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Matthias Rath (* 1955 in Stuttgart) ist ein umstrittener deutscher Arzt und Wunderheiler. Er gilt als Erfinder eines  alternativmedizinischen Verfahrens,der so genannten Zellular-Medizin, die Heilversprechen bei schweren Erkrankungen wie Krebs und AIDS macht. Das von Rath propagierte Heilverfahren hat sich in wissenschaftlichen Studien als wirkungslos gezeigt, ihre alleinige Anwendung daher lebensgefährlich.

Rath greift gleichzeitig die Heilungsansütze der so genannten "Schulmedizin" als wirkungslos und sogar krankheitsschaffend an und sieht sie als ein Produkt eines weltweiten Pharma-Kartells, welches eine "Pharma-Diktatur" anstrebe. Belege dafür liefert er keine.

In Südafrika war Rath mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, da er HIV/AIDS-Kranke von einer antiretroviralen Therapie abriet und stattdessen seine eigene Zellularmedizin anpries.

Im Rahmen der Zellular-Medizin vermarktet Rath über ein großes Netzwerk hochdosierte Vitaminpräparate. Zu diesem Netzwerk gehören die Rath-Foundation und die "Dr. Rath Education Services B.V." als PR-Organ. Anfang Juni 2005 wurde die Kleinpartei "Allianz für Gesundheit, Frieden und soziale Gerechtigkeit" (AGFG) gegründet, deren Mitglied Rath ist und welche große Spenden aus dem Rath-Netzwerk erhält. Aus einem Treffen der AGFG am 11. August 2005 ging die "Youth Alliance" hervor.

Kritiker werfen ihm Scharlatanerie vor, die Wirksamkeit der Zallular-Medizin sei in keiner Weise erwiesen, ebenso wie es keine Studien über eventuellen Nebenwirkungen der hochdosierten Vitaminpräparate gebe. Verschwörungstheorien bezüglich der Pharmaindustrie würden letztendlich nur dazu dienen das Vertrauen in die Schulmedizin zu zerstören um an ihrer Stelle das eigene Produkt vermarkten zu können (vgl. FUD).

LebenslaufBearbeiten

Nach seiner medizinischen Promotion in den 1990er Jahren und einer kurzen Anstellung am Deutschen Herzzentrum in Berlin nahm Rath eine Stelle am Institut von Nobelpreisträger Linus Pauling in den USA an. Dieser hatte die kontroverse Theorie aufgestellt, dass hochdosiertes Vitamin C und andere Nährstoffe nicht nur vor Erkältungen schützten, sondern auch gegen Krebs vorsorgen könnten. Pauling verbrachte seine letzten Jahre mit dem vergeblichen Versuch, diese in Fachkreise wenig anerkannte Theorie, von Pauling selbst orthomolekulare Medizin genannt, wissenschaftlich zu beweisen.

Bereits 1992, während seiner Arbeit an Paulings Institut, begann Rath in den USA damit, hochdosierte Vitamingemische zu verkaufen. Hierfür verwendete er zunächst Paulings werbeträchtigen Namen. Nach dem Tod Paulings im Jahre 1994 überwarf sich Rath jedoch mit den Erben Paulings, diese forderten von Rath eine hohe fünfstellige Summe an Entschädigungen und ließen ihm gerichtlich die kommerzielle Nutzung von Paulings Namen untersagen [1].

Etwa zur gleichen Zeit verlegte Rath seine Aktivitäten zurück nach Europa. Auf Grundlage von Paulings Theorien entwickelte Rath hier seine Zellular-Medizin, welche mittels hochdosierter Vitaminpräparate selbst die Heilung von Krebsleiden und AIDS verspricht.

Vertriebs und WerbestrukturenBearbeiten

Dr. Rath UnternehmensgruppeBearbeiten

Die genaue Struktur des Unternehmensgruppe ist schwer zu durchschauen, da sie aus verschieden Rechtspersonen besteht, deren Abgrenzungen, wenn überhaupt vorhanden, sich f?r Au?enstehende kaum erschließen.

Das Kernunternehmen wird scheinbar durch die zwei Rechtspersonen gebildet, welche beide der Matthias Rath Holding B.V. untergeordnet sind:

Die Dr. Rath Health Programs B.V., früher Matthias Rath B.V., welche sich mit dem Vertrieb der Produkte befassen.
Der Dr. Rath Education Services B.V., früher MR Publishing B.V., welche sich mit Werbung und der Organisation von Veranstaltungen befasst.

Postvertrieb aus den NiederlandenBearbeiten

Die von Rath vertriebenen Vitaminpr?parate entsprechen nicht den in Deutschland g?ltigen gesetzlichen Bestimmungen f?r Nahrungserg?nzungsmittel - aufgrund der teilweise hoch dosierten Wirkstoffe fallen die Pr?parate unter das Arzneimittelrecht.

Um die Arzneimittelzulassung in Deutschland zu bekommen, h?tte Rath jedoch Studien vorlegen m?ssen, welche die Wirksamkeit und Ungef?hrlichkeit seiner Produkte beweisen. Weil er das unterlie?, untersagte ihm das Landgericht Berlin den Vertrieb seiner Produkte in Deutschland.

Dieses Verbot umgeht Rath unter Ausnutzung einer Gesetzesl?cke, indem er seine Vitaminpr?parate und hochpreisigen Nahrungserg?nzungsmittel von seinem Firmensitz in Almelo/Holland per Postversand verkauft.

Gesundheits-BeraterBearbeiten

Zudem etablierte Rath ein geschlossenes Netzwerk so genannter ?Gesundheits-Berater?, welche ebenfalls Raths Produkte an den Mann bringen. Die Rekrutierung und kostenpflichtige Schulung dieser Gesundheits-Berater ?bernimmt ein von Rath gegr?ndetes Institut.


Zellularmedizin Bearbeiten

Die so genannte Zellular-Medizin nach Matthias Rath ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode in der Nachfolge der vom Chemiker Linus Pauling empfohlenen Hochdosierung von Vitaminpr?paraten. Nach Raths Theorie leiden fast alle Menschen an chronischem Vitaminmangel. Nahezu alle Krankheiten beruhen seiner Ansicht nach auf einem Mangel an Lysin und Vitamin C ? dadurch w?rde das Gleichgewicht von bindegewebsabbauenden und -aufbauenden Mechanismen zugunsten des Abbaus verschoben und es Krankheitserregern oder Krebszellen erm?glicht, das sie umgebende Bindegewebe aufzul?sen und sich im K?rper auszubreiten. Diese Behauptung ist wissenschaftlich nicht belegt und wird von fast allen Wissenschaftlern als falsch abgelehnt.

Fall:Dominik FeldBearbeiten

Besondere mediale Aufmerksamkeit erlangte der Fall des Jungen Dominik Feld, der an Knochenkrebs mit Metastasen in der Lunge erkrankt war. [2]

Seine Eltern hatten sich im Mai 2003 die Chemotherapie abgebrochen und sich im Frühjahr 2004 f?r die von Rath angepriesene zellul?rmedizinische Behandlung entschieden. In einer gro? angelegten Werbekampagne wurde bald darauf behauptet, die Rath'schen Vitaminpr?parate h?tten Dominik vom Krebs geheilt. Neben vielfachen Auftritten der Kindeseltern wurde unter gro?em Medienecho auch der kranke Junge selbst in zahlreichen Werbeveranstaltungen vorgef?hrt. Ein deutsches Gericht sprach schlie?lich den Eltern das medizinische Sorgerecht f?r ihr Kind ab.

Ab September 2004 kam es bei Dominik zu zunehmenden Beschwerden. Am 1. November 2004 starb Dominik im Alter von neun Jahren in Tijuana, Mexiko. Nach der R?ckkehr der Eltern wurde der Leichnahm von den Beh?rden beschlagnahmt und eine Obduktion vom Gerichtsmedizinischen Instituts der Uni Mainz durchgef?hrt, bei der ein gro?er Tumor, der auf Lunge und Herz gedr?ckt habe, als Todesursache festgestellt wurde.

Rath bestreitet weiterhin das Dominik an Krebs gestorben ist und behauptet auf seinen Internetseiten, Dominik sei an einer Serie von ?rztlichen Kunstfehlern gestorben.

Die Staatsanwaltschaft leitete ein so genanntes Todesermittlungsverfahren ein, welches zu dem Ergebnis kam das Dominik nicht infolge von ?rztlichen Fehlern starb. Da in 15 ? 20 % von F?llen mit ?hnlichen Krankheitsbild eine Behandlung ohne jeden Erfolg bleibt, wurde - in dubio pro reo - von einem Verfahren gegen die Eltern abgesehen. Allerdings wurde ein Ermittlungsverfahren wegen K?rperverletzung eingeleitet, weil die Eltern eine von den letzten Behandelnden ?rzten dringend empfohlene Schmerztherapie abgelehnt hatten.

In einer kritischen Reportage des Südwestrundfunks, welche die Krankheitsgeschichte von Dominik schildert, kommt die Journalistin B. Klein zum Schluß, der Fall Dominik sei "die Geschichte eines Scharlatanen, der einen kleinen Jungen für seine Geschäftszwecke mißbraucht hat. Die Eltern von Dominik, welche immer noch von der Wirksamkeit von Raths Behandlung berzeugt waren, wollten per Gerichtsbeschluss die Ausstrahlung der Reportage im November 2005 untersagen lassen, die Gerichte in Berlin haben in zwei Instanzen gegen die Eltern entschieden. Auch eine erneute Ausstrahlung im April 2007 konnte Rath durch eine Klageeinreichung gegen den SWR beim Landgericht Köln nicht verhindern.

AIDS-TherapieBearbeiten

In S?dafrika mussten sich Rath und dessen Stiftung vor Gericht verantworten, nachdem er den AIDS-Kranken des Landes falsche Hoffnungen machte und ihnen von einer antiretroviralen Therapie abriet. Auch in S?dafrika gab es bereits Todesopfer, nachdem im Vertrauen auf die Wirksamkeit der Zellularmedizin auf die anerkannt wirksamen Therapien verzichtet wurde (?Rath foundation conduct illegal experiments?).

So sagte Rath in einem Interview:

"ARV-Medikamente sind hochgiftige Chemo-Keulen, die die K?rperzellen sch?digen, vor allem die Zellen des Immunsystems. Deshalb verschlimmert die Einnahme von ARV-Pr?paraten die bestehende Immunschw?che von AIDS-Patienten noch weiter." [3]

Seinen Gegenspielern, zum Beispiel der afrikanischen Treatment Action Campaign (TAC), die sich f?r die AIDS-Aufkl?rung, Safer Sex und medikament?se AIDS-Therapien einsetzen, warf Rath vor, eine Schattenorganisation der Pharmalobby zu sein; und dies ungeachtet der Tatsache, dass die TAC selbst der pharmazeutischen Industrie eine herbe Niederlage beschert hatte, nachdem sie gerichtlich die kosteng?nstige Abgabe von ARV-Medikamenten durchgesetzt hatten.

Die Faktenlage zu AIDS ist eindeutig so schreiben tausend Wissenschaftler der Welt-AIDS-Konferenz:

„HIV verursacht AIDS. Es ist unglücklich, dass einige wenige weiter die Beweise leugnen. Diese Position wird unzählige Menschenleben kosten."Bearbeiten

RechtsfälleBearbeiten

2000: Der Gerichtshof von Almelo in den Niederlanden ordnete an, dass Rath unbegründete, falsche und beleidigende Aussagen über die Nahrungsmittelfirma Numico zu unterlassen habe.

2002: Der Britische Werberat stellte fest, dass die Anzeigen von Rath irreführende und falsche Behauptungen enthielten und ordnete deren Entfernung an.

2002: Die FDA (United States Food and Drug Administration) verständigte Rath, dass die Werbung für seine Nahrungszusätze gegen das Gesetz verstoßen, da sie Behauptungen der Wirksamkeit ohne wissenschaftliche oder regulatorische Prüfung machten.

2005: Der Werberat Südafrikas (ASASA) entschied in drei Fällen gegen Rath und stellte fest, dass er falsche und irreführende Behauptungen zur Wirksamkeit seiner Produkte gemacht hatte. Seine Werbeschaltungen wurden als "extrem rücksichtslos" bezeichnet. Rath setzte seine Werbeeinschaltungen fort, was zur Folge hatte, dass die ASASA aufgrund der Schwere von Raths Vergehen entschied, dass alle zukünftigen Werbeeinschaltungen von Rath der ASASA in Zukunft zur Prüfung vorgelegt werden müssen.

2006: Das Hohe Gericht Südafrikas entschied, dass Rath die Treatment Action Campain (TAC), eine gemeinnützige Gesellschaft gegen AIDS diffamiert hatte, indem er falsche und irreführende Äußerungen über sie gemacht hatte. Rath wurde verboten, seine diffamierenden Äußerungen fortzusetzen: "to ensure that the TAC's continued participation in the debate is not hamstrung by defamatory and unfounded allegations."

2006: Die Ausgabe des British Medical Journal (BMJ) vom 22. Juli veröffentlichte einen Bericht, dass Rath wegen Betruges in Zusammenhang mit dem Tod von Dominik Feld in Hamburg vor Gericht gestellt wurde. Der BMJ zog die Meldung aufgrund von Rechtsberatung zurück und entschuldigte sich bei Rath. Das BMJ akzeptierte, dass die Beschuldigungen ohne Grundlage publiziert wurden. Ein folgendes Verfahren wegen Beleidigung kam zu einer außergerichtlichen Einigung und BMJ zahlte Rath ₤100,000.

2006: Rath wurde in Deutschland wegen des Verkaufs von Vitaminen über das Internet ohne Apothekerlizenz angeklagt. Des Weiteren für die Behauptungen auf seiner Webseite, dass Vitamine Krebs heilen können. Rath einigte sich außergerichtlich und zahlte 33.000 Euro Strafe, die an eine Organisation für behinderte Kinder gingen.

2007: Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass die Broschüren "Kein Vitaminverbot! Stoppt das Pharmakartell!" und "Stoppt die Codex-Pläne des Pharmakartells!" nicht verboten werden dürfen, da ein solches Verbot gegen das Recht der Meinungsfreiheit verstoße.

2008: Das Gericht von Kapstadt verbot Rath, seine Produkte weiterhin zur Behandlung von AIDS anzupreisen und erklärte, dass die "Menschenversuche", die er in den Vorstädten gemacht hatte, illegal seien. Das Gericht fand, dass Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang und ihre Behörde die Pflicht gehabt hätten, Raths Aktivitäten zu untersuchen.

2008: Ben Goldacre und The Guardian wurden von Rath wegen des Inhalts von drei Artikeln verklagt, die Raths Aktivitäten in Südafrika beschrieben. Im September 2008 zog Rath seine Klage zurück und wurde verurteilt, die zwischenzeitlichen Kosten von £220,000 zu tragen. Goldacre drückte seinen Wunsch aus, eine akribisch genaue Arbeit über Rath und HIV/AIDS-Leugnung in Südafrika zu schreiben. Ein Kapitel aus Goldacres Buch Bad Science musste aus der ersten Edition wegen des laufenden Verfahrens entfernt werden, wurde aber in späteren Auflagen ergänzt und ist über Goldacres Webseite frei verfügbar.

ThemenkomplexBearbeiten


Matthias Rath | Zellular Medizin | 5bN Fünf biologische Naturgesetze


Ryke Geerd Hamer | Germanische neue Medizin


Scientology | KVPM | Psychiatriekritik


LaRouche-Bewegung | Kritik am Tavistock Institute


AIDS | SARS | Vogelgrippe | BSE


Angstindustrie | Impfkritik


siehe auch: Blockierung sinnvoller medizinischer Forschung

WeblinksBearbeiten

Psiram:

GWUP:

Bundesverband Sekten- und Psychomarktberatung:

Krebsliga Schweiz

Rath-Netzwerk

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