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Ein Koronaler Massenauswurf (KMA), englisch Coronal Mass Ejection (CME), ist eine Sonneneruption, bei der Plasma ausgestoßen wird. Werden die Auswirkungen in großer Entfernung zur Sonne untersucht, spricht man auch von interplanetaren KMA (engl. ICME). Vulgär werden diese Ereignisse auch als Sonnensturm bezeichnet.

Die Austrittsquellen sind meist die so genannten Sonnenflecken, deren Eruptionen auch als Flares (englisch: flare = helles, flackerndes Licht) bezeichnet werden. Das ausgestoßene Plasma besteht hauptsächlich aus Elektronen, Protonen und aus kleinen Anteilen von Kernen schwererer Elemente, wie Helium, Sauerstoff und Eisen. Vermutlich verursachen Rekonnexionen der Magnetfeldlinien die Eruptionen.

Die Häufigkeit von koronalen Massenauswürfen ist eng an die Sonnenaktivität gekoppelt. Im Sonnenfleckenminimum sind sie deutlich seltener als im Sonnenfleckenmaximum, die durchschnittliche, tägliche Häufigkeit schwankt von 0,5 Ereignissen im Minimum bis zu 6 Ereignissen im Maximum. Die Verteilung der Intensitäten gehorcht einem Skalengesetz.

Von der Sonne aus erscheint die Erde unter Sehwinkel von 17,6". Die wenigen KMA, die auf die Erde zielen, werden als geoeffektiv bezeichnet. Ein geoeffektiver KMA beeinflusst die Magnetosphäre und die Ionosphäre. Auf der Tag-Seite wird die Magnetosphäre zusammengedrückt, auf der Nacht-Seite verlängert sich der Schweif. Dabei werden große Mengen Energie freigesetzt, was unter anderem zu ausgeprägten Auftreten von Polarlichtern führt. KMA können Schäden an Satelliten verursachen und aufgrund der erhöhten Elektronendichte in der Ionosphäre Rundfunkübertragungen stören. 1859 führte abgeschätzt bislang stärkste je Dokumentierte Sonnensturm dazu, dass in Schweden und USA Brände ausbrachen. Die elektrischen Ströme in der Atmosphäre induzierten starke Ströme in Telegraphenleitungen.

Derzeit geht die NASA von 1 bis 2 Billionen Dollar Schaden aus, falls die Erde von einem ähnlicher Sonnensturm getroffen wird. Dieser dürfte sich vor allem auf elektrische Systeme Auswirkungen und kann zu langanhaltenden, großflächigen Stromausfällen auf dem gesamten Planeten führen, da insbesondere Umspannwerke Gefahr laufen dauerhaft durch eine durch einen Sonnensturm in Stromleitungen induzierte Überspannung zerstört zu werden und danach nur sehr langsam ersetzt werden können. Da die Stromversorgung praktisch alle Bereiche des täglichen Lebens bedingt, von der Wasserversorgung bis hin zu Tankstellen. Darüber hinaus ist auch mit Schaden an jeglicher Elektronik zu rechnen, welche etwa in Autos oder Flugzeugen verbaut ist.

Als Sicherheitsmaßnahmen gegen einen geoaktiven KMA ließen sich reduntante Systeme in der Stromversorgung betrachten, welche nach einem koronalen Masseauswurf die zerstörten Systeme ersetzten. Auch lassen sich manche Systeme durch spezielle Maßnahmen gegen einen EMP härten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eines Vorwarnsystems durch Überwachung der Sonnenaktivität, welches im Ernstfall Wichtige Systeme vom Stromnetz trennen würde und so Schaden vermeiden könnte. Aufgrund der Geschwindigkeit eines Masseauswurfs aus der Sonne von etwa 500 km/s würde die Vorwarnzeit maximal(!) nur wenig mehr als drei Tage betragen.

Manche aktuellen Vorhersagen weisen auf erhöhte Sonnensturmgefahren Ende 2012, Anfang 2013 hin, wenn sich die Sonne in ihrem 11-Jahreszyklus wieder im solaren Maximum befindet.

VerschwörungstheorieBearbeiten

Die folgen eines geoaktiven KMAs sind weitesgehend identisch mit denen von sogenannten nuklearen elektromagnetischen Pulsen, welche durch das Zünden von Kernwaffen in der oberen Erdatmosphäre erzeugt werden können (sieh auch: E-Bombe). Da mit einem plötzlichen geoaktiven KMA oder der weltweiten Zündung von Kernwaffen in der Hochatmosphäre alle von Strom abhängigen Kommunikationsmittel ausfallen, lassen sich beide Ereignisse für den Großteil der Betroffenen letztendlich nicht unterscheiden.

Ein koronaler Masseauswurf ließe sich also mit Nuklearwaffen-bestückten Satelliten gegenüber der normalen Bevölkerung vortäuschen und somit eine globale Krise herbeiführen (sieh auch: Neue Weltordnung).

FiktionBearbeiten

In Illuminatus! wird Atlantis mittels eines künstlich hervorgerufenen KMAs zerstört.

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