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Das Office of Strategic Services (OSS), deutsch: Amt für strategische Dienste, war ein US-Geheimdienst von 1942 bis 1945 und Vorläufer der CIA.

Gründung Bearbeiten

Das 1941 von Präsident Franklin D. Roosevelt ins Leben gerufene, zunächst zivile "Office of the Coordinator of Information" (COI) wurde am 13. Juli 1942 in das Office of Strategic Services umgewandelt. Er war ein operativ arbeitender Geheimdienst, der einer militärischen Gesamtorganisation, dem Joint Chiefs of Staff, unterstand. Sein Aufgabengebiet umfasste Beschaffung von Informationen, Desinformation des Gegners, psychologische Kriegführung, Partisanen-Unterstützung, Sabotage sowie Spionageabwehr. Alle Abteilungen bestanden bereits im COI.

Bei der Gründung des OSS hatte der britische Geheimdienst Pate gestanden. Erster Leiter des OSS war der Kriegsveteran, Spion und Wallstreet-Anwalt Generalmajor "Wild Bill" Donovan (1883-1959), ein Freund des Präsidenten, der bereits den Vorläufer der Behörde geleitet hatte. Donovan war anfangs Mitglied des "Room" gewesen, einer monatlich konspirativ tagenden Geheimloge führender US-Industrieller, die diskret Wirtschaftsinformationen aus dem Ausland austauschten. Die Söhne seiner Geschäftsfreunde, die sich vom OSS Ruhm versprachen, wurden bevorzugt rekrutiert. Donovan ließ unkonventionelle Strategien entwickeln sowie Spezialausrüstung wie getarnte Stich- und Schusswaffen für Einzelkämpfer hinter der Front und rüstete diese auch mit schallgedämpften Waffen aus. Viele Pläne erwiesen sich als praxisuntauglich. So wurde nach Jahren ein Programm eingestellt, mit dem man in Massen Fledermäuse über Japan abwerfen wollte, da Roosevelt von einer Panik der Japaner vor Fledermäusen gehört hatte.

Praxis Bearbeiten

Das OSS arbeitete weitestgehend am europäischen Kriegsschauplatz, da General Douglas MacArthur, der Oberkommandierende im Pazifik, nur mit den Geheimdiensten der Waffengattungen, insbesondere dem G-2 des Heeres, zusammenarbeitete. Das Personal des OSS empfand sich als elitär und war rechtskonservativ eingestellt. Ertragreichster OSS-Mann war Allen Dulles, der im neutralen Bern eine keineswegs getarnte Anlaufstelle für Überläufer unterhielt, wo u.a. Fritz Kolbe vorstellig wurde und Vermittler von Karl Wolff (SS-Mitglied) verhandelten.

Die Ansichten über die Effizienz des OSS gingen weit auseinander. Wertvolle Informationen gingen verloren oder wurden falsch bewertet. Unzureichend geplante Aktionen kosteten viele Partner der französischen Résistance das Leben. Militärtaktische Aufklärungsleistungen waren eher gering, vielmehr wurden ca. 80% der Aufklärungsleistung wie bereits zu COI-Zeiten durch die Luftbildauswertung erbracht. Erfolgreicher waren Kampagnen mit Flugblättern und Radio, die den Feind demoralisieren sollten. Bekannteste OSS-Partnerin war Marlene Dietrich, die neben Fronttheater auch über Radio an die Deutschen zur Kapitulation appellierte. Mit der Operation Sunrise etablierte das OSS bereits früh eine amerikanische Zusammenarbeit mit Personen der späteren, bundesdeutschen Organisation Gehlen.

Auflösung Bearbeiten

Das seitens des Militärs von Anfang an mit Argwohn bedachte OSS wurde nach dem Zweiten Weltkrieg am 20. September 1945 wieder aufgelöst. Die OSS-Veteranen installierten einen OSS-Mythos durch eine Vielzahl entsprechender Abenteuerromane, Comics und Spielfilme. Als ein neuer Geheimdienst gegründet werden sollte, gehörte es zu den Prämissen, dieser dürfe keinesfalls wie das OSS werden. Dennoch wurden viele der OSS-Mitarbeiter in die 1947 gegründete CIA übernommen bzw. arbeiteten für das American Committee for a United Europe. Die Mitgliedschaft im OSS erwies sich als Sprungbrett für wirtschaftliche Karrieren.

Die Akten des OSS wurden erst in den 1970er und 1980er Jahren freigegeben.

Einer der bekanntesten Mitarbeiter des OSS war der Philosoph Herbert Marcuse, zeitweilig Chef der Europa-Sektion des Dienstes.

Weblinks Bearbeiten

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