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Der Frachter Lucona wurde vom Wiener Konditoreibesitzer Udo Proksch 1977 gechartert, auf 212 Millionen Schilling versichert und von seinen Mittelsmännern im Indischen Ozean versenkt. Dabei kamen 6 Menschen ums Leben.

Die Versicherung verweigerte allerdings die Auszahlung der Versicherungssumme, da sie den Verdacht hegte, die Lucona habe nicht die behauptete wertvolle Fracht, eine Uranerzaufbereitungsanlage, sondern vielmehr Schrott geladen gehabt – was sich letztlich als richtig erweisen sollte: Die Lucona war in Wirklichkeit von einer aus österreichischen Heeresbeständen stammenden Bombe zerrissen worden und die Ladung repräsentierte einen wahren Wert von lediglich einer Million Schilling. Der Adressat der Lieferung war ein Strohmann Prokschs. Der "Fall Lucona" gilt als negatives Lehrstück in Sachen Wirtschaftskriminalität und versuchten Versicherungsbetruges.

Zur Klärung der Verwicklung von Politikern in den Fall, insbesondere politischer Verbindungen zur SPÖ ("Club 45"), wurde 1988-1989 ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eingesetzt, in dessen Folge der Nationalratspräsident Leopold Gratz zurücktrat. Der Gerichtsprozess gegen Proksch endete 1992 mit einem Schuldspruch wegen sechsfachen Mordes und mit der Verurteilung zu lebenslanger Haft. Proksch starb Ende Juni 2001 nach einer Herzoperation während der Haft.

Der Fall Lucona wurde von dem Journalisten Gerald Freihofner nach umfangreichen Recherchen in zahllosen Titelgeschichten für die Wochenpresse aufgedeckt. Auf dieser Basis verarbeitete der Journalist Hans Pretterebner die Kriminalgeschichte literarisch. Sein Buch diente als Vorlage für eine Verfilmung (1993) mit David Suchet in der Rolle des dort in Rudi Waltz umbenannten Proksch.

Der Lucona-Skandal war der größte Skandal der Zweiten Republik, der 1977 bis 1992 Österreich bewegte.

Verfilmung Bearbeiten

  • 1993 erschien der Film Der Fall Lucona, in dem Proksch, umbenannt in Rudi Waltz, von dem britischen Schauspieler David Suchet (bekannt auch als Hercule Poirot) gespielt wird.

Literatur Bearbeiten

WeblinksBearbeiten

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