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Logo der Prieuré de Sion

Die Prieuré de Sion (wörtlich: Kloster von Zion) sind ein sagenumwobener Geheimbund, der im Zusammenhang mit den Templern steht. Die Existenz dieses Ordens wird bis heute von Historikern geleugnet und als eine plumpe Geschichtsfälschung abgetan.

TheorienBearbeiten

Geheimnis der TemplerBearbeiten

Die Prieuré de Sion werden als Abspaltung oder Neugründung der Templer betrachtet, welche ein oder mehrere große Geheimnisse (etwa den heiligen Gral, das Grab Jesu oder sehr bedeutsame Dokumente) unter den Ruinen des Tempels von Zion gefunden haben sollen.

Die Prieuré verfügen demzufolge über diese Geheimnisse der Templer, es kann sogar davon ausgegangen werden, dass ihre Kenntnisse die Kenntnisse der Templer, die angeblich in Schottland überlebten und den Grundstein der Freimaurerei legten, bei weitem übersteigt.

Zum Teil wird das Geheimnis an sich als heiliger Gral bezeichnet und die Prieuré de Sion seien somit die Wächter des heiligen Grals. Zum Teil wird das Geheimnis als Wissen über die Rosenlinie, d.h. über die Beziehung von Jesus Christus zu Maria Magdalena und die daraus entstandenen Nachkommen betrachtet.

Welcher Natur dieses Geheimnis um den Heiligen Gral ist und warum es überhaupt ein Geheimnis ist, ist umstritten. Das es sich bei dem Geheimnis schlicht um ein materielles Objekt wie einen Schatz oder einen mehr oder weniger magischen Becher (Gral) handelt, wird meist als zu vulgär abgelehnt, statt dessen werden Theorien die den heiligen Gral als ein "spirituelles" Geheimnis betrachten bevorzugt.

Oft wird davon ausgegangen, dass es bei Öffentlichwerdung des Geheimnisses die Macht hätte, das Christentum tief zu erschüttern und die Kirchen jeglicher Autorität zu entziehen. Deshalb hätte der Papst auch seine Zustimmung zur Verfolgung der Templer gegeben. Auch anderen "häretischen" Gruppierungen wie etwa den Katharern wird ein Wissen um das Geheimnis zugesprochen.

Rennes-le-ChâteauBearbeiten

Die südfranzösische Gemeinde Rennes-le-Château wurde im 19 Jahrhundert Schauplatz für einige eigenartige Vorgänge, die im Zusammenhang mit den Prieuré de Sion stehen sollen. Der Gemeindepriester Béranger Saunière, der eigentlich bettelarm war, gelangte innerhalb von kurzer Zeit an eine beträchtliche Summe Geld, welcher er zum Bau von Kirchen nutzte. Sein mysteriösestes Bauwerk ist die Maria-Magdalena Kirche in Rennes le Château, in der merkwürdigen Szenen wie einem Schotten als Zuschauer des Kreuzgangs und das Heraustragen des Leichnahmes Jesus aus seinem Grab zu sehen sind. Über der Tür der Kirche soll sogar der Spruch "Dieser Ort ist verflucht" stehen.

Sauières letzte Beichte soll angeblich sogar nicht die Absolution erteilt worden sein, weil er ein unbekanntes religiöse Verbrechen begangen hätte.

Die Gründe für den Reichtum des Priesters sind weitgehend unbekannt, aber vom Schatz der Templer, Merowinger, Kelten, Katharer oder Ostgoten bis hin zu einem Teufelspakt gibt es allerlei Spekulationen. Im Zusammenhang mit der Prieuré de Sion wird oft davon ausgegangen, das Sauniere ein großes Geheimnis entdeckt habe und für sein Schweigen von ihr fürstlich entlohnt worden sei, aber es dennoch in Form eines Rätsels in seinen Kirchenbauten verewigte.

Kritiker dieser Theorien sehen zumeist den Ursprung von Saunieres Reichtum im Verkauf von Schwarzen Messen, also Messen die nicht kirchenkonform, etwa für Selbstmörder, gehalten wurden, über Zeitungsinserate. Diese Messen habe er trotz Bezahlung im Voraus zum Teil nicht gehalten. Auch seien viele der merkwürdigen Figuren in Sauniers Kirchen billige Gipsplastiken, welche zur damaligen Zeit als Massenware verkauft wurden.

Königliches BlutBearbeiten

Ein häufiger Ausgangspunkt, von dem die Entwicklung der Prieuré de Sion sich ableitet, liegt beim sogenannten "König der Könige" — Jesus Christus. Jesus soll, entgegen der kirchlichen Meinung, Kinder mit Maria Magdalena gezeugt haben, die dafür prädestiniert waren, die Herrschaft über die Welt anzutreten.

Der Stammbaum dieser Auserwählten, Rosenlinie genannt, soll tatsächlich bis hin zu den großen Herrschern reichen, wobei er besonders im Geschlecht der Merowinger fortbestand.

Hierbei wird auch auf die Legende vom Heiligen Gral Bezug genommen, aufgrund der man vermutet, der altfranzösische Begriff san graal sei in Wahrheit eine Anspielung auf sang réal — königliches Blut. Kritiker dieser Position verweisen darauf, dass die ersten Quellen nur von einem Gral sprechen würden, also nicht die Zusatz heiliger (san) gebrauchten.

Dieser Heilige Gral, also diejenigen vom königlichem Blut, würden von den Prieuré de Sion geschützt und in ihre rechtmäßige Position als Nachfolger von Jesus Christus gebracht werden.

Je nach Theorie existierte die Rosenlinie nach dem Niedergang der Merowinger im Verborgenen weiter, auf den Tag wartend, an dem sie ihren rechtmäßigen Platz wieder einnehme, oder ging direkt über in die neuen Herrschaftshäuser.

So soll die Rosenlinie also in letzterem Fall mit den Erblinien der Königshäuser verwachsen sein. Die inzestuösen Beziehungen unter nahen Verwandten in Königshäusern würden dazu dienen einer Verdünnung des heiligen Blutes entgegenzuwirken. Manchmal wird Kasper Hauser als Nachfahre dieser Blutlinie betrachtet, in dem sich alle Teillinien wiedervereinigten und seine Lebensgeschichte als Produkt einer Gegenverschwörung zu den Prieuré de Sion gesehen.

Nach dem Niedergang der feudalen und absolutistischen Monarchien, hätte die Rosenlinie angeblich in bedeutenden Industriellen- und Bankiersfamilien fortbestanden und so bis heute die wichtigsten Positionen in der Gesellschaft besetzt. Aus diesem Blickwinkel verkehrt sich die meist positive Deutung der Rosenlinie als Nachfahren Jesu in eine negative als geheime Weltenlenker. Manche behaupten sogar, die Prieuré de Sion sei mit den sogenannten Illuminaten identisch.

Kritiker der Theorie einer weltbeherrschenden heiligen Blutlinie, verweisen meist darauf, dass ein Nachweis der Verwandtschaftsverhältnisse häufig gänzlich fehlt und somit meist die Behauptung nur für sich stehen würde. Zudem würden sich einerseits die Nachkommen einer Person mit jeder Generation potenzieren und anderseits nur wenige Menschen unter ihrem eigenen Stand heiraten, es wäre also zu erwarten das in der "High Society" viele Menschen auf gleiche Vorfahren zurückführbar sind, ganz ohne eine Verschwörung zu vermuten.

Eine ganz eigene Note erhält die Theorie von der weltbeherrschenden Blutlinie bei David Icke, diejenigen vom königlichen Blut seien in Wahrheit formwandelnde Reptiloide und das heilige Blut sei außerirdisches Genmaterial, welches durch den sexuellen Kontakt von Menschenfrauen mit Außerirdischen in die menschliche Spezies gelangte (siehe Nephelin, Annunaki, Paläo-Astronautik).

Die FälschungstheorieBearbeiten

Nach der Ansicht von Historikern gab es zwar ein Kloster mit dem Namen Prieuré de Sion, aber dieses ist weder der Ausgangspunkt einer weltumspannenden Verschwörung oder eines Geheimbundes, sondern ein ganz normales Kloster.

Was die Prieuré de Sion in den Verschwörungstheorien betrifft, so seien sie nur eine Erfindung des Fälschers Pierre Plantard, der unter anderem Dokumente besaß, die ihn selbst als letzten angehörigen der Rosenlinie und rechtmäßigen König von Frankreich auswiesen.

OrganisationBearbeiten

Die folgenden Daten zur Organisation und die Liste der Anführer stammen aus dem sogenannten "Dossiers Secrets d'Henri Lobineau", ein 27-Seitiges mit Schreibmaschine geschriebenes Dokument, welches bis heute als einziger Anhaltspunkt für die Existenz der Prieuré de Sion gilt.

Aufbau der Prieuré de Sion Bearbeiten

Die Prieuré sind in neun Grade aufgebaut. Die Menge der Mitglieder der einzelnen Grade nimmt absteigend um das Dreifache zu. (Es gibt noch ein anderes Aufbauschema, das nur von 5 Graden spricht)

In den 729 Provinzen
Bezeichnung/Grad Bedeutung/Übersetzung Anzahl
1. Novices Novizen 6561 Mitglieder
2. Croisés Kreuzfahrer 2187 Mitglieder
In den 27 Komtureien
Bezeichnung/Grad Bedeutung/Übersetzung Anzahl
3. Preux Helden 729 Mitglieder
4. Ecuyers Schildknappen 243 Mitglieder
5. Chevaliers Ritter 81 Mitglieder
6. Commandeurs Komture 27 Mitglieder
In der Arche >Kyria< (Rat der dreizehn Rosenkreuzer)
Bezeichnung/Grad Bedeutung/Übersetzung Anzahl
7. Connétables Konnetabeln 9 Mitglieder
8. Sénéchuax Seneschalle 3 Mitglieder
9. Nautonier Steuermann 1 Mitglied

Die Mitglieder werden meist durch Erbfolge bestimmt, da sie alle Nachfahren der Merowinger sind. Sollte ein Erbe ablehnen, wählt der Nautonier einen durch seine Abstammung prädestinierten Ersatz. Der Nautonier wiederum wird durch eine Wahl der oberen 5 Grade bestimmt.

Der Steuermann (Großmeister) ist in das Geheimnis des Versteckes des Senegrals eingeweiht. Ebenso die drei Seneschalle.

Liste angeblicher AnführerBearbeiten

TriviaBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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