufig wird hierbei auf die Burg Montségur als Gralsburg betrachtet. Monsalvat, wie die Gralsburg bei Wolfram von Eschenbach heißt, sei ein Hinweis auf Montségur, beide Namen würden "sicherer Berg" bedeuten. Darüber hinaus sei der im "Jüngerer Titurel" (1272) von Albrecht von Scharfenberg erwähne erste König des Heiligen Grals Perilla, eine Anspielung auf Raymond de Péreille, den Halter der Burg Montségur.

Laut einer Erzählung seien bei der Belagerung der Burg 1244 einige Katharer mit einem Schatz über einen steilen Abhang geflohen. Worum es sich bei den Schatz handelte ist unklar, aber für einige Gralstheoretiker liegt die Vermutung nahe, dass es sich dabei um den Gral handelte.

Kritiker der Theorie verweisen oft darauf, dass die Katharer die materielle Welt ablehnten, weshalb sie wohl kaum Reliquien-Verehrung um einen Gegenstand wie den Gral getrieben hätten. Von dieser Kritik unberührt bleiben natürlich Theorien, die den Gral nicht als Gegenstand auffassen.

Rennes-le-ChâteauBearbeiten

Die Geschichte des Abbe Bérenger Saunière, welcher in dem Dorf Rennes-le-Château arbeitete und auf scheinbar unerklärliche Weise zu Reichtum kam, hat zahlreiche Gralstheoretiker zu Spekulationen angeregt.

Beim Umbau der Kirche Sainte Marie-Madeleine sei er angeblich auf Pergamente gestoßen, welches ihn auf die Spur eine größeren Geheimnisses gebracht haben sollen. Hinweise auf dieses Geheimnis habe Sauniere daraufhin in seiner Kirche und einigen anderen Bauten in der Umgebung von Rennes-le-Chateau hinterlassen, welche er dank seines mysteriösen Reichtums errichten lassen konnte.

Einer jener angeblichen Hinweise soll sich sich in den Heiligen-Figuren in Sainte Marie-Madeleine verbergen, deren Anfangsbuchstaben das Wort "Graal" ergeben würden. Darüber hinaus gäbe es am Altar der Kirche eine Abbildung eines goldenen Kelches.

Manche sehen bereits in der Widmung der Kirche an Maria Magdalena einen Hinweis auf die Blutlinien-Theorie (siehe unten).

Dennoch scheint es bis heute niemanden gelungen zu sein, das Geheimnis des Abbe zu entschlüsseln und einige Kritiker merken an, dass die Gips-Figuren in Sainte Marie-Madeleine, welche von einigen Gralstheoretikern als versteckte Hinweise gedeutet wurden, in Wahrheit Massenfabrikate waren.

Heilige BlutlinieBearbeiten

Eine durch das Buch Der Heilige Gral und seine Erben populär gemachte These behautet, das es sich beim Heiligen Gral nicht um einen Gegenstand handle sondern um die Blutlinie der Nachkommen von Jesus Christus, die dieser mit Maria Magdalena gehabt hätte (sog. Rosenlinie).

Diese Interpretation deutet das französische "San Greal" (Heiliger Gral) als verschlüsseltes "Sang real" (Königliches Blut).

Jesus sei ursprünglich der Abkömmling eines judäischen Königsgeschlechts, welches auf David und Salomo zurückginge und unter der römischen Herrschaft unterdrückt würde.

Als Pilatus die Juden vor die Wahl stellte Barabbas oder Jesus frei zu lassen, hätten diese sich für Barabbas entschieden, weil dieser der Sohn Jesus gewesen sei und deshalb bedeutender für das Fortbestehen des Königshauses.

Maria Magdalena, selbst wohlhabend, sei nach der Kreuzigung mit ihren eventuellen Söhnen nach Südfrankreich geflohen und dort gestorben.

Aus dem Nachkommen entstand das Geschlecht der Merowinger, welche einer Legende zufolge ein Seeungeheuer zum Vater hätten, dieses Seeungeheuer ist der Rosenlinien-Interpretation zufolge der ICHTHYS (Fisch), also Jesus Christus.

Das Geschlecht von Jesus Nachkommen hätten in Konkurrenz zur sich entwickelnden Kirche gestanden, weshalb man sich im Geheimen bekriegt haben solle, woraus auch letztendlich das Ende der Merowinger-Herrschaft resultierte. Das Geschlecht hätte aber im Verborgenen weiter existiert und später über die Prieure de Sion eine Anhängerschaft geschaffen, welche sich ihrem Schutz verschrieben hätte.

siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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