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Henri Boudet

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Jean-Jacques-Henri Boudet wurde am 16. November 1837 in Quillan geboren. Er galt als brillanter Schüler, studierte am Seminar von Carcassonne und machte sein Diplom in Englisch. Am 25. Dezember 1861 wurde er zum Priester geweiht, 1872 übernahm er die Nachfolge von Jean Vie als Pfarrer von Rennes-les-Bains. 1886 veröffentlichte er "La vrai langue celtique", 1891 "Lazare veni foras". Zwei weitere Manuskripte blieben unveröffentlicht. Auf Druck der Diözese trat Boudet am 30. April 1914 von seinem Amt zurück. Er starb am 26. März 1915 an einem Hirnschlag.

Boudets Rolle in der Geschichte um das Rätsel von Rennes-le-Château ist nicht ganz klar; allgemein wird ihm aber eine besondere Bedeutung eingeräumt. Viele Forscher halten Boudet für den eigentlichen Auslöser der mysteriösen Ereignisse - und für den Grund für Saunières Reichtum. Die Kontobücher Boudets von 1891 bis 1893 und von 1895 bis 1901 enthalten nämlich Überweisungen für Saunières Haushälterin, Marie Dérnanaud, im Wert von insgesamt 3.679.431 Franc in Gold.

Boudet galt als gelehrt. Er beherrschte perfekt griechisch, lateinisch, englisch und (Alt bzw. Angel-)sächsisch. Sein Verhalten als Pfarrer in Rennes-les-Bains stellte sich allerdings als reichlich eigenartig heraus: er hatte beispielsweise das Grab von Abbé Jean Vié verändert, indem er ein falsches Todesdatum angab. Auf dem Friedhof gibt es zudem noch heute zwei Gräber die den gleichen Namen tragen: den von Graf Paul-Urbain de Fleury (Verwandter der Marquise de Blanchefort).

Zum ersten Mal dürfte Boudet über seinen Vorgänger Jean Vie und einem seiner Lehrer, Abbé Emile-François Cayron, mit dem Familiengeheimnis der Blancheforts konfrontiert worden sein. In stundenlangen Wanderungen studierte der Pfarrer oft und gemeinsam mit seinem Bruder Edmond die Berge und Täler der Umgebung. Außerdem betätigte er sich als Schriftsteller. Bereits die erste Buchveröffentlichung 1886 ("La vrai langue celtique"), ein Buch mit 310 Seiten, birgt allerdings reichlich Mysterien in sich.

Laut Originalausgabe wurde das Buch 1886 im Verlag François Pomiès veröffentlicht; der Verlag existierte zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr: er machte bereits 1880 dicht. Von dem Buch gab es zunächst nur eine Version, aber es existierten zwei verschiedene Versionen der im Buch enthaltenen Karte (eine große und eine kleine). Die zweite war von Edmond Boudet unterzeichnet. Der Bischof protestierte vehement gegen das Buch; ein Amtskollege soll stattdessen aber erklärt haben: "Der Abbé Boudet weiß ein Geheimnis, dass die größten Umwälzungen verursachen könnte." Das Buch selbst soll in einem kryptischen Schlüssel geschrieben sein. Boudet schreibt im Vorwort: "...Durch die Interpretation eines in einer fremden Sprache gebildeten Namens in das Geheimnis einer lokalen Geschichte eindringen..."

1891 folgte die zweite Buchveröffentlichung: "Lazare veni foras" (Lazarus, komm heraus). Es existieren heute nur wenige Exemplare, da das Buch auf Betreiben des Bischofs sofort eingezogen wurde. Der Bischof war offenbar außer sich, als er das Werk sah: Boudet erweckte darin den Anschein, die Geschichte mit Lazarus sei nicht im Heiligen Land, sondern vielmehr im Aude-Gebiet in Südfrankreich passiert.

Henri Boudet starb Ende März 1915 an einem Hirnschlag in Axat, dem Ort seiner Kindheit, noch bevor er den Mord an seinem Nachfolger Abbé Rescanières als Pfarrer in Rennes-les-Bains aufklären konnte. Rescanières wollte auf Wunsch des Bischofs unter anderem herausfinden, wie Boudet zu so viel Geld kommen konnte. Wenige Tage vor seinem Tod hatte Boudet in einem Schreiben an den Bischof angekündigt: er könne Licht in das Dunkel um den Tod des Priesters Rescanières bringen. Die Gesandten des Bischofs trafen am 30. März ein. Boudet war bereits tot. In der Nacht vor seinem Ableben soll er Besuch gehabt haben von zwei Männern: Saunière und vermutlich ein Bauer aus der Gegend von Axat, den Boudet als Bote zu Saunière geschickt hatte. Saunière nahm ihm die letzte Beichte ab. Begraben wurde Boudet in Axat. Seine Grabplatte enthält eine kleine Merkwürdigkeit: ein Buch und die Zahlen 310XI... Sollte dies ein Verweis auf sein Buch "La vrai langue celtique" sein? Ein Buch mit 310 Seiten - auf Kapitel oder Seite 11....?

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