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Die römisch-katholische Kirche beruft sich auf die Tradition Petri, eines Apostels von Jesus Christus. Ihre Geschichte umspannt etwas weniger als 2000 Jahre, in denen sie eine einflussreiche politische Macht war.

Im Gegensatz zum heute häufig suggerierten Bild war diese Kirche im Laufe der Geschichte einem stetigen Wandel unterworfen und bildete keineswegs eine konstante Macht mit selbem Ziel. Investiturstreit, Verweltlichung, Inquisition, Hexenverfolgung und heute noch existierende Exorzismen sind nur kleine Ausschnitte, die diesen Wandel deutlich machen.

Da sich die Kirche aber an Dogmen und Glauben gebunden sieht, gelten unter manchen katholischen Apologeten solche großen Umbrüche als unvereinbar mit der kirchlichen Lehre, weshalb zum Teil nachweislich eine Verschleierung der eigenen Geschichte stattgefunden hat.

VerschwörungstheorienBearbeiten

Die umfangreiche Geschichte sowie die vielen Feinde der römisch-katholischen Kirche liefern viel Stoff für Verschwörungstheorien und Mythen um diese Institution bzw. um ihre einzelnen Organisationen wie etwa Templer, Jesuiten oder das Opus Dei.

Auch die Verbindungen der Kirche zur italienischen Politik und dem Propaganda Due-Skandal sind Gegenstand von Spekulationen.

KircheBearbeiten

Kirche als GeheimdienstBearbeiten

Die Macht, die die Kriche aufbaute und über Jahrhunderte hielt, wurde u. a. ihrem Vorgehen mit geheimdienstlichen Methoden zugeschrieben.

Über ihr dichtes Netz von Priestern konnte die Kirche über die Beichte Zugang zu großen Geheimnissen erlangen. Vielfach übten kirchliche Würdenträger als Lehrer und Berater in Fragen des Seelenheils direkte Macht auf die Herrscher aus, und die Macht der einzelnen Orden war nicht selten davon bestimmt, welcher Orden die Beichtväter der mächtigsten Könige und Fürsten stellte.

Darüber hinaus entwickelten kirchliche Gelehrte wie Johannes Trithemius und Athanasius Kircher bereits früh steganographische kryptografische Verfahren wie die polyalphabetische Substitution.

Kirche und FaschismusBearbeiten

Häufig wurde der katholischen Kirche vorgeworfen, eine zu milde Haltung gegenüber faschistischen Regimen einzunehmen. So gab es kaum Opposition zur Machtübernahme Mussolinis und Hitlers. In Spanien stützte sich das Franco-Regime auf die Kirche und der chilenische Diktator Augusto Pinochet wurde sogar mit einem Besuch des Papstes Johannes Paul II. beehrt.

Einzelne Befürworter der Kirche versuchen derartige Handlungen der Kirche in der Vergangenheit mit ihrem Antikommunismus zu erklären. Die Kirche habe den Faschismus als notwendiges Übel und Bollwerk gegen den religionsfeindlichen Marxismus gesehen.

RattenlinienBearbeiten

Bemerkenswert ist die Rattenlinie, über die nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg viele Nationalsozialisten und andere Nationalisten aus einst mit dem "Dritten Reich" verbündeten Staaten über den Vatikan fliehen konnten und so einer strafrechtlichen Verfolgung entgingen.

Es gibt Spekulationen über ein Netzwerk der geflohenen Nationalsozialisten, das unter der Bezeichnung OdeSSa (Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen) bekannt ist. Dieses soll insbesondere in Südamerika konspiriert und die sich dort an die Macht putschenden Juntas mit ihrem Wissen unterstützt haben. Auch sollen es arabische Staaten im Krieg gegen Israel unterstützt haben (Wikipedia: Affäre um deutsche Raketenexperten in Ägypten)

Konflikt mit EnglandBearbeiten

Seit der Abspaltung der Anglikaner durch König Heinrich VIII. befanden sich England und die katholische Kirche in einem fortwährenden Konflikt. Es gab zahlreiche Verschwörungen, die den Sturz der britischen Krone und die Rekatholisierung Englands beabsichtigten.

Ridolfi-Verschwörung      1570 
Throckmorton-Verschwörung 1583
Babington-Verschwörung    1586
Gunpowder Plot            1605
Papisten-Verschwörung     1678 bis 1681 (keine Verschwörung)

Einige Verschwörungstheoretiker sehen die Freimaurerei, die sich 1717 in London erstmals der Weltöffentlichkeit präsentierte, als eine Art Offensive der Protestanten gegen die katholische Kirche.

Teufelskirche?Bearbeiten

Die Verschwörungstheorien gehen zum Teil soweit, dass der Kirche vorgeworfen wird, in Wirklichkeit eine Organisation des Teufels zu sein, die auf die Kulten Babylons, der Stadt der Sünde, basiere.

Ein hierfür häufig genanntes Indiz sei das Petruskreuz (ein umgedrehtes lateinisches Kreuz), das heute das Symbol einiger weniger "moderner" Satanisten ist. Allerdings kennen wenige Satanisten überhaupt die Bezeichnung Petruskreuz und die dazugehörige Geschichte: Petrus ließ sich, nach seiner Festnahme durch das Römische Imperium als Sühne dafür, dass er Jesus dreimal verleugnet hatte, an einem umgedrehten Kreuz kreuzigen, da er sich als unwürdig empfand, auf die gleiche Weise wie der Messias zu sterben.

Papst und VatikanBearbeiten

Das dritte Geheimnis von FatimaBearbeiten

Bei den Marienerscheinungen von Fatima 1917 erhielt Lucia dos Santos angeblich drei Botschaften der Gottesmutter Maria. Zwei davon wurden 1942 veröffentlicht. Die dritte wurde 1944 aufgeschrieben und an den Vatikan gesandt mit der Aufforderung, den Brief erst 1960 zu öffnen. Der Inhalt des Briefs wurde aber erst im Jahr 2000 veröffentlicht, was in der Zwischenzeit zu zahlreichen Spekulationen führte.

Johannes Paul I.Bearbeiten

Der Papst Johannes Paul I. starb 1978 nach nur 33 Tagen im Amt. Es gibt Vermutungen, dass er ermordet wurde.

Attentat auf Johannes Paul II.Bearbeiten

Am 13. Mai 1981 verübte der türkische Rechtsextremist Mehmet Ali Agca, Mitglied der Grauen Wölfe, auf dem Petersplatz in Rom ein Attentat auf Johannes Paul II. Es konnte nie geklärt werden ob Agca selbstständig oder im Auftrag gehandelt hat. Oft wird ein von der Stasi und dem bulgarischen Geheimdienst organisierter Auftragsmord vermutet. Agca hat in seinen ständig wechselnden Tatversionen mal den Ostblock, mal den Ajatollah, mal die CIA oder auch den Kardinal Agostino Casaroli beschuldigt.

Emanuela OrlandiBearbeiten

Emanuela Orlandi, Tochter eines Hofdieners von Johannes Paul II., verschwand am 22. Juni 1983 spurlos. Die Hintergründe der Tat wurden nie aufgeklärt. Es kursieren Vermutungen, sie sei entführt worden, um den Vatikan zu erpressen. Der Exorzist Gabriele Amorth behauptete, man habe sie auf Sexorgien, die von einem Gendarmen der Vatikanpolizei organisiert worden seien, missbraucht und sie deswegen ermordet.

Alois EstermannBearbeiten

Der 31. Kommandant der Schweizergarde, Alois Estermann, wurde am 4. Mai 1998 mit seiner Frau und dem Unteroffizier Cédric Tornay im Vatikan tot aufgefunden. Nach offizieller Darstellung hätte Tornay, gekränkt durch die kürzliche Beförderung Estermanns, diesen und seine Frau ermordet und kurz darauf sich selbst gerichtet. Eine unabhängige Untersuchung durch die italienische Polizei fand nicht statt, weshalb eine Vertuschung der wahren Hintergründe vermutet wird.

Päpstin JohannaBearbeiten

Angeblich soll im 9. Jahrhundert eine Frau, die sich als Mann ausgab, bis ins Amt des Papstes aufgestiegen sein. Der Betrug sei aufgeflogen, nachdem die "Päpstin" schwanger geworden sei. Letztlich seien alle Spuren des Vorfalls durch die Kirche beseitigt worden. Die Geschichtswissenschaft geht bei "Päpstin" Johanna von einer reinen Fiktion aus.

Papst-Prophezeiung des MalachiasBearbeiten

Dem Heiligen Malachias (1094/95-1148) wird eine Prophezeiung aller zukünftigen Päpste zugeschrieben[1]. Angefangen von Cölestin II. (1143) seien darin 112 Päpste und Gegenpäpste in kurzen, orakelhaften Sinnsprüchen beschrieben. Folgt man der Liste so erscheint Papst Benedikt XVI. als vorletzter Papst ("Gloria olivæ", Ruhm der Olive) und der nächste Papst sollte "Peter, der Römer," sein, der die Kirche durch das Weltende führt. Tatsächlich wurde aber beim Konklave 2013 der Argentinier Jorge Mario Bergoglio zum Papst gewählt, wonach er den Namen Franziskus annahm.

Die Prophezeiung ist erst seit dem Jahr 1595 belegt, als sie vom flandrischen Benediktiner Arnold Wion veröffentlicht wurde. Entsprechend sind in dieser Fassung Sprüche den einzelnen Päpsten bis Klemens VIII. (1592-1605) zugeordnet. Insbesondere die große Zeitspanne zwischen angeblicher Niederschrift und der ersten Erwähnung wird von vielen als Anzeichen einer Fälschung gedeutet. Oft wird hierbei auf die Genauigkeit der Sinnsprüche für die vor 1590 beschriebenen Päpste verwiesen (oft mit Bezug zu Herkunft, Wappen und Namen des Papstes), während sich für die darauf folgenden Sinnsprüche keine so einfachen Interpretationen finden lassen. Meist ließen die Sprüche keine wirkliche Vorhersage zu, sondern wurden erst im Nachhinein mit realen Bezügen zum Pontifikat des jeweiligen Papstes gedeutet.

Einige sehen das Konklave im Jahr 1590 als Anlass für eine Fälschung. „Ex antiquitate urbis – Aus dem Alter der Stadt” hätte eigentlich auf Girolamo Simoncelli von Orvieto hinweisen sollen (Orvieto, lat. Urbevetanum, also alte Stadt), um diesem einen Vorteil bei der Papstwahl zu verschaffen. Stattdessen wurde Niccolo Sfondrati als Gregor XIV. Papst.

VatikanbankBearbeiten

Die Vatikanbank (offiziell: Istituto per le Opere di Religione (IOR), dt. Institut für die religiösen Werke) soll, insbesondere unter dem Direktor Paul Casimir Marcinkus, in kriminelle Geschäfte mit der Mafia verwickelt gewesen sein. Dabei habe die Bank ihren besonderen Status ausgenutzt, um sich der italienischen Bankenaufsicht zu entziehen.

Die Vatikanbank war Hauptaktionär der Banco Ambrosiano, die ein großes Netzwerk an Briefkastenfirmen zur Geldwäsche unterhielt. Nach dem Auffliegen der kriminellen Aktivitäten Ende der 1970er wurde deren Direktor Roberto Calvi am 17. Juni 1982 erhangen unter einer Brücke in London gefunden, während seine Sekretärin Graziella Corrocher aus einem Fenster der Bank in Mailand in den Tod stürzte.

Diese Ereignisse wurden insbesondere mit dem Tod von Johannes Paul I. 1978 in Verbindung gebracht. Angeblich habe er jene kriminellen Verbindungen aufdecken wollen und sei deshalb ermordet worden.

In den 1990er Jahren war die Bank in den Korruptionsskandal Mani pulite verwickelt. Verbindungen zur einstigen Propaganda Due scheinen wahrscheinlich.

Trotz Beteuerungen des Vatikan zur strengeren Verfolgung von kriminellen Geschäften halten Spekulationen über fortgesetzte illegale Aktivitäten der Bank an.

OrdenBearbeiten

TempelritterBearbeiten

Um die Tempelritter existiert ein nahezu unentwirrbares Sammelsurium an Mythen und Verschwörungstheorien.

Bereits die Gründung der Ordens der Armen Kampfgefährten Christi und des salomonischen Tempels zwischen 1118 und 1121 in Jerusalem gibt Anlass zu Spekulationen. Hier erhielt der Orden ein Quartier auf dem Tempelberg, dem ehemaligen Ort des Salomonischen Tempels und heutigen Standort des Felsendoms sowie der Al-Aqsa-Moschee. Viele Theorien gehen davon aus, die Templer hätten dort ein Geheimnis von unermesslichem Wert entdeckt.

Mit der Bulle Omne datum optimum stellte Innozenz II. die Templer 1139 unter päpstliche Protektion und gab ihnen weitreichende Vollmachten, etwa zur Erhebung von Steuern. Die Templer konnten so ein länderübergreifendes Wirtschaftswesen aufbauen.

Mit dem Fall des Heiligen Landes an die Araber verloren die Orden der Kreuzfahrer zusehends ihre Macht. 1312 löste Papst Clemens V. die Templer auf, und der Ordensführung wurde in Frankreich wegen angeblicher Ketzerei der Prozess gemacht.

In Portugal wurde 1319 mit päpstlicher Unterstützung der Christusorden gegründet, in dem sich viele ehemalige Templer sammelten.

Es gibt Spekulationen über ein Weiterbestehen der Templer, die für ihre Verfolgung Rache an der Kirche nehmen wollten. Da die Freimaurerei häufig Bezüge zu Jacques de Molay, dem letzten offiziellen Großmeister des Ordens, der in Paris im März 1314 auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden ist, herstellt, existiert die Vorstellung, Templer hätten sich nach der päpstlichen Aufhebung in Steinmetzbruderschaften reorganisiert, deren Tradition die heutige Freimaurerei beansprucht.

JesuitenBearbeiten

Die Gesellschaft Jesu, so der offizielle Name der Jesuiten, galten lange Zeit als eine Art Geheimdienst des Vatikan, der gegen protestantische und säkulare Herrscher in aller Welt intrigiere. Der Generalobere der Jesuiten wird aufgrund seines Priestergewands oftmals als "schwarzer Papst" bezeichnet, um seine vermutete Machtstellung in der katholischen Hierarchie zu verdeutlichen.

Zwischen 1773 und 1814 wurde der Orden wegen Spekulationen der Verschwörung vom Vatikan aufgehoben, konnte sich aber im protestantischen Ausland halten. In mehreren Staaten hat es außerhalb dieser Phase zeitweilige Verbote gegen die Jesuiten gegeben, so etwa im Deutschen Reich (Kulturkampf), der Schweiz (Folge des Sonderbundskrieges) und Spanien (Zweite Republik).

Wegen einer innerkirchlich in den letzten Jahrzehnten sehr liberalen Linie, die von Jesuiten wie Pierre Teilhard de Chardin, Henri de Lubac, Jean Daniélou und Karl Rahner angestoßen worden ist, gibt es im konservativen Katholizismus den Verdacht, die Gesellschaft Jesu sei seit der Aachener Konferenz im Juni 1928 - einem Gedankenaustausch zwischen Pater Hermann Gruber und drei Logenbrüdern - schrittweise von der Freimaurerei infiltriert worden.

ZitatBearbeiten

"Präs. Garfield, umgebracht von Charles Guiteau, röm.-kath.
Präs. McKinley, umgebracht von Leon Czolgosz, röm.-kath.
Präs. Theodore Roosevelt, Mordversuch durch Giuseppe Zangara, röm.-kath.
Präs. Harry Truman, versuchter Mordanschlag durch Griselio Torresola und Oscar Collazo, beide röm.-kath.
Präs. Woodrow Wilson, mysteriöses Ableben, während er von einer röm.-kath. Krankenschwester gepflegt wurde.
Präs. Warren Harding, ein weiterer mysteriöser Todesfall (ein Gerücht besagt: Selbstmord), ebenfalls von einer röm.-kath. Schwester gepflegt.
Präs. John Kennedy, Mord unzureichend geklärt. Der Kopf der CIA war zu jener Zeit John McCone, röm.-kath., der bei der Abfassung des widersprüchlichen Warren-Reports behilflich war.
(Repräsentanten-Haus, 1. März 1964 - fünf Kongressabgeordnete werden von der Lebron-Miranda-Codero-Rodriguez-Mordabteilung verwundet, alle röm.-kath.)"

Illuminatus!

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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