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Jüdische Weltverschwörungstheorie

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Die Jüdische Weltverschwörungstheorie ist eine Verschwörungstheorie, die davon ausgeht, dass eine Weltverschwörung existiert, die von Juden betrieben wird und sich gegen Gojim (Nichtjuden) richten würde.

In diesem Ramen wird dem Judentum die Schuld an zahlreichen negativen Ereignissen, gegeben. Als Beleg werden immer wieder die  gefälschten Protokolle der Weisen von Zion herangezogen.

Der Glaube an eine jüdische Weltverschwörung ist ein fester Bestandteil des Antisemitismus und führte mit der Rassenlehre im Dritten Reich zum Holocaust, der grausamen Ermordung von millionen Männern, Frauen und Kindern in den Gaskammern der Nazischergen. Heute ist sie vor allem, wegen des Konflikts mit Israel, in arabischen Ländern verbreitet.

Geschichte der Theorien Bearbeiten

Mittelalter/frühe NeuzeitBearbeiten

Der Glaube an einer Verschwörung der Juden geht zurück bis ins Mittelalter. In der christlichen Leitkultur wurden den Juden eine Kollektivschuld an der Kreuzigung von Jesus gegeben (Gottesmord).

Katastrophen fasste man als Gottesstrafe für Fehlverhalten oder als fremdverschuldet auf. Eine Akzeptanz von Gottesmördern wurde oftmals als Ursache für göttliche Strafen betrachtet. Man unterstellte den Juden schwere Vergehen gegen den Christlichen Glauben, etwa Hostienfrevel oder Ritualmord. Ausbrechende Seuchen wurden angeblichen Brunnenvergiftungen durch die Juden unterstellt.

Als Ketzer wurden Juden auch mit anderen Heretikern in Verbindung gebracht, so wird z.B. durch den Begriff Hexensabbat das Judentum mit den Hexen gleichgesetzt.

GottesmordBearbeiten

Während der Zeit der Kreuzzüge wurde vielfach die Auffassung vertreten, dass wenn man gegen die Muslime kämpft, die Jesus zumindest als Propheten betrachten, man entsprechend härter gegen die Juden vorgehen müsste, welche Jesus nicht anerkannten und auch für dessen Tod verantwortlicht gemacht wurden (vgl. Ewiger Jude, Judas Ischariot).

ZinshandelBearbeiten

Vermutlich gehen solche Theorien unter anderem auf das Mittelalter zurück, als Christen der Geldverleih mit Zinsen durch die Bibel untersagt war. Juden, denen der Handel mit nahezu allen anderen Waren untersagt war, wurden zu Kredithändlern. Die Zinsnahme und der Wohlstand einiger Juden lenkte zunehmenden Neid und Argwohn auf sie.

20. JahrhundertBearbeiten

Die Protokolle der Weisen von Zion sind eine möglicherweise vom russischen Geheimdienst gefälschte Hetzschrift, die belegen soll, dass die Juden versuchen, die Weltherrschaft an sich zu reißen, verstärkten all diese Tendenzen und führte in Russland zu zahlreichen vom Zaren geduldeten Pogromen (einige vermuten das die Beteiligung von vielen Juden an der späteren Revolution darauf zurückzuführen sei). Aus dieser und insbesondere der Zeit des Nationalsozialismus stammen viele Propagandabegriffe wie z.B. "Weltjudentum", "Jüdische Internationale" oder "internationales Finanzjudentum".

Auch der Holocaust 1933-1945, der rund 6 Millionen von jüdischen Menschen das Leben kostete, führte zu keiner Abnahme des Argwohns. Teilweise reagierten (häufig rechtsextreme) Verschwörungstheoretiker mit der Annahme, dass die Juden ihre daraus resultierende Opferrolle nun zu ihrem Gunsten schamlos ausnutzen. Einige bestreiten sogar, dass es den Holocaust überhaupt gab.

Die Rothschild-"Dynastie", die ab 1750 von Mayer Amschel Bauer, einem deutschen Juden, gegründet wurde, ist eine der bekanntesten und reichsten Bankiersfamilien. "Die Rothschilds" sind auch bei den Bilderbergern vertreten, was den Konspirologen nur zuspielt. Unbeliebt wurde Mayer Amschel Rothschild durch den Soldatenhandel, den er für Wilhelm I. von Hessen-Kassel über England organisierte. Das mit diesen Subsidienverträgen verdiente Vermögen aus der Vermietung von Soldaten an England wurde allgemein als Blutgeld betrachtet.

NationalsozialismusBearbeiten

Jüdische Weltverschwörung und KommunismusBearbeiten

Karl Marx, Mitglied des Bund der Gerechten, einem europäischen Geheimbund der Linken in London, war von Geburt an Jude und wurde aber in frühen Jahren Protestant. Er bezeichnete Religionen allerdings auch "Opium des Volkes" und wegen seiner Schrift "Zur Judenfrage" wurde ihm z.T. auch unberechtigt Judenfeindlichkeit unterstellt. Marx dokumentierte nur den Streit zwischen den Junghegelianern Moses Hess und Bruno Bauer, der die "Judenfrage" wieder aufgeworfen hatte.

Viele Figuren der russischen Revolution, etwa Trotzky, waren Juden, weshalb grade deren jüdische Wurzeln von einigen als Beweis angesehen werden, dass das Judentum die Macht hinter dem (Pseudo-)Kommunismus der Sowjetunion wäre. Verschwiegen wird dabei aber auch oft das bei durch den Zaren geduldeten Pogromen in Russland zwischen 1903 und 1906 schätzungsweise 2000 jüdische Russen ums Leben kamen (die gefälschten Protokolle der Weisen von Zion waren in Russland um 1900 aufgetaucht und dort in einigen orthodoxen Kirchen gepredigt worden).

Stalin, der wegen seiner Paranoia bekannt und russisch-ortodox war, ließ die Juden später als "Wurzellose Kosmopoliten" verfolgen (vgl. Cäsarenwahnsinn).

Verschleierte TheorieBearbeiten

Die Verbreitung der Theorie von der jüdischen Weltverschwörung ist heute in Deutschland durch gewisse Gesetze verboten, weshalb ihre Vertreter meist darauf bedacht sind, sie so zu verstecken, dass der Leser zwar zwangsläufig an das Judentum als Verschwörer erinnert wird, aber die Verschwörung nie als explizit jüdisch bezeichnet ist. Methoden sind zum Beispiel jüdisch klingende Namen auszuschreiben, auch spricht man anstatt von einem Finanzjudentum meist einfach von der Hochfinanz, speziell von den Gründern der privaten amerikanischen Notenbank (FED).

Im amerikanischen Raum hingegen herrscht grenzenlose Meinungsfreiheit, weshalb Anhänger der Theorie dort von der ZOG (Zionist Occupied Government) sprechen, womit allerdings eindeutig nicht nur Zionisten gemeint sind.

kompatibles FeindbildBearbeiten

Nicht selten wird über den B'nai B'rith auch eine Verbindung zwischen Judentum und Freimaurerei konstruiert. Auch der Kommunismus wird nicht selten von Anhängern der Theorie als jüdisch betrachtet, weil Karl Marx Jude war. Auffällig hierbei ist, dass diese Ursprünglich erz-katholischen Feindbilder sich später auch im anti-katholischen Nationalsozialismus, sowie bei einigen anti-katholischen Evangelikalen wiederfinden.

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