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Als Ley-Linien (engl. ley lines) werden hypothetische gerade Verbindungslinien bezeichnet, welche besondere Landmarken über große Distanzen verbinden sollen.

Die Hypothese war erstmals 1921 vom britischen Hobby-Archäologen Alfred Watkins vorgeschlagen worden, der Verbindungslinien zwischen Orten mit der Endung -ley bzw. -leigh (altenglisch für Lichtung, Rodung) gefunden hatte.

Es ist umstritten in wie fern Ley-Lines wirklich existieren. Noch umstrittener ist die Frage, auf welche Ursache sie zurück gehen könnten, wenn sie denn existieren.

EsoterikBearbeiten

In der Esoterik, insbesondere der Geomantie, werden Ley-Linien häufig als Energie-Ströme betrachtet, an deren Schnittstellen sich Kraftorte befänden. Ausgehend von der postulierten Existenz dieser Energieströme werden von Esoterikern ganze Netzwerke von Ley-Lines um die Erde erdacht. Ein Beispiel hierfür ist etwa das "Christusbewußtseinsgitter"[1].

Das Wissen um diese Ströme sei in vergangen Zeiten bekannt gewesen, weshalb man besondere Orte entlang dieser Linien anlegte. Später sei das Wissen um diese Ströme verloren gegangen, die Orte aber geblieben. Beispiele für ganz besondere Orte seien etwa Stonehenge und die Pyramiden von Gizeh, welche meist sogar an vielfachen Schnittstellen der Linien lägen. Auch große Städte würden naturgemäß an Schnittstellen der Linien entstehen, da sie die Menschen unterbewusst anziehen würden.

Naturwissenschaftler halten dieser Interpretation entgegen, dass obwohl die Esoteriker wissenschaftliche Begriffe wie Kraft und Energie verwenden, die von ihnen beschriebenen Gegebenheiten nicht in Form von physikalischen Größen detektiert werden könnten.

Ley-Lines als Resultat gradliniger BewegungBearbeiten

Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Orten in einer Ebene ist immer eine Linie. Da dies eine Recht bekannte Weisheit ist liegt der Schluss nahe das auch schon die Händler aus grauer Vorzeit dies bei ihren Reisen beherzigt haben. Entlang der Handelsrouten wiederum hätten sich Orte entwickelt und so seien die graden Verbindungslinien zu erklären, welche die Orte verbinden.

Kritiker dieser Theorie hingegen führen an, dass es für die frühen Menschen kaum eine Möglichkeit gab, die gerade Verbindungslinie zu bestimmen, sondern sie sich statt dessen eher an Ortsmarken orientiert hätten.

Ley-Lines als Vorantike-LandvermessungBearbeiten

Es gibt Spekulationen das Ley-Lines das Resultat eines vorantiken Landvermessungssystems seien, welches mit der Zeit verloren ging. Orte seien, sei es aus religiösen oder verwaltungstechnischen Gründen, gezielt auf Basis dieses Vermessungssystems angelegt worden.

Ley-Lines als WahrnehmungsphänomenBearbeiten

Durch Computersimulationen lässt sich zeigen, das man ab einer gewissen Mengen zufällig in einer Ebene angeordneter Punkte auch gerade Linien finden kann, die scheinbar Punkte verbinden [1]. Da aber von der Ausgangssituation bekannt ist, das die Punkte zufällig angeordnet sind, zeigt sich so das Verbindungslinien auch ein Produkt der Wahrnehmung seien können, welche Strukturen in chaotische Dinge hinein-interpretiert.

grade Linien auf unebenen GrundBearbeiten

Einige Kritiker führen an, das Ley-Lines nur in der 2-dimensinoalen Darstellung der Erde, wie sie auf Karten üblich ist, erscheinen, die Erde aber ein 3-dimensionaler Körper sei. Dies hätte weitreichende Konsequenzen, die kürzeste Verbindung zweier Punkte auf einer Kugel wäre etwa nicht mehr eine eindeutig Grade, sondern die Geodäten.

Eine Grade würde die Oberfläche einer Kugel auch nur in maximal 2 Punkten schneiden, könnte also auch nicht mehr Orte miteinander verbinden. Ein Geoid ließe zwar, durch seine raue Oberfläche, die Möglichkeit mehrerer Schnittpunkte zu, dies aber auch nur in einem begrenzten Rahmen.

Geht man davon aus das sich Ley-Linien entlang der Oberfläche bewegen, stellt sich die Frage warum sie nur in der Höhe dem Gelände auswichen und nicht etwa nach links oder rechts, wie dies etwa bei Flüssen der Fall sei.

VerschwörungstheorieBearbeiten

tellurische Ströme als Mittel zur WeltherrschaftBearbeiten

Auf Basis der esoterischen Interpretation der Ley-Linien existiert eine Verschwörungstheorie, welche u.a. im Umberto Ecos "Das Foucaultsche Pendel" behandelt wird. Demnach strebe eine Weltverschwörung die Kontrolle über die zentralen Schnittpunkte der Ley-Linen bzw. der tellurischen Ströme an. Über die Kontrolle dieser Schnittpunkte ließe sich die Energie der Ströme, auf welche Art auch immer, nutzbar machen und die Herrscher über die Ströme hätten gleichzeitig auch Macht über die Welt.

In diesem Rahmen würden von den Weltverschwörern weltweit besondere Bauwerke, wie etwa Obelisken oder Kuppeln, an Schnittstellen der Ströme errichtet um sie in ihrem Sinne zu kanalisieren.

Durch die tellurischen Ströme, also elektrischen Strömen an der Erdoberfläche, können elektromagnetische Wellen mit extrem langer Wellenlänge und entsprechend kleiner Frequenz (sog. ELF) an der Erdoberfläche reflektiert werden. Durch die geladenen Teilchen in der Ionosphäre (Name!, Höhe >80 km) können dort ebenfalls elektrische Ströme stattfinden und EM-Wellen reflektiert, Erdoberfläche und Ionosphäre bilden also praktisch einen Wellenleiter. Wird eine EM-Welle auf der Erde in alle Richtungen ausgesendet und umläuft diese durch diesen Wellenleiter die Erde und wird sich irgendwann mit sich selbst überlagern (Interferenz). Bei den Schuhmann-Resonanz-Frequenzen (ca. 7,8 Hz und vielfache davon) tritt für solche Wellen eine positive Interferenz auf, so das sich stehende Wellen um die Erde ausbilden, andere Frequenzen werden durch negative Interferenz ausgelöscht. Die Schuhmann-Resonanzen werden von Esoterikern immer wieder mit dem kollektiven Unterbewusstsein in Verbindung gebracht und es wird darauf verwiesen, dass die Gehirn-Wellen, welche im Elektroenzephalogramm beobachtet werden, ebenfalls im ELF-Bereich liegen. (siehe auch: HAARP)

ReferenzenBearbeiten

  1. http://www.horstweyrich.de/christusbew-netz.htm

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