FANDOM


Teufelsanbetung bezeichnet die Anbetung des Teufels. In der landläufigen (christlich geprägten) Sprache wird dies oft mit Satanismus gleichgesetzt, was aber den Überzeugung der meisten Satanisten widerspricht. Personen die sich als Satanisten bezeichnen und den Teufel anbeten, werden von den richtigen Satanisten meist als Teeny-Satanisten oder Vulgär-Satanisten bezeichnet.

Teufelsanbetung ist auch nicht gleich zusetzten mit Okkultismus.

UrsprüngeBearbeiten

XenophobieBearbeiten

In seinen Ursprüngen stellt der Teufel oft nichts anderes dar, als den Gott eines fremden oder feindlichen Volkes. Wenn ein solches Volk unterworfen wurde bestanden oft nur drei Möglichkeiten mit dem fremden Glauben umzugehen, entweder integrierte und vermischte man die Glaubensvorstellungen, tolerierte sie oder man verteufelte den alten Glauben und zerstörte dessen heilige Stätten.

Ein weiter betreiben des alten "heidnischen" Glaubens oder auch nur ein beschäftigen mit den Glaubensinhalten stellte in letzterem Fall für die Eroberer Teufelsanbeterei dar und wurde als solches verfolgt.

Auch im alten Ägypten lassen sich deutliche Spuren dessen finden, so wurden an vielen Tempeln die Reliefs die Götter oder Gottkönigen zeigten, sowie Hieroglyphenkartuschen abgemeißelt um das Andenken an alte Götter und Könige zu vernichten.

In der heutige Teufelsvorstellung sind viele Elemente antiker Gottheiten eingeflossen, das gängigste Bild einen ziegenfüßigen Gehörnten ist etwa ein exaktes Abbild des griechischen Hirtengottes Pan. Auch viele Teufelsbezeichnungen wie Baal oder Luzifer knüpfen an antike Götter an.

GeschichteBearbeiten

JesidenBearbeiten

Die Jesiden stellen eine eigene monotheistische Religionsgemeinschaft aus dem kurdischen Sprachraum dar. Eine zentrale Figur des jesidischen Glaubens ist Melek Taus (Engel Pfau), welcher den höchsten Engel Gottes darstellt und die Welt verwaltet.

Die Erzählung über Melek Taus weist einige parallelen zum Fall des Luzifer auf. So habe sich Melek Taus, dem ein freier Wille zugestanden wird, gegen Gott vergangen und sei deshalb in die Hölle verbannt worden. Dort bereute Melek Taus sein vergehen, löschte mit seinen Tränen das Höllenfeuer und wurde von Gott wieder in seinen alten Rang erhoben. Die Hölle und der Teufel existieren so im Glauben der Jesiden nicht mehr, alles Böse sei ein Produkt des freien Willens und müsse in Reinkarnationen abgebaut werden. (vgl. Karma)

Seinen Ursprünglichen Rang soll Melek Taus erhalten haben in dem er sich weigerte vor Adam zu knien, was eine Prüfung war um zu zeigen das er sich nur Gott unterwarf. Im Koran wird selbiges dem islamischen Teufel Iblis als vergehen angekreidet.

Diese Parallelen zwischen den Figuren führte oft dazu das die Jesiden bis heute als Teufelsanbeter bezichtigt wurden.

EuropaBearbeiten

Die Existenz von historischen organisierten Teufelskulten ist umstritten, hierbei spielt insbesondere eine Rolle das die Geschichtsschreibung vielfach durch die christliche Kirche geprägt ist, also der Teufelskult meist eine Zuschreibung der Feinde des vorgeblichen Kultes ist. Hierbei liegt die Vermutung nahe das der Vorwurf des Teufelskults eher Propaganda und Hysterie war, als das er Realitäten entsprach. Erschwerend kommt hinzu das herätische Schriften, die Aufschluss hätten geben können, meist im Zuge von Verfolgungen verbrannt wurden.

Der Vorwurf der spielte insbesondere bei der Hexenverfolgung eine große Rolle. Personen, meist weiblichen Geschlechts, wurde vorgeworfen mit dem Teufel einen Pakt geschlossen zu haben, regelmäßig an einem orgiastischem Hexensabbat teilzunehmen, auf dem sie sich auch sexuell mit dem Teufel vereinigten (Teufelsbuhlschaft), und Schadzauber zu betreiben. Der damalige Glaube an Hexen wird heute meist als Verschwörungstheorie betrachtet.

Einige hervorzuhebende Fälle fanden in der Spätphase der Verfolgungen statt:

  • In der französischen Giftaffäre wurde ein vermeintlicher Hexenzirkel aufgedeckt der Adlige insbesondere mit Gift und aber auch mit anderen Zaubermitteln versorgte und angeblich auch Schwarze Messen, in manchen Fällen mit dem Opfer von Kleinkindern, praktizierte. Hierbei wurden auch viele Geständnisse erfoltert, wenngleich auch zum Teil materielle Beweise in Form von Gift, Wachspuppen, schwarzen Kerzen und schwarzmagischen Büchern gefunden wurden.
  • Die Besessenen von Loudun waren Nonnen des Ursulinen-Klosters von Loudun, welche angeblich durch den Pfarrer Urbain Grandier zum Teufelskult verführt wurden.

Der Glaube an Hexen ebbte im 18. Jahrhundert ab, auch wenn sich in manchen Kreisen bis heute der Glaube an Hexen hält und auf gleiche Weise die Freimaurer des Teufelskultes bezichtigt werden (siehe z.B. Taxil-Schwindel).

Berichte von praktizierten Schwarzen Messen gibt es auch im Zusammenhang des sogenannten Hellfire Club, allerdings scheint der Zweck hierbei kein teufelsanbeterischer, sondern viel mehr ein antichristlicher zu sein: Die Schwarze Messe diente zur Verballhornung des christlichen Rituals der Heiligen Messe. In seinen Praktiken scheint der Hellfire Club eine der frühesten Ausformungen einer satanischen Ideologie zu sein.

In einigen jüngeren (18./19.Jh.) Grimoires finden sich Anleitungen zum Teufelspakt, wichtig zu beachten ist hierbei aber das der Teufel durch die Macht Gottes über ihn gezwungen wird, der Mensch sich also nicht zum Anhänger des Teufels macht.

Insbesondere in der Literatur kommt dem Teufel bzw. dem Bösen im 19. Jahrhundert eine heroische Rolle zu, etwa in Paridise Lost von John Milton, einigen der Schrift Baudelairs oder bei Lord Byron. Dies ist stellt allerdings keine Teufelsanbetung im eigentlichen Sinne dar, da der nicht als höheres Wesen sondern als vorbildlicher Charakter gesehen wurde, diese Betrachtungsweise sollte später zur Entwicklung der satanistischen Bewegung beitragen.

Teufelsanbeterische GruppenBearbeiten

Laut Josef Dvorak handelt es sich bei dem Temple of Set um eine Organisation die Seth als Urform des Satan anbetet.

Desweiteren existiert umstrittene Berichte von sogenanntem "satanisch-rituellen Missbrauch". Der Vorwurf der Teufelsanbetung wird bis heute auch als Legitimation der Diskriminierung von Minderheiten, wie etwa Juden, Freimaurern, Okkultisten, Neuheiden oder Satanisten, propagiert.

LiteraturBearbeiten

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki