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USS Liberty

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Die USS Liberty war formal ein Schiff der United States Navy, das jedoch tatsächlich unter dem Kommando des international operierenden US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA) stand. Es diente der elektronischen Kampfführung und der militärischen Aufklärung. Die zu ihrer Zeit hochmoderne Liberty glich äußerlich weitgehend einem Frachtschiff, wies jedoch mehrere sichtbare Radarkuppeln und sonstige Antennen auf. Besonderes Aufsehen erregte das Schiff durch seine Zerstörung durch israelische Bomber und Schnellboote während des Sechstagekrieges.

Angriff auf die LibertyBearbeiten

VorgeschichteBearbeiten

Aufgabe der im Mittelmeer stationierten Liberty war die passive Überwachung, also vor allem die Aufzeichnung aller EM-Emissionen, wie Funksprüche und Radarsignale, zur späteren Auswertung.

Mit dem Ausbruch des Sechstagekriegs verlegte auch die Sowjetunion Schiffe in das östliche Mittelmeer, weshalb die Schiffe und Flugzeuge der 6. US-Flotte vom Pentagon angewiesen wurden sich mindestens 100 Meilen von den Küsten entfernt zu halten. Nur die Liberty erhielt diesen Befehl nicht und näherte sich weiter der Mittelmeerküste der Sinai-Halbinsel. Auf Anfrage ob man der Liberty einen Zerstörer als Geleitschutz von der 6. Flotte geben könnte, wurde vom Kommandanten dieser erwiedert, dass kein Grund zur Sorge bestand solange die Liberty in Internationalen Gewässern mit gehisster US-Flagge unterwegs sei.

AngriffBearbeiten

Am 8. Juni 1967 wurde das Spionageschiff gegen 5 Uhr von acht israelische Anti-U-Boot-Flugzeuge insgesamt zwölf mal überflogen. Danach wurde die Liberty auf den Karten der Luftüberwachung Israels mit einem grünen Magneten als neutrales Schiff markiert. Diese Markierung wurde allerdings nach 6 Stunden wieder entfernt, da die USS Liberty vom israelischen Radar verschwunden sein soll und man annahm, dass sie aufs offene Meer zur 6. Flotte hinausgefahren sei.

Um 14 Uhr näherten sich der Liberty drei Mirage Jets ohne Hoheitszeichen. Laut Richard L. Block konnten die USA Funksprüche der Flugzeuge auf Kreta abfangen. Ihm zufolge soll aus den Mitgehörten Funksprüchen eindeutig hervorgehen, dass der israelische Kommandant wusste, dass es sich um ein Schiff unter amerikanischer Flagge handelte.

Die Flugzeuge griffen das Schiff in internationalen Gewässern an. Die Besatzung versuchte SOS-Signale zu Senden, doch die entsprechenden Frequenzen wurden gestört. Laut dem Besatzungsmitglied Joe Lentini wäre dies allerdings nur möglich gewesen, wenn die Frequenzen der Liberty bekannt waren, was gleichzeitig bedeuten würde, dass man den unverschlüsselten Funkverkehr abhören und daraus die Zugehörigkeit der Liberty erkennen konnte.

Die Flugzeuge sollen gezielt Antennen angegriffen haben und danach Napalm auf das Deck abgeworfen haben, möglicherweise um eine Wiederinstandsetzung der Kommunikationseinrichtung zu verhindern. Durch den Luftangriff starben 8 Männer und 75 wurden verletzt.

Später am Tag kam es zu einem Angriff von israelischen Torpedobooten auf die Liberty. Laut dem israelischen Marinesoldat Udi Erell konnte man eindeutig erkennen das es sich um ein Marineschiff handelte. Nach mehreren fehlgeschlagenen Torpedoangriffen wurde das Schiff getroffen, wonach es sich um langsam um 10° zur Seite zu neigen begann. Die Liberty war Manövrierunfähig und konnte sich nicht mehr aus eigener Kraft fortbewegen.

Das Maschinengewehrfeuer der Torpedoboote schien sich geziehlt auf den Kessel der Liberty zu konzentrieren um ihn zu Explosion zu bringen. Auch Rettungsboote wurden geziehl beschossen.

Insgesamt wurden beim Angriff auf die USS Liberty 34 US-Navy-Angehörige getötet und 172 verletzt. Erst am nächsten Morgen trafen Schiffe der 6. Flotte bei ihr ein.

Reaktion der 6. FlotteBearbeiten

Ein SOS-Signal der Liberty konnte von der 6. US Flotte empfangen werden. Der Kommandant der Flotte befahl einen Vergeltungsschlag gegen Ägypten, woraufhin auf der USS America 2 A4-Bomber einsatzbereit und eine Jagdfliegereskorte losgeschickt wurde. Laut Mike Ratingan ging man erst kurz nach dem Start der Bomber in die "Condition November" über, die den Einsatz von mit Atomwaffen bestückten A4-Bomber vorsah. Laut Ratingan wurde ein A4-Bomber mit Wachen beschütz und hatte eine Art Tuch unter dem Rumpf. Pentagon und die US-Botschaft in Kairo wurden über diese Vorbereitungen informiert.

Wenige Minuten später ließ das Pentagon die A4-Bomber zurückrufen. Es wurde eine direkte Verbindung zwischen dem Verteidigungsminister Robert McNamara und dem Kommandanten hergestellt. Der Kommandant bat daraufhin McNamara einen konventionel bestückten Jagdbomber oder ein anderes Flugzeug zur Liberty zu schicken, was McNamara ablehnte. McNamara hat sich später nichtmehr zum Vorfall geäußert. Die Liberty wurde zu diesem Zeitpunkt von Torpedobooten beschossen.

Israelische Bekenntnis zum AngriffBearbeiten

Um 16 Uhr wurde der amerikanische Marineattache in Tel Aviv vom israelischen Verteidigungsministerium über den irrtümlichen Angriff informiert, woraufhin die US-Botschaft dem Außministerium bericht erstattete. Der stellvertretende Außenminister Lucius Battle erfuhr als erster von dem Erreignis und glaubte ebensowenig wie Lyndon B. Johnson daran, dass es sich um einen Unfall handelte. Dennoch wurde offiziell die Entschuldigung Israels aktzeptiert und eine genaue Aufklärung der Vorfälle verhindert.

NachspielBearbeiten

Obwohl es in beiden Ländern mehrfache Untersuchungen gab, die eine Verkettung unglücklicher Umstände aufdeckten, nähren die Hintergründe des Angriffs bis heute Verschwörungstheorien aller Art, so wird z.B. vermutet das man für den Vorfall Ägypten verantwortlich machen wollte um einen Vorwand für den Kriegseintritt der USA zu haben. Sicher ist, dass die USA wenige Tage vor dem Zwischenfall mitgeteilt hatten, sie hätten kein einziges Schiff in dieser Region des Mittelmeers stationiert (was zu diesem Zeitpunkt auch stimmte).

1987 wurde der Vorfall endgültig diplomatisch beigelegt, wobei Israel 13 Millionen US-Dollar Entschädigung an die Opfer und ihre Hinterbliebenen zahlte.

Einige ehemalige Besatzungsmitglieder der Liberty bestehen jedoch darauf, dass eine Verwechslung unmöglich gewesen sei; der Angriff auf das Schiff sei bewusst erfolgt, und es handele sich um ein Kriegsverbrechen. Laut einem Bericht der Financial Times vom 12. Januar 2004 erklärte ein ehemaliges Mitglied des US-Marine-Untersuchungsgerichts unter Eid, dass der damalige US-Präsident Lyndon B. Johnson und Verteidigungsminister Robert McNamara damals eine Geheimhaltung des Vorfalls angeordnet hätten.

siehe auchBearbeiten

Weblinks Bearbeiten

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