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Der Rotary Club (RC) ist ein Serviceclub, in dem sich vornehmlich führende Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Gesellschaft zusammengeschlossen haben.

Es gibt ca. 34.000 Clubs in 166 Staaten mit 1,2 Millionen Mitgliedern, Männern wie Frauen, zusammen. 53.000 Mitglieder davon in Deutschland.

Der Begriff Rotary bezeichnete Anfangs den Wechsel der Treffpunkte, heute den Ämterwechsel im Club.

Nicht zuletzt auf Grund der speziellen Aufnahmeregelung werden Rotarier oder Rotarierinnen von Außenstehenden bisweilen mit Skepsis als eingeschworene oder gar verschworene Gemeinschaft empfunden, in der vornehmlich Geschäftsbeziehungen gepflegt werden.

GeschichteBearbeiten

Am 23. Februar 1905 wurde der erste Rotary-Club vom Anwalt Paul Percy Harris in Chicago zusammen mit drei Freunden gegründet. Ihre Motivation soll es gewesen sein, in den Großstädten eine ähnlich vielfältige Wertegemeinschaft zu schaffen, wie er sie als Kind auf dem Land erlebt hatte, wo jeder entsprechend seinen Fähigkeiten andere nach Möglichkeit unterstützte. Aus dieser Basis her rührt der Grundsatz „Gemeinschaft von Berufsleuten“. Hintergrund dieser Gründung waren u. a. die chaotischen Zustände in vielen amerikanischen Großstädten.

Harris verabredete regelmäßige - rotierende - Treffen in den Büros der Gründer. Der Name der Vereinigung leitete sich aus dieser realisierten Absicht ab. Heute heißt die Dachorganisation aller Rotarier-Clubs Rotary International.

Der erste Schweizer Distrikt wurde am 1. Juli 1925 gegründet. Erster Club in der Schweiz war der Rotary-Club Zürich. Ebenfalls 1925 wurden die ersten Clubs in Österreich gegründet, während in Deutschland die Geschichte von Rotary 1927 mit der Gründung des ersten Clubs in Hamburg begann. Bis 1928 gehörten die österreichischen und deutschen Clubs demselben Distrikt an.

RC und UNOBearbeiten

Die Geschichte des Rotary-Clubs ist eng mit der Geschichte der Vereinten Nationen verbunden: So waren 49 Rotarier an der Erarbeitung der Charta der Vereinten Nationen im Jahr 1945 beteiligt, es wurde die UNESCO auf Grundlage einer Rotary-Konferenz gegründet und noch heute ist Rotary International als nichtstaatliche Organisation offizieller Beobachter bei den Vereinten Nationen.

RC im NationalsozialismusBearbeiten

Bereits zu Beginn der NS-Diktatur haben viele deutsche Rotary-Clubs ihre jüdischen Mitglieder ausgeschlossen. Wenige Clubs behielten ihre jüdischen Mitglieder bis zur Auflösung der Clubs 1937.

Der nationalsozialistischen Führung war Rotary als international verbundene Organisation suspekt. Es erfolgten mehrere Besuche internationaler Rotarier im dritten Reich, die der deutschen Führung versicherten, Rotary sei nicht politisch aktiv und würde nicht auf Regierungsangelegenheiten Einfluss nehmen. Trotzdem untersagten die Nazis Beamten und NSDAP-Mitgliedern eine Mitgliedschaft bei Rotary.

Im Folgenden versuchten deutsche Rotary-Clubs sich der Nazi-Regierung anzupassen. Dies gipfelte in dem Angebot, alle Entscheidungen von Rotary Deutschland von der Reichsführung absegnen zu lassen und sich gleichzuschalten. Als die NS-Regierung auf die Angebote von Rotary nicht einging, zeigte sich die Unvereinbarkeit der rotarischen Ziele und der NS-Ideologie. Auch der Versuch mancher Clubs, den Sonderweg eines „deutschen Rotary“ zu gehen, blieb erfolglos.

So löste sich Rotary in Deutschland 1937 selbst auf. In der Folge trafen sich mehrere deutsche Rotary-Clubs, wie auch Rotary-Clubs in den von Deutschland besetzen Gebieten im Untergrund oder unter dem Deckmantel eines Gesangvereins. Der RC Kiel etwa überlebte die NS-Diktatur als Freitagsgesellschaft.

StrukturBearbeiten

allgemeine StrukturBearbeiten

Rotary besteht an der Basis aus einzelnen, lokalen oder regionalen Clubs. Jeweils ungefähr 50 bis 100 Clubs sind zu einem sogenannten Distrikt zusammengefasst, die Distrikte wiederum in weltweit 34 Zonen organisiert. An der Spitze eines Distrikts steht der jeweils für ein Jahr gewählte Governor, der während seiner Amtszeit Mitglied im Governorrat des Landes ist. Dieser stellt das Bindeglied zwischen dem Hauptsitz von Rotary International und dem einzelnen Club dar.

Struktur in deutsprachigen LändernBearbeiten

In Deutschland sind etwa 53.000 Mitglieder in 1032 Clubs in 15 Distrikten organisiert. In der Schweiz und Liechtenstein gibt es drei Distrikte mit 206 Clubs und ca. 11.400 Mitgliedern. Österreich ist in zwei Distrikte geteilt, wobei der östliche Distrikt als Besonderheit Österreich, Ungarn, Slowenien, Bosnien und Kroatien umfasst. Zusammen bestehen beide Distrikte aus 208 Clubs mit etwa 8.500 Mitgliedern.

TreffenBearbeiten

Ein Rotary-Club trifft sich in der Regel wöchentlich in seinem Clublokal. Von den Mitgliedern wird erwartet, dass sie nach Möglichkeit 60 Prozent aller Anlässe besuchen. In diesem Sinn gibt es eine Präsenzpflicht. Sie ist Voraussetzung für den Zusammenhalt im Club. „Leere Stühle schaffen keine Freundschaft!“ Mitglieder, die beruflich stark eingespannt sind und nicht zu jedem Anlass kommen können, stoßen auf Verständnis. Wichtig ist, dass sie immer wieder „rotarische“ Zeichen geben, zum Beispiel bei gemeinsamen Aktivitäten. Üblicherweise werden bei den wöchentlichen Zusammenkünften Vorträge zu aktuellen Themen oder aus dem speziellen Berufsfeld eines Mitglieds gehalten. Es wird von jedem Rotarier erwartet, dass er sich an diesem Vortragswesen aktiv beteiligt.

MitgliederpolitikBearbeiten

BerufsgruppenBearbeiten

Um das Ziel einer „Gemeinschaft von Berufsleuten“ zu erreichen, strebt Rotary danach, möglichst viele qualifizierte Berufskräfte zu umfassen. Aus diesem Grund sind pro Club höchstens fünf Angehörige derselben Berufsklasse zugelassen. Bestimmte häufige Berufsklassen wie z. B. Anwälte oder Ärzte werden daher bedarfsweise verfeinert, um weitere Mitglieder aufnehmen zu können.

Die Berufsvielfalt in den Clubs und deren Autonomie (im Rahmen der Verfassung und Satzung von Rotary International) gehört zu den Hauptgründen für den Fortbestand und Erfolg von Rotary seit 1905.

VorschlagsprinzipBearbeiten

Man kann einem Rotary-Club nicht direkt beitreten, sondern muss von zwei Mitgliedern zur Aufnahme vorgeschlagen werden. Man wird aufgenommen, wenn die Clubmitglieder keinen berechtigten Einspruch erheben. Der Aspirant hat zuvor das Recht, seinen künftigen Club kennenzulernen. Durch diese Art der Rekrutierung entsteht eine Clubstruktur, die nach außen elitär wirken kann. Tatsächlich versuchen die Clubs, die besten Kräfte in ihrer Region für Rotary zu gewinnen.

FrauenBearbeiten

Die Mitgliedschaft in Rotary-Clubs war bis 1989 nur Männern vorbehalten. Es hat eine gewisse Zeit gebraucht, bis die Aufnahme von Frauen in dieser nun mehr als 100jährigen Organisation überall möglich wurde. Weltweit waren Mitte 2003 von insgesamt 31.256 Rotary Clubs bereits 21.554 gemischte Clubs, was einem Anteil von 69 Prozent entspricht. Deutschland zählte 23 Prozent gemischte Clubs. In der Schweiz und Liechtenstein waren Ende Februar 2006 von den 11.421 Mitgliedern 669 Frauen (5,9 %). Mehr als die Hälfte aller 206 Clubs haben bereits weibliche Mitglieder.

Berühmte Rotarierinnen und Rotarier Bearbeiten

Hier werden nur Rotarier von nationaler bzw. internationaler Bedeutung aufgeführt.

Aus dem deutschsprachigen Raum Bearbeiten

Aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland Bearbeiten

RC und FreimaurereiBearbeiten

Rotary International wird oft eine Verbindung zur Freimaurerei nachgesagt. Dies Behauptung stammt vor allem von der Katholischen Kirche, die in Rotary und Freimaurerei eine Konkurrenz zu ihrem Ethikmonopol sah. Auch in der Propaganda des Dritten Reichs wurde der Vorwurf der Freimaurerei häufig verwendet. Er wirkt bis heute in der Debatte um Rotary nach. Bereits der Gründer von Rotary, Paul P. Harris, hat jedoch in Briefen und öffentlichen Reden immer wieder behauptet, dass weder er noch Rotary mit der Freimaurerei verbunden seien. Dies ist aber im Zusammenhang mit der Zeit zu erklären, in der der Brief verfasst wurde. Tatsache ist, dass einer der vier Begründer von Rotary, der Deutsch-Amerikaner Gustav Loehr, ein Freimaurer war. Außerdem widmet sich das Rotary-Magazin (Mitgliedermagazin der deutschen und österreichischen Rotary-Clubs) in der Ausgabe April 2004 in dem Artikel [„Von Brüdern und Freunden. Viele Rotarier waren und sind auch Freimaurer“(pfg) selbst dieser Thematik. Darin heißt es u. a.: „Zur Zeit der Gründung Rotarys gehörte ein großer Teil der amerikanischen Geschäftsleute einer der zahlreichen maurerischen Vereinigungen an. Die Zugehörigkeit zu beiden Organisationen ist auch heute in den angloamerikanischen Ländern nicht außergewöhnlich und wird weder von den Freimaurern, noch von Rotary International untersagt.“ Zum Zeitpunkt der Gründung des Rotary-Clubs sei „die Verbindung Freimaurer/Rotarier eher die Regel als die Ausnahme gewesen“.


WeblinksBearbeiten

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