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Pierre Athanase Marie Plantard (*1920; †2000), zeitweise auch unter den Namen Verran de Verestra oder Pierre von Frankreich bekannt, ist eine in Zusammenhang mit der Geschichte um die Prieuré de Sion bedeutende Person. Laut dem Dossiers Secrets d'Henri Lobineau war Plantard für seine Zeit der Nautonier, also der Anführer, dieser Organisation.

Skeptiker hingegen halten Plantard für einen Betrüger, welcher die Prieuré de Sion und vieles aus dem sie umgebenden Mythos erfunden habe.

LebenBearbeiten

Plantard wurde 1920 in Paris als Sohn des Butlers Pierre Plantard und der Köchin Amélie Marie Raulo geboren. Mit 17 Jahren ging er von der Schule ab. Er war in frühen Jahren Anhänger der jüdisch-freimaurerischen Weltverschwörungstheorie. Er gründete, unter dem Namen Verran de Verestra, zur Reinigung und Erneuerung der französischen Nation mehrere Phantomgesellschaften wie etwa die Union Française (1937), die Renovation Nationale Française (1941) und die Alpha Galates (1942), welchen allerdings wärend der Besatzung durch die Deutschen keine Gründungsgenehmigung erteilt wurde.

Nach dem Krieg gründete er erneut den sich auf das gallische Druidentum berufenden Orden Alpha Galates und nannte sich Pierre von Frankreich. Auch diese Gründung konnte sich nicht behaupten. Plantard heiratete, zog 1948 in die kleine Stadt Annemasse und arbeitete als technischer Zeichner. Nachdem seine Ehe in die brüche gegangen war, gründete er am 7. Mai 1956 mit seinem Freund André Bonhomme die Prieuré de Sion, wobei Sion sich vermutlich auf das Nahgelegene Montagne de Sion bezog.

Der Verein widmete sich offiziell der Kampf gegen Bauspekulanten und dem Schutz von Billigwohnungen und gab die Zeitschrift Circuit herraus.

Plantard begann bald zu verbreiten das die Prieuré de Sion auf die Templer zurükgingen und das ihr Zweck in dem Schutz der rechtmäßigen Thronerben der Merowinger bestand, deren letzter Nachkomme Plantard selbst sei. Am 27 April 1967 wurde das Dossiers Secrets d'Henri Lobineau in der Bibliothèque nationale de France deponiert, nachdem es Plantard und Philippe de Cherisey auf einer Schreibmaschine verfasst und aus anderen Texten zusammengestellt wurde. Cherisey und Gérard de Sède ergänzten Plantards Geschichte um den Mythos des von Abbé Saunière gefundenen Templer-Schatzes, der noch immer um Rennes-le-Châtau lagere und bei dem es sich um nichts Geringeres handle als den Schatz des Salomonischen Tempels und den heiligen Gral.

Anfang der 90er-Jahre kam es in Frankreich zu einer politische Affäre um die Geschäfte des 1989-verstorbenen, ehemals Mitterrand-Vertrauten Roger-Patrice Pelat, von dem Plantard behauptet hatte, er gehöre zur Prieuré de Sion. Pelat hatte dem Premierminister Pierre Bérégovoy ein zinsloses Darlehen gewährt, welches dieser nicht vollständig zurückzahlte. Bérégovoy wiederum beging 1993 angeblich Selbstmord und war damit in eine ungewöhnliche Häufung von Selbstmorden französischer Politiker verstrickt (René Lucet (†1982), François de Grossouvre (†1994), Pierre-Yves Guézou (†1994)).

Plantard wurde deswegen von der Polizei vorgeladen. Er gab an, dass die Prieuré de Sion ein Schwindel sei und er nichts mit dem Vorfällen zu tun habe und wurde daraufhin mit einer Verwarnung laufen gelassen.

Bis zu seinem Tod im Jahr 2000 lebte Plantard in bescheidenen Verhältnissen in Paris.

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