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Olof Palme

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Sven Olof Joachim Palme (* 30. Januar 1927; † 28. Februar 1986) war ein schwedischer Ministerpräsident, der bei einem Attentat nach einem Kinobesuch ermordet wurde. Bis heute wurde niemand für den Mord verurteilt und das regelrechte Chaos was innerhalb der Schwedischen Polizei während der Tatnacht herrschte hat Anlass zu verschiedensten Spekulationen gegeben.

Palme soll angeblich Mitglied im Komitee der 300 gewesen sein.

AttentatBearbeiten

AblaufBearbeiten

AttentatBearbeiten

Am 28. Februar 1986 um 23:23 Uhr wurde Olof Palme im Alter von 59 Jahren an der Ecke Sveavägen/Tunnelgatan in der Innenstadt von Stockholm ermordet. Er war mit seiner Frau Lisbet ohne Polizeischutz nach einem Besuch im Kino „Grand“ („Bröderna Mozart“ Die Gebrüder Mozart von Suzanne Osten) auf dem Heimweg, als vor dem Scandia-Haus ein Mann hinter den beiden Auftauchte und aus nächster Nähe mit einem Smith-&-Wesson-Magnumrevolver Kaliber .357 zweimal schoss auf Lisbet und Olof Palme. Obwohl er sehr schnell in ein Krankenhaus gebracht wurde, wurde Palme dort kurz vor Mitternacht für tot erklärt. Seine Frau erlitt leichte Verletzungen.

Einem Passanten gelang es zunächst, den Attentäter zu verfolgen, er verlor ihn jedoch.

UntersuchungenBearbeiten

Der nun folgende Polizeieinsatz startete schleppend. Die Suche nach dem Täter kam auch deshalb nur äußerst zögerlich in Gang, da sich die Stockholmer Stadtpolizei und die schwedische Sicherheitspolizei Säpo zunächst lange um die Zuständigkeit stritten.

Wenige Stunden nach dem Attentat wurde ein Phantombild des Täters verbreitet das laut Aussage der Staatsanwaltschaft der Auffindung des Täters eher hinderlich war.

Vieles deutet auf Schlampereien bei der Ermittlung hin, so wurden etwa die beiden Patronen nicht von der Polizei, sondern erst von Passanten 1 bzw. 2 Tage nach der Tat gefunden.

Ein angebliches RAF-Bekenntnis wurde von der Polizei als unglaubwürdig eingestuft.

Zunächst wurde auch die PKK verdächtigt.

Eine Spur führte überdies nach Südafrika. Das dortige Apartheid-Regime, gegen das sich Palme wiederholt und engagiert ausgesprochen hatte, wurde verdächtigt, den Mord an Palme in Auftrag gegeben zu haben. Auch Palmes entschiedene Gegnerschaft zum Vietnamkrieg der Amerikaner wurde als möglicher Hintergrund in Erwägung gezogen. In diesem Zusammenhang hatte der Ministerpräsident für Schlagzeilen gesorgt, indem er die US-Angriffe auf Nordvietnam mit den NS-Verbrechen verglich.

Es vergingen fast drei Jahre, ohne dass die Polizei bei der Suche nach Palmes Mörder entscheidende Fortschritte machte. Erst Ende 1988 konnte man der Öffentlichkeit einen Tatverdächtigen präsentieren, der gut ins Bild zu passen schien. Es handelte sich hierbei um den einschlägig vorbestraften und drogenabhängigen Christer Pettersson. Er war bereits kurz nach dem Attentat vernommen worden. Jetzt aber hatte sich sein Alibi für die Tatnacht als falsch erwiesen.

Der ungeklärte Mord geriet im September 2003 im Zusammenhang mit dem Attentat auf Anna Lindh wieder in die öffentliche Diskussion: Auch bei diesem zweiten Mord an einer prominenten Persönlichkeit der schwedischen Politik binnen weniger Jahre konnte der Täter zunächst nicht zweifelsfrei festgestellt werden, was zu massiver Kritik an der Arbeit der schwedischen Polizei führte und bei vielen Menschen die Erinnerung an den Mordfall Palme wieder wachrief. Jedoch gelang es den Behörden hier verhältnismäßig schnell, einen Täter zu fassen.

Im Jahr 2011 wird der Mord an Palme nach schwedischem Recht verjährt sein.

Hans HolmerBearbeiten

Auch der damalige Stockholmer Polizeichef Hans Holmér verwickelte sich in Widersprüche. Er gab beispielsweise an, zum Zeitpunkt des Attentats in einem Hotel in Borlänge genächtigt zu haben, obwohl er dort nie gewesen war. Tatsächlich nahm er am Tattag am Wasalauf teil, weshalb er erst am 1. März die Ermittlungen aufnehmen konnte. Er richtete seine Ermittlungen vor allem in Richtung PKK.

Im Februar 1987 wurde er von der Leitung der Ermittlungen entbunden und reichte im März 1987 sein Entlassungsgesuch aus dem Polizeidienst ein.

Holmérs Buch "Tod in Stockholm – Der Mordfall Olof Palme" wurde vom Autor nach heftigen Anfeindungen zurückgezogen; unter anderem kam die Vermutung auf, die schwedische Sicherheitspolizei Säpo sei von Rechtsextremen unterwandert, habe die Ermittlungen verschleppt oder sei sogar selbst in das Attentat verwickelt. Auf letztere Vermutung weisen unter anderem Mitschnitte des Funkverkehrs in der Nacht des 28. Februar 1986 hin.

TheorienBearbeiten

Christer PetterssonBearbeiten

Christer Pettersson wurde 1989 für den Mord schuldig gesprochen musste aber in zweiter Instanz Freigesprochen werden nachdem bekannt wurde das die Ermittler Lisbet Palme bei der Identifizierung des Mörders einen Tipp gegeben hatten.

Bis heute hält die Palme-Witwe und einzige Zeugin des Attentats Lisbet Palme daran fest das Pettersson der Mann war, der auf sie geschossen hat, wodurch eine erfolgreiche Verhandlung gegen einen anderen Täter unmöglich ist.

Pettersson gilt bis heute als Hauptverdächtiger, doch sein Tod 2005 hat jede nachträgliche Verurteilung unmöglich gemacht.

Tod PetterssonsBearbeiten

Vielfach wird auf die Merkwürdigen Todesumstände Petterssons verwiesen. Pettersson starb am 29. September 2004 im Karolinska Sjukhuset in Solna bei Stockholm an schweren Kopfverletzungen, mit denen er 13 Tage zuvor eingeliefert wurde.

Laut offizieller Darstellung erlitt Pettersson diese Verletzungen als er alkoholisiert auf Pflastersteine stürzte. Infolge haben sich Komplikationen wie etwa Hirnblutungen ergeben, die zum Tode Petterssons führten.

Lars TingströmBearbeiten

Lars Tingström, der in Schweden wegen des Versendens von Briefbomben schlicht als der "Bombenmann" bekannt ist, belastete Pettersson 1993 in seinem Testament.

Tingström gibt darin an den Staat zu hassen und die Ermordung des Königs und Palmes geplant zu haben, für letzteres habe er Pettersson ausgewählt, der den Mord ausgeführte.

Sigge CedergrenBearbeiten

Sigge Cedergren (24. 2. 1931 - 5. 3. 1996) sagte auf dem Sterbebett aus, dass er Pettersson den nichtregistrierten Revolver, den er für den Mord verwendete, geliehen hatte.

TV-GeständnisBearbeiten

Aufsehen erregte der Film Jag såg mordet på Palme, der am 26. Februar 2006 im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Dort gesteht Pettersson den Mord und beschreibt, dass es sich um eine tragische Verwechslung handelte, weil er jemanden anderen töten sollte, den Drogenhändler Sigge Cedergreen.

Kritiker dieses Geständnisses verweisen darauf das Pettersson schon mehrmals Mord-Geständnisse an die Presse verkauft hat, nur um sie im Nachhinein zu widerrufen.

Aussage von Petterssons FreundinBearbeiten

Am 2. Februar 2007 berichtete die langjährige Freundin Petterssons gegenüber einem Journalisten der Zeitung Aftonbladet, dass Pettersson ihr gegenüber den Mord an Palme gestanden habe. Das Motiv wäre Hilfe für einen Bekannten der wegen Steuerschulden Rache an Palme nehmen wollte. Dabei legte sie 40 Briefe von Pettersson vor.

Die PolizeiverschwörungBearbeiten

Die Verwirrungen, die es nach dem Attentat gab, haben viele beeindruckt. Erst der dritte Polizeianruf schien überhaupt eine Wirkung erzielt zu haben und auch danach ging die Kommunikation denkbar schleppend voran. Die Schwedische Presse erfuhr z.B. erst eine Stunde nach den Kollegen in anderen europäischen Ländern von den Vorgängen.

Viele vermuten deswegen eine Involvierung der Polizei, im Speziellen einer rechtsextremistisch geprägten Unterabteilung, für deren Auflösung Palme plädierte. Ob es sich hierbei um eine Verschwörung zwischen Polizei und Geheimdiensten, der Polizei in Kooperation mit weiteren rechtsextremen Gruppen oder einer kleinen Gruppe innerhalb der Polizei handelt, oder die Polizei nur für die Vertuschung zuständig war, ist umstritten.

Rechtsextremistische Motive zur Ermordung gab es allemal, Palme war Sozialdemokrat, der gegen die Apartheid in Südafrika war.

In der entsprechenden Nacht sollen beachtlich viele Menschen mit Funkgeräten unterwegs gewesen sein, unter anderem auch ein einzelner Polizist in einem Polizeiwagen (obwohl doch üblicherweise immer zwei auf Streife gehen) den man unter den Gläubigen der Verschwörung für den wahren Täter hält.

Bestätigt ist das sich während des Attentats mehrere aktenkundige Mitglieder einer rechten Polizeikameradschaft in der Nähe aufhielten.

PKKBearbeiten

Vor seinem Tod wurde Palme von der Partiya Karkerên Kurdistan (PKK, Arbeiterpartei Kurdistans) beschuldigt, einseitig in der Kurdenfrage auf der Seite der Türkei zu stehen. Kurz vor dem Attentat wurde in Stockholm ein Symphatisant der PKK verurteilt, der einen Verräter ermordet hatte. Genügend Motivation für einen Mord.

Der ehemalige PKK-Chef Abdullah Öcalan sagte 1999 hierzu aus, dass er nichts von dem Mord wisse, aber auch eine Beteiligung von PKK-Ausbrechergruppen nicht ausschließe.

Apartheids-RegimeBearbeiten

Laut dem ehemaligen Geheimpolizisten des südafrikanischen Apartheids-Regims Eugene de Kock und seinem Vorgänger Dirk Coetzee ging das Attentat von der Geheimpolizei aus. Oberst De Kock und Coetzee leiteten eine berüchtigte Spezialeinheit, die Gegner des Apartheids-Regims mit allen Mitteln ausschalten sollte. Laut Coetzee waren 80 bis 90 Agenten an der Mordplanung beteiligt.

Motivation gab es scheinbar genug: Schweden unterstütze die African National Congress (ANC) mit finanziellen Mitteln. Palme setzte sich vor der UNO für eine scharfe Sanktionierung gegen das südafrikanische Regim ein. Gelder die über die Sozialistische Internationale von Schweden für den Widerstand gegen das Regim geschleust wurden, dienten auch zur Beschaffung von Waffen.

Nur eine Woche vor seiner Ermordung griff Palme die Apartheid massiv an indem er sie mit Hitler und dem Massenmord in den deutschen Konzentrationslagern verglich und weitere Sanktionen forderte.

Ein Söldner namens Anthony White soll letztendlich den Mord begangen haben. Dratzieher war der Spion Craig Williamson, der sich zum Zeitpunkt des Mordes in einem 200m vom Tatort entfernten Gästehaus der Polizei in Schweden befand. Williamson bestreitet eine Beteiligung an dem Attentat, gibt aber zu mehrmals in Schweden gewesen zu sein und sagt über Anthony White "Er war einer meiner besten Soldaten."[1]

Desweiteren sollen zahlreiche Ultra-Rechte in Schweden von Südafrika aus gefördert worden sein. Der schwedische Rechtsextremist Bertil Wedin nahm an einem Terrorkurs des Apartheids-Regims teil und gibt an für Williamson als Assistent gearbeitet zu haben. Desweiteren sollen sich mehrer schwedische Polizisten, denen Rechtsextremismus nachgesagt wird, vor und nach dem Attentat, natürlich rein privat, in Südafrika aufgehalten haben.

Kritiker bezweifeln den Wahrheitsgehalt der Aussagen. Der sechsfache Mörder de Kock und Coetzee, der einst für das Burenregime Todesschwadronen aufbaute und heute angeblicher Anhänger der Befreiungsbewegung African National Congress (ANC) ist, würden lediglich versuchen sich in dem neuen System zu Rehabilitieren und erhofften sich eine Amnestie von der südafrikanischen Wahrheitskommission.

FinnenspurBearbeiten

Die Polizei tat folgenden Hinweis einer Zeugin, die sich erst 1993 meldete als erfunden ab.

Sie will wenige Minuten vor den Schüssen auf den schwedischen Ministerpräsidenten einen Verdächtigen im Eingang eines Geschäfts am Sveavägen erkannt haben. Sie war mit einer Freundin aus dem Kino gekommen, wollte sich nach der Uhrzeit erkundigen, erkannte in dem Mann ein Mitglied jenes Fitness-Studios , in dem sie selbst trainierte, (andere Quellen sprechen von einem finnischen Schulkameraden) und sprach ihn – weil sie wusste, dass er Finnisch sprach – auch auf Finnisch an. Daraufhin drehte sich der bewaffnete Mann nach Angaben der späteren Zeugin um, verdeckte sein Gesicht, während aus einem Walkie-Talkie, das er mit sich führte, auf finnisch die Anweisung zu vernehmen war, er solle sich unauffällig verhalten.

RAF-BekenntnisBearbeiten

Angebliche RAF-Mitglieder bekannten sich zu der Tat, die aus Rache am schwedischen Verhalten bei der Besetzung der deutschen Botschaft in Schweden verübt worden sei. Die Polizei hielt diese Aussagen für unglaubwürdig.

Victor Gunnarsson und die EAPBearbeiten

Gunnarsson soll sich zum Zeitpunkt des Attentats in Stockholmer Café befunden haben, wo er sich gegenüber 3 Frauen als Amerikaner (mit akzentfreiem Schwedisch) ausgab und über Politik sprach, wobei er "Rückenschüsse für Palme" erwähnte.

Victor Gunnarsson wurde zwölf Tage später verhaftet und für eine Woche in Untersuchungshaft gesteckt, musste aber mangels Indizien wieder freigelassen werden. Gunnarsson war ein Rechtsextremist und Mitglied der Europäischen Arbeiterpartei (EAP) (welche von manchen als "LaRouche-Sekte" betrachtet wird).

Die EAP hatte im Vorraus eine regelrechte Hass-Kampagne gegen den als sozialistisch verschrienen Politiker gefahren. Einer von LaRouches Sichherheitsmänner sagt sogar auf NBC "dass Palme ein Verräter an den USA ist, den man erschießen" müsse.[2]m

Nach seiner Freilassung verschwand Gunnarsson in die USA wo er 1994, in einer laut US-Polizei üblichen Abrechnung für das kriminelle Milieu, ermordet wurde.

siehe auchBearbeiten

schwedische U-Boot-Krise

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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