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Die Initiation zum Illuminatenorden findet an einem abgelegenen dunklen Ort statt, etwa bei Tag in einem Wald oder bei Nacht wenn der Mond scheint in einem stillen Zimmer. In einem Zimmer soll man sich versichert wissen, das die T?ren m?glichst auch in Vorzimmern verschlossen sind und keiner mitlauschen kann.

Ein Zimmer sollte m?glichst finster sein, in ihm stehen in zwei Ecken je ein Tisch mit ?llampe. An einem Tisch sitzt der Einweihende, am anderen der Einzuweihende. Die Lampen sollen grade soviel Licht abgeben, das man sie zum Lesen gebrauchen kann. Den Teilnehmern wird eine Liste Fragen gegeben die sie im Zimmer sitzend oder im Wald stehend ?berlegt vortragen.

?[Initians:] Was ist ihr Begehren N.N. (hier wird der Ordensname des Einzuweihenden genannt)
Initiandus: Erhabenes Mitglied der erlauchten Ordens, in welchen ich verlange aufgenommen zu werden, die Zeit meiner Probe ist vorbei. Auf ihren Befehl erscheine ich allhier, ich verlange noch einmal nach geh?riger, reifer zweij?hriger ?berlegung aufgenommen zu werden wenn ich danderst in den Augen der erlauchten Gesellschaft tauglich gefunden werde.
Initians: Ich habe ihr Conduite eingeschickt, Proben ihres Flei?es eingesandt, sie sind dadurch f?hig gefunden worden, einer von uns zu sein. Ich w?nsche ihnen in diesem R?ckfall Gl?ck und ermahne sie zu genauer Befolgung alles dessen was man ihnen fodern wird. - Aus einer zweij?hrigen ?berlegung, Erfahrung, Umgang, Durchlesung der eingeteilten Schriften und Nachrichten werden sie sich notwendig den Begriff gemacht haben, da? der Endzweck unserer Gesellschaft nichts weniger sei, als Macht und Reichtum zu erwerben, die weltlichen oder geistlichen Regierungen zu untergraben, sich der Herrschaft der Welt zu bem?chtigen und so weiter. Haben sie sich unsre Gesellschaft unter diesem Gesichtspunkt vorgestellt, oder sind sie in dieser Erwartung hineingetreten, so haben sie sich gewaltig betrogen, und da sie auf etwas ganz Verschiedenes konsertiert, so entlasset sie die Gesellschaft durch mich, wenn sie wollen, unter der Obliegenheit des Stillschweigens g?nzlich. Sie sind so frei wie vorhero, die Gesellschaft macht au?er dem Fall der Beleidigung keinen Anspruch auf sie. Dagegen haben sie auch von ihr, au?er dem ordin?re Zwangs- und Liebspflichten, nichts zu erwarten. ? Beharren sie nunmehro noch best?ndig auf diesem Entschlu??
Initiandus: Ich beharre darauf und verlange, aufgenommen zu werden.
Initians: Haben sie aber auch genug ?berdacht, dass sie sich neue Verbindlichkeiten aufb?rden, da? sie auf diese Art ihre nat?rliche Freiheit einschr?nken? Da? sie auch unangenehme Befehle erhalten k?nnen? Da? sie Personen antreffen k?nnen denen sie abgeneigt sind, die vielleicht gar ihre Feinde sind, da? sie dadurch k?nnen gereizt werden, gegen Obere ungehorsam und gegen die ganze Gesellschaft meineidig zu handeln?
Initiandus: Ich habe alles genau ?berdacht, ich bin vollkommener Herr meines Willens, ich bin genau ?berzeugt, da? Ausgelassenheit und totale Unabh?ngigkeit dem Menschen sch?dlich, da? es notwendig, da? seine Begierden geleitet werden, da? ich ohne Beistand anderer unverm?gend und nichts bin, da? nicht alles Unangenehme dem Menschen wahrhaft b?s, sowie auch nicht alles Angenehme dem Menschen wahrhaft gut sei. Da? mir nichts ohne dem meinigen und der Gesellschaft Besten und vern?nftigen Ursachen werde aufgetragen werden. Die Mitglieder der erlauchten Gesellschaft sind in meinen Augen meiner Liebe w?rdig genug, wenn die erlauchte Gesellschaft sie der ihrigen w?rdig erachtet.
Initians: Ich (Ordensname) von der erlauchten Gesellschaft Bevollm?chtigter lobe ihre Gesinnung; bevor ich ihnen aber den Eintritt in den Orden gestatte, will ich zuvor ihre Bedingungen h?ren, unter welchen sie eintreten.
Initiandus: Ich ?bertrage ihnen und der erlauchten Gesellschaft in ihren Namen alles Recht ?ber mich, anbei auch die Pflicht, f?r mich, meine Sicherheit und wahres Beste, da? mit dem Wohl der Gesellschaft bestehen kann, zu sorgen. Daf?r verbinde ich mich, gehorsam zu sein, sie zu ehren, zu dem Besten der Gesellschaft alle meine Kr?fte zu verwenden. Sollte ich aber von der Gesellschaft erfahren, da? sie blo? zu meinem wahren, nicht aber eingebildeten, Schaden denke, dass sie mich blo? nach ihrem Eigensinn behandlen und missbrauchen wolle, so verfluche ich sie, betrachte sie als meinen Feind, und bin zu schwach das Joch abzuwerfen, so will ich solches mit Unwillen ertragen, und der Sklav dieser Gesellschaft soll ihr ?rgster heimlicher Feind sein.
Initians: Ihr Begehren ist gerecht und vern?nftig, ich verspreche ihnen dahero im Namen unserer erlauchten Obern, im Namen aller Mitglieder und des ganzen Ordens, Schutz und Gerechtigkeit und Beistand; dagegen steht die Gesellschaft vor keine Unbilde, die sie sich durch Verschulden zugezogen oder dadurch, da? sie auf die Macht und Beistand des Ordens ges?ndigt haben. Aber (hier wird der Ordensname des Einzuweihenden genannt und ihm der Degen auf die Brust gesetzt) sollst du Verr?ter oder Meineidiger werden, so sehe hier in diesem Degen alle und jede von der Gesellschaft gegen dich in Waffen. Glaube nicht sicher zu sein, wo du auch immer hinfliehest, die Schand und Vorw?rfe deines Herzens und die Rache deiner die unbekannten Br?der wird dich bis in dein Innerstes peinigen und verfolgen.
Nunmehro, wenn sie noch darauf bestehen legen sie nachstehenden Eid ab.
Der Eid
wird abgelegt mit ?ber den Kopf gehaltener flacher Hand.
Ich N.N. bekenne hier vor Gott dem Allm?chtigen und vor ihnen, w?rdiger Bevollm?chtigter des erlauchten Ordens, in welchen ich verlange aufgenommen zu werden, dass ich diese meine nat?rliche Schw?che und Unverm?genheit erkenne, da? ich mit allem Rang, Ehre und Titel, die ich in der b?rgerlichen Gesellschaft fodern kann, im Grunde nichts weiter bin als ein Mensch. Da? ich alles ?brige und mehrere, gleichwie ich es durch meine Nebenmenschen erhalten, ebenso auch durch sie verlieren kann, da? ich solchen nach aller M?glichkeit zu verdienen suchen werden, noch vielweniger aber meine sowohl gegenw?rtig als zuk?nftige Mach und Ansehen zum Nachteil des allgemeinen Besten gebrauchen, wohl aber den Feinden des menschlichen Geschlechts und der b?rgerlichen Gesellschaft nach meinen widerstehen wolle.
Ich bekenne und schw?re ferner, dass ich alle Gelegenheiten der Menschheit zu dienen, begierig ergreifen, meine Erkenntnis und Willen verbessern und meine n?tzliche Einsichten allgemein machen wolle, insofern es das Wohl und die Statuten gegenw?rtiger Gesellschaft von mir fordern werden.
Ich gelobe auch ewiges Stillschweigen in unbr?chlicher Treue und Gehorsam allen Obern und Satzungen des Ordens. Ich tue hier treuliche Verzichte auf meine Privat-Einsicht und Eigensinn wie auch auf allen meinen eingeschr?nkten Gebrauch meiner Kr?fte und F?higkeiten.
Ich verpflichte mich, das Beste des Ordens als mein eigenes anzusehen und bin bereit, solchem, so lang ich ein Mitglied davon bin, mit meinem Gut, Ehr und Blut zu dienen. Sollte ich jemalen aus ?berlegung, Leidenschaft oder gar Bosheit handeln, so unterwerfe ich mich allen Ahndungen und Strafen, so mir von meinen Obern zuerkannt werden.
Ich verspreche weiters, da? ich in den Angelegenheiten des Ordens nach bestem Wissen und Gewissen mit Aufopferung meines eigenen Privat-Vorteils raten und handeln, wie auch alle Freunde und Feinde der Gesellschaft als meine eigene betrachten, gegen diese aber mich auf keine andere Art betragen wolle, als nach der Anweisung der Gesellschaft mir wird aufgetragen werden.
Nicht weniger bin ich bereit auf alle erlaubte Art und Weise auf ihre Vergr??erung und Vermehrung bedacht zu sein und meine Kr?fte nach M?glichkeit zu verwenden.
Ich verzeihe mich zu solchem Ende auf allen geheimen Vorbehalt und gelobe dieses alles nach der Intention der Gesellschaft, die mir diesen Eid auferlegt,
so wahr mir Gott helfe.?

(?Die Illuminaten: Quellen und Texte zur Aufkl?rungsideologie des Illuminatenordens?, S. 69-72)


Nach diesem Eid werden dem angehenden Kandidaten folgende Dinge vorgetragen.

  1. Dass er immer noch zur?cktreten kann, aber ihn seine Schweigpflicht st?rker bindet
  2. Dass gro?e Teile des Ordens f?r ihn noch im unbekannten liegen, ihm aber Mittel gegeben werden um diese Teile zu entdecken.?(Hier werden ihm die Zeichen gelehrt)?
  3. Dass er eine Verzeichnis seiner B?cher in einem Monat anfertigen soll.
  4. Dass er eine schriftliche arbeit anfertigen soll zu den Fragen
    1. Was sollte Endzweck des Ordens sein?
    2. Welche mittel soll der Orden dazu anwenden?
    3. Welche Organisation br?uchte so ein Orden?
    4. Was ist in so einem Orden zu vermeiden?
    5. Was f?r Personen er in so einem Orden anzutreffen hofft?

Der zu Initierende kann zu jeder Zeit die Initiation abbrechen und aus dem Orden entlassen werden.

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