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Der Begriff Leukämiecluster Elbmarsch bezeichnet eine Häufung (Cluster) von Leukämie-Erkrankungen (Krebscluster), die bei Kindern im Gebiet der Samtgemeinde Elbmarsch (Niedersachsen, Landkreis Harburg) und des benachbarten Geesthachts (Herzogtum Lauenburg, Schleswig-Holstein) seit Frühjahr 1986 auftraten. Seit 1990 sollen etwa 21 Kinder erkrankt sein, wovon bisher 4 verstarben.

Es handelt sich nach Aussage von EU-Behörden hierbei um die weltweit höchste erfasste Leukämierate auf kleinem Raum bei Kindern und gleichzeitig um den am besten erfassten und dokumentierten Cluster weltweit. Die Ursache des Clusters ist bisher nicht wissenschaftlich stichhaltig nachgewiesen worden. Die möglichen Ursachen, die bisher von Gutachtern, Bevölkerung oder Journalisten in Betracht gezogen wurden, lassen sich in fünf Kategorien zusammenfassen:

  1. Zufallshypothese
  2. Die Nuklearanlagen Kernkraftwerk Krümmel und Forschungsreaktor Geesthacht, die sich im Cluster-Gebiet befinden
  3. Rückstände der Sprengstofffabrik Krümmel
  4. Andere Umweltfaktoren im Gebiet
  5. Demografische Faktoren

TheorienBearbeiten

Vertuschter nuklearer Unfall im GKSSBearbeiten

Eine Theorie die auch ihre Verbreitung in den Massenmedien gefunden hat, sieht als Ursache für die erhöhte Leukämierate einen Brand der sich am 12. September 1986 im GKSS-Forschungszentrum ereignet haben soll. Dieser Unfall und eine daraus resultierende Kontaminierung der Umgebung wurden nie von den Betreibern der Anlage zugegeben.

RadioaktivitätsmessungBearbeiten

Am 12. September wurde von den Messstationen des Kernkraftwerks Krümmel eine erhöhte Radioaktivität gemessen. Da am KKW Krümmel selbst kein Schaden vorlag, wird davon ausgegegangen das die Radioaktivität auf eine andere Ursache zurückzuführen ist.

Einige Erklärungen versuchten das Phänomen in Zusammenhang mit der Wetterlage und des aus der Erde aufsteigenden, natürlichen Radons, einem radioaktivem Gas, zu bringen. Nach Kritiker dieses Ansatzes habe es aber an diesem Tag keine besondere Wetterlage gegeben, weshalb die Quelle der Radioaktivität woanders liegen müsste.

ZeugenBearbeiten

Es soll einige Zeugenberichte geben die am 12. September einen Brand im GKSS-Forschungszentrum beobachten haben.

Der damalige Staatssekretär der Landesregierung Schleswig-Holstein Wilfried Vogt (Die Grünen), der daraufhin das Gelände inspizierte, gelangte aber zu der Überzeugung, dass dort kein Unfall stattgefunden habe

Pac-KügelchenBearbeiten

Innerhalb des Leukämieclusters sollen vereinzelt sogenannte Pac-Kügelchen gefunden worden sein, hierbei handelt es sich um eine verarbeitete Form eines Kernbrennstoffs, welcher in Kugeln von hunderstel Millimetern bis hin zu einem Millimeter Durchmesser vorkommen und besondere radioaktive Isotope wie Plutonium, Americium und Curium beinhalten. Solche Pac-Kügelchen werden etwa am Kernkraftwerk THTR-300 als Brennstoff verwendet.

Ursprung dieser Kügelchen ist unbekannt, wird aber oft mit dem vermuteten Brand im GKSS-Forschungszentrum in Verbindung gebracht. Das Kernkraftwerk Krümmel verwendet diesen Kernbrennstoff allerdings nicht.

Feuerwehr-UnterlagenBearbeiten

Die Archiv der zuständigen Feuerwehr wurde im September 1991 durch einen Brand zerstört, weshalb Unterlagen über einen vermuteten Einsatz am 12. September '86 nicht mehr zu finden sind.

Der zeitliche Zusammenfall des Archiv-Brandes mit dem populär werden der ersten Krebsfälle sorgt natürlich für die Spekulation, das das Archiv bewusst zerstört wurde.

GKSS-UnterlagenBearbeiten

Der Grünen Abgeordnete Andreas Meihsies und einige atomkritische Physiker wurde Einsicht in die Unterlagen des GKSS gewährt. Hierbei sollen keine Hinweise auf einen Vorfall oder eine Manipulation der Unterlagen gefunden worden sein.

Schiffsunglück ItapageBearbeiten

Eine weitere Theorie erklärt die Verseuchung durch die PAC-Kügelchen mit dem Schiffsunglück 1983 auf der Elbe zwischen der "Ever Level" und der brasilianischen "Itapage" (Wikipedia). Eine Zusammenarbeit zwischen dem GKSS und der brasilianischen Atomforschung in den 80er Jahren ist sehr wahrscheinlich.

siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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