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Als October surprise (engl. Oktober-Überraschung) werden überraschende Ereignisse bezeichnet, welche kurz vor US-amerikanischen Wahlen stattfinden. Da der Wahltag auf den Dienstag nach dem ersten Montag des Monats November festgelegt ist, fallen solche Überraschungen üblicherweise in den Monat Oktober.

Da solche Ereignisse den Wahlausgang entscheidend beeinflussen können, liegt hierbei oft der Verdacht nahe, dass diese Ereignisse künstlich hochgepusht werden oder gar gezielt inszeniert wurden. Meist werden aber auch einfach Korrelation und Kausalität in diesem Zusammenhang durcheinandergebracht. Ein statistische Häufung solcher Ereignisse kann nicht belegt werden.

Oktober-ÜberraschungenBearbeiten

1980 - Carter vs. Reagan und die Geiselnahme von TeheranBearbeiten

Infolge der islamischen Revolution im Iran wurden am 4. November 1979 52 US-Diplomaten als Geisel genommen. Eine durch die Carter-Regierung versuchte Befreiungsaktion am 24. April 1980, Operation Eagle Claw, scheiterte Katastrophal. Nach dem Tod des Shahs und dem Angriff des Iraks auf den Iran bekamen die Verhandlungen neuen Schwung. Am 20. Oktober erklärte Carter, das er Waffen, welche der Iran von den USA gekauft und bezahlt hatte, freigeben würden wenn die Geiseln frei kämen. Am 3. November 1980, einen Tag vor der Wahl, bestimmte der Iran Algerien zum Vermittler und Verhandlungsführer für ein Abkommen mit den USA, was die US-Regierung zunächst ablehnte.

Carter konnte sich, wohl auch wegen dem mangelnden Erfolg in der Geisel-Krise, nicht bei der Wahl gegen Reagen durchsetzten. Die Freilassung der Geiseln wurde erst durch ein Abkommen am 19. Januar 1981 erreicht. Die Geiseln kamen am 20. Januar 1981, dem Tag der Amtseinführung von Ronald Reagan, frei.

Es gibt Vermutungen das Reagan geheime Verhandlungen mit der iranischen Regierung geführt hat, mit dem Ziel die Geiselfreilassung über die Wahl hinaus zu verzögern, um Carter den politischen Erfolg einer Befreiung nicht zugute kommen zu lassen. Als Gegenleistung seien dem Iran etwa Waffenlieferungen versprochen worden, wie später in der Iran-Contra-Affäre.


Vorfälle vor Wahlen in DeutschlandBearbeiten

  • 26. September 1980: Oktoberfestattentat fand weniger als zwei Wochen vor der Bundestagswahl am 5. Oktober 1980 statt.
  • 13. September 1987: Barschel-Pfeiffer-Affäre wird einen Tag vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein bekannt.
  • 10. August 1994: Plutonium-Affäre, am Münchener Flughaft werden zwei Personen wegen des Schmuggels von waffenfähigem Plutonium festgenommen. Das Ereignis, welches durch ein Scheingeschäft des BND provoziert wurde, fand kurz vor der Landtagswahl in Bayern am 25. September 1994 und der Bundestagswahl am 16. Oktober 1994 statt.
  • Juli 2005: VW-Korruptionsaffäre wird bekannt und schadet der eng mit dem Konzern verbundenen SPD im Wahlkampf 2005. Kurz vor Bekanntwerden der VW-Affäre hatte der Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem Votum vom 1. Juli 2005 vorzeitige Neuwahlen herbeigeführt, welche am 18. September 2005 stattfanden.
  • 4. September 2009: Beim einem Luftangriff bei Kunduz (Afghanistankrieg) werden Dutzende Zivilisten getötet. Das Verteidigungsministerium gründet eine geheime Gruppe 85, welche die Vorfälle gezielt herunterspiele soll. Die Bundestagswahl findet am 27. September 2009 statt.

siehe auchBearbeiten

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