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Udo Proksch (1934-2001) war ein deutscher Designer, Unternehmer und Netzwerker. Als Drahtzieher des "Falls Lucona" war er bis zu seinem Lebensende inhaftiert.

Leben Bearbeiten

Proksch war ein Enfant terrible der österreichischen Gesellschaft, Besitzer der berühmten k. u. k. Hofzuckerbäckerei Demel und Gründer des Club 45, einer Seilschaft mit maßgeblichen Politikern, die nach dem Vorbild der italienischen P2 zur Erlangung von Machtpositionen errichtet wurde. 1977 charterte er den Frachter Lucona, um eine auf 212 Millionen Schilling (15,4 Millionen Euro) versicherte Uranerzmühle zu verschiffen. Die Lucona sank im Indischen Ozean nach einer Explosion, bei der sechs Menschen starben. Die Versicherung zahlte die Versicherungssumme nicht aus, da sie vermutete, die Lucona habe nur Schrott geladen gehabt. Am 15. Februar 1985 wurden Proksch und Peter Daimler wegen Betrugsverdachts verhaftet, aber schon am 28. Februar wieder auf freien Fuß gesetzt.

Erst durch die Aufdeckungsarbeit des Journalisten Hans Pretterebner, dessen Buch Der Fall Lucona im Dezember 1987 erschien, und Proksch' anschließende Flucht Anfang 1988 begann die Aufarbeitung des Lucona-Skandals, der in Österreich als "Jahrhundertskandal" gilt. Er führte unter anderem zum Selbstmord des österreichischen Verteidigungsministers Karl Lütgendorf sowie zum Rücktritt des Parlamentspräsidenten Leopold Gratz und des Innenministers Karl Blecha. Proksch wurde nach einer Flucht nach Asien und durch halb Europa im Oktober 1989 erneut verhaftet. Nach einem der längsten Prozesse der Zweiten Republik erhielt er wegen sechsfachen Mordes lebenslange Haft. Er starb in Haft aufgrund einer misslungenen Herztransplantation.

Udo Proksch in der Kunst Bearbeiten

  • 1993 erschien der Film Der Fall Lucona, in dem Proksch, umbenannt in Rudi Waltz, von David Suchet gespielt wird.
  • 2004 wird das Musical Udo 77 von der Wiener Künstlergruppe "monochrom" aufgeführt.

Literatur Bearbeiten

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