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Cathars expelled

Katharer werden aus Carcassonne vertrieben, 1209

Die Katharer (griechisch: katharos = rein), auch Albigenser genannt, waren eine Glaubensbewegung im 11. bis 14. Jahrhundert die großteils im Süden Frankreichs, aber vereinzelt auch in Italien, Spanien und Deutschland, existierte. Sie bezeichneten sich selbst auch als Christiani oder Boni homines.

Von der katholischen Kirche wurden die Katharer als Häretiker verfolgt und im Albigenserkreuzzug bekriegt. Vom Begriff Katharer leitet sich das Wort Ketzer ab.

LehreBearbeiten

Da die Lehre der Katharer über Jahrhunderte verfolgt wurde, mangelt es an Orginalquellen, während Spekulationen und Verleumdungen überhand nehmen.

Die Katharer Vertraten einen strickten Dualismus: Einerseits gab es einen guten Gott des Geistes, andererseits auch einen bösen Gott der materiellen Welt (Rex mundi).

Mit dieser eigentlich unchristlichen Auffassung wurde Jesus Christus als zentrale Person des Glaubens aufgepfropft. Jesus selbst wurde nicht als Mensch betrachtet, sondern als Engel, dessen Leben und Sterben auf der Erde eine Illusion war.

Das Alte Testament wurde abgelehnt, beschrieb es doch den bösen Schöpfer der Welt, das Neue Testament hingegen war vom guten Gott des Geistes. Bibelzitate wurden von den Katharern recht frei interpretiert.

Spekulationen gibt es darüber wie sich der Glaube ausgewirkt hat. Z.T. kursieren Behauptungen, dass die Katharer den Selbstmord befürwortet hätten, war er doch Ausdruck der Loslösung des Geistes von der Materie. Auch das Zeugen von Kindern soll angeblich unüblich gewesen sein.

Der Glaube der Katharer weist Ähnlichkeiten zum Manichäismus auf. Ursprünge der Katharerlehre dürften auf den Balkan bei den Bogomilen liegen.

GemeindeBearbeiten

Die Gemeinde der Katharer unterschied zwischen zwei Arten von Gläubigen, den "Vollkommenen" und den "Gläubigen".

Die Vollkommenen wurden von den Gläubigen in einer Initiationsfeier erhoben ("Cosolamentum"). Sie sollten ihr Leben der Kontemplation weihen und die höchsten ethischen Maßstäbe haben.

GeschichteBearbeiten

Die Katharer tauchten erstmals zwischen 1012 und 1020 in Limousin auf und wurden sehr schnell vom Wilhelm IX. Herzog von Aquitanien und einem Großteil des Hochadels geschützt(Möglicherweise auch um so der Kirchlichen Steuereintreiber zu entgehen). Die Bewegung gewann so schnell an Boden.

1119 auf dem Konzil von Toulouse wurde vergeblich durch die katholische Kirche versucht die lokalen weltlichen Mächte für die Zerschlagung der Häresie zu gewinnen.

Vereinzelt tauchten Katharer auch im westlichen Deutschland, in Flandern und im nördlichen Italien auf.

Ab 1140 organisierten sich die Katharer neu zu einer eigenständigen Kirche, mit eigenen Hierarchien, Liturgien und Doktrinen und wuchsen in den nächsten 30 Jahren rapide an. Die Katharer waren damit eine ernsthafte Konkurrenz für die katholische Kirche.

1149 etablierte sich der erste Bischof in Nordfrankreich, welcher wenige Jahre später auch Kollegen in Albi und der Lombardei erhielt. Ende des 12. Jahrhunderts gab es 11 Bistümer.

Erst als Papst Innozenz III. 1198 an die Macht kam versuchte die Kirche entschiedener gegen die Häretiker vorzugehen. Ab 1209 predigten die Zisterzienser zum Albigenserkreuzzug. Ein nordfranzösisches Kreuzfahrerheer fiel ab 1209 in Toulouse und der Provence ein und massakrierte deren Einwohner, worunter auch Katholiken fielen. 1229 war der Kreuzzug offiziell beendet und an die Stelle der Kreuzzügler trat die Inquisition. Die letzten Spuren der Katharer verlieren sich Anfang des 15. Jahrhunderts.

Geheimnisse der KatharerBearbeiten

Nicht wenige schreiben den Katharern heute Geheimnisse, wie etwa das wissen um den Heiligen Gral, zu. Einige, meist esotherisch angehauchte, Theoretiker glauben das Maria Magdalena ihre letzte Ruhe in Südfrankreich fand was natürlich eine regionale Verknüpfung zu den Katharern schafft.

Zum Teil wird auch an eine Verbindung der Katharer mit der Prieure de Sion und den Templern geglaubt.

Das Geheimnis von MontségurBearbeiten

Montségur, die Gralsburg?Bearbeiten

Im zwischen 1200 und 1210 entstandenen Parzival von Wolfram von Eschenbach wird die Gralsburg als Monsalvat bezeichnet, was von einigen Theoretikern als auffallend ähnlich zum Namen Montségur gesehen wird. Beides würde "sicherer Berg" bedeuten.

Im "Jüngerer Titurel" (1272) von Albrecht von Scharfenberg wird der erste König des Heiligen Grals als Perilla bezeichnet, was ähnlichkeiten zum damaligen Halter der Burg Montségur, Raymond de Péreille, aufweise.

Die Eroberung von MontségurBearbeiten

Die Belagerung und Eroberung der Burg Montségur im Jahr 1244 stellte einen der schwersten Schläge gegen die Katharer dar. Nach der Kapitulation der Burg wurden den dortigen Katharern eine zweiwöchige Waffenruhe gewährt, an deren Ende 220 Katharer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden, da sie sich weigerten von ihrer Religion abzuschwören. Die Burg wurde danach vollkommen zerstört und erst später wieder aufgebaut.

Es existiert die Legende das einige Katharer innerhalb der zweiwöchigen Waffenruhe die Burg über einen steilen Abhang verlassen hätten und dabei einen Schatz vor den Kreuzzüglern retteten. Über die Natur dieses Schatzes herrschen weitreichende Spekulationen, im Allgemeinen wird davon ausgegangen, das aufgrund des schwierigen Geländes der Schatz nicht sehr schwer oder groß gewesen sein kann.

Eine vielfach geäußerte Vermutung ist das es sich bei den Schatz um den Heiligen Gral gehandelt habe.

Sonneneinfall zur SommersonnenwendeBearbeiten

Einige Spekulationen ranken sich um einen besondere Stellung von Fernsterscharten der heutigen Burg Montségur, welche das Licht angeblich zur Sommersonnenwende auf einen bestimmten Punkt fallen lassen. Das Phänomen ist von offizieller Seite nicht bestätigt, allerdings dürfte es nicht, wie oft fälschlich angenommen, auf einen geheimen Kult der Katharer zurückzuführen sein, da die Burg der Katharer 1244 restlos zerstört wurde und die heutige Burg ein Werk späterer Jahrhunderte ist.

Otto Rahn und der NationalsozialismusBearbeiten

Der Ariosoph Otto Rahn stellte zahlreiche Spekulationen über den Gral an und vermutete ebenfalls hinter Montségur die Gralsburg, weshalb er Untersuchungen in dem Gebiet unternahm. Seine Auffassungen gab er in den Büchern Kreuzzug gegen den Gral und Luzifers Hofgesind wieder.

Über Karl Maria Wiligut kam Rahn in Kontakt mit Heinrich Himmler und wurde Mitglied der SS, die er aber 1936 freiwillig verließ, nachdem Gerüchte über seine Homosexualität aufkamen.

Am 11. Mai 1939 wird Rahns schon stark verweste Leiche am Eiberg bei Söll in Tirol gefunden, Rahn war seit dem 13. März 1939 vermisst worden. Sein Tod wurde als Selbstmord betrachtet, was natürlich anders gearteten Spekulationen keinen Abbruch tut.

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