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Das Theodizee-Problem leitet die Nichtexistenz eines allgütigen, allmächtigen und allwissenden Gottes (wie ihn z.B. das Christentum propagiert) aus der Existenz menschlichen Leidens in der Welt ab. Die Argumentation verläuft folgendermaßen:

  • Entweder Gott weiß von dem Leid in der Welt und kann und will es verhindern. Warum tut er es dann nicht bzw. warum gibt es Leid in der Welt?
  • Oder Gott will das Leid, von dem er weiß, verhindern, kann es aber nicht. Dann ist er per Definitionem nicht allmächtig.
  • Oder Gott kann das Leid, von dem er weiß, verhindern, will es aber nicht. Dann ist er per Definitionem nicht allgütig.
  • Oder Gott will das Leid verhindern, kann es auch, weiß aber nichts davon. Dann ist er per Definitionem nicht allwissend.
  • Oder Gott kann und will das Leid nicht verhindern. Dann ist er per Definitionem nicht allmächtig und nicht allgütig.

Daraus folgt, dass es keinen Gott geben kann, der diese drei Eigenschaften in sich vereint. Während Atheisten darin einen Beweis gegen jede Art von Gott sehen, gestehen Agnostiker meist zu, dass die Existenz eines Gottes dennoch möglich ist, jedoch mit immer nur höchstens zwei dieser drei Eigenschaften (Allgüte, Allwissen, Allmacht), nicht jedoch mit allen dreien. Manche fundamentalistischen Christen und Moslems sehen im Theodizee-Problem sogar einen Beweis der Existenz Gottes, und zwar einen Beweis dafür, dass Gott sie prüfen will. Dies ist nicht nur eine typische Trick-17 Argumentation, sondern auch noch ein klarer Fall des Denkers und des Beweisführers.

Es wurde bereits versucht, das Problem zu lösen, indem man behauptete, es gäbe schlichtweg keine bessere Welt als diese, in der Menschen überhaupt überlebensfähig wären. Somit hatte Gott für seine Schöpfung nur eine begrenzte Auswahl an Möglichkeiten und wählte diejenige, die für die Menschen am wenigsten Leid verursacht. Unsere Welt wäre also "Die Beste der Welten". Ganz abgesehen davon, dass das eine Trick-17 Argumentation ist, kann ich nur sagen, dass meine eigene Meinung zu diesem Thema ungefähr dem entspricht, was Voltaire in seinem Roman "Candid oder die Beste der Welten" propagierte. Dieses Buch sei jedem nur empfohlen, der sich für das Theodizee-Problem interessiert.

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Ein weiterer Versuchter durch Gläubige vermittelter Lösungsansatzt besteht darin, das Allgüte mit der Vermeidung von Leid gleichzusetzten eine menschliche Assoziation ist, d.h. es nicht göttlicher Güte entspricht Leid zu verhindern, weil ein allwissender, allmächtiger Schöpfer eine ganz andere Relation zu dem Erschaffenen besitzt. Anders ausgedrückt: Die Definition des Begriffs Güte ist wie die Begriffe Gut und Böse dehnbar.

siehe auch: Allmächtigkeitsparadoxon

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