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Die Tuskegee-Syphilis-Studie wurde von 1932 bis 1972 in der Gegend von Tuskegee, Alabama durchgeführt. In dieser Studie wurden die Folgen unbehandelter Syphilis, einer tödlich verlaufenden Geschlechtskrankheit, beim Menschen untersucht. 399 Afroamerikaner sharecroppers " eine Art von Land-Pächter " nahmen an der Studie teil. Darunter befanden sich auch 200 Personen ohne Syphilis als Kontrollgruppe. Die Versuchspersonen waren zum großen Teil arm und konnten weder lesen noch schreiben.

Diese Studie erlangte Berühmtheit für die menschenverachtende Durchführung: Der Zweck der Studie war, den natürlichen Verlauf der Syphilis-Erkrankung zu beobachten. Die Studie wurde nicht abgebrochen, als wirksame Syphilis-Medikamente erhältlich waren. Die Versuchsteilnehmer hatten keine Gelegenheit zu einer informierten Einwilligung. Sie wurden auch nicht über eine Syphilis-Diagnose unterrichtet. Man sagte ihnen stattdessen, dass sie "schlechtes Blut" hätten (engl. bad blood), und dass sie eine kostenlose Behandlung bekämen. Ebenso würden sie kostenlose Fahrten zur Klinik, eine warme Mahlzeit täglich und im Todesfall $50 für die Beerdigung erhalten.

FolgenBearbeiten

Als die Studie 1972 durch den Jounalisten Jean Heller ins Licht der Öffentlichkeit geriet und kurz darauf beendet wurde, waren bereits 28 der Versuchsteilnehmer direkt an Syphilis und 100 an Folgekrankheiten gestorben. Desweiteren wurde 40 Frauen durch die Versuchsteilnehmer unwissentlich mit Syphilis infiziert worden und 19 Kinder litten an angeborener Syphilis.

Die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) erstritt 1973 vor Gericht eine Entschädigung für die Opfer und ihre Familien in Form von 9 Millionen Dollar und einer lebenslangen freien Heilfürsorge. Die US-Regierung gründete hierfür das Tuskegee Health Benefit Program welche dem Center for Disease Control and Prevention (CDC) unterstellt wurde. Innerhalb des CDC war es dem National Center for HIV, STD [Sexually Transmitted Disease], and TB [Tuberkulose] Prevention (NCHSTP) unterstellt.

Erst 1997 entschuldigte sich US-Präsident Bill Clinton offiziell bei den letzten acht Überlebenden Opfern.

Die Tuskegee-Studie hat bei der Afroamerikanischen Bevölkerung einen massiven Vertrauensverlust in den Public Health Service bewirkt und wird als Ursache von vielen, in der afroamerikanischen Gemeinschaft stark verbreiteten, Verschwörungstheorien gesehen. Diese Theorien unterstellen u.a. der US-Regierung, welche die WASP repräsentiert, den HI-Virus bzw. AIDS künstlich geschaffen zu haben um die farbige Bevölkerung auszurotten.

WeblinksBearbeiten

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